Festsieger Räbsamen lässt Alpiger verzweifeln
Marcel Räbsamen verhält sich im Schlussgang taktisch klug. Der letztjährige Schwägalp-Sieger bleibt in der Defensive. Schliesslich reicht ihm ein Gestellter zum Sieg. Da Nick Alpiger keine Lösung gegen den Ostschweizer findet, wird dieser zum Festsieger gekürt. Für Räbsamen ist es der erste Triumph am Berchtoldschwinget in Zürich. Damit startet er perfekt in die Saison. Auch Alpiger darf mit seinem Auftritt zufrieden sein. Nach seiner enttäuschenden Vorstellung am Niklausschwinget vor einigen Wochen zeigte er sich deutlich verbessert.
Eidgenossen-Duell im Schlussgang
Wie erwartet kommt es im Schlussgang des Berchtoldschwingets zur Paarung zwischen Marcel Räbsamen und Nick Alpiger. Dabei hat der Schwägalp-Sieger einen entscheidenden Vorteil. Räbsamen reicht ein Gestellter für den Festsieg. Das liegt daran, dass Alpiger zu oft die Maximalnote verpasst hat. So kommt es, dass Räbsamen mit einem Punkt Vorsprung in den Schlussgang geht.
Vor einem Jahr kam es in der Saalsporthalle im ersten Gang zu diesem Duell. Damals triumphierte Alpiger. Kann er das wiederholen? Hinter den beiden hat sich Eidgenosse Martin Roth auf Rang vier eingereiht. Ihm winkt ein Spitzenplatz.
Alpiger hat trotz Sieg ein Problem
Die beiden Topfavoriten marschieren weiterhin im Gleichschritt. Mit einem kleinen, aber entscheidenden Unterschied: Während sich Marcel Räbsamen die dritte Maximalnote gutschreiben liess, verpasste Nick Alpiger zum vierten Mal genau diese. Deshalb liegt Räbsamen nach vier Gängen mit 0,75 Punkten vorne. Wenn alles so weitergeht, würde ihm im Schlussgang wohl ein Gestellter reichen. Das wäre ein riesiger taktischer Vorteil.
Hinter den beiden Aushängeschildern hat sich unter anderem der 16-jährige Sales Tschudi in Position gebracht. Er qualifizierte sich im letzten Jahr sensationell für das ESAF. Nun scheint er an seine vielversprechenden Leistungen anknüpfen zu können. Eidgenosse Martin Roth kämpft sich ebenfalls nach vorne – mit dem dritten Sieg im vierten Kampf. Der vierte Eidgenosse, Fabian Kindlimann, musste das Fest hingegen verletzungsbedingt aufgeben. Was genau das Problem ist, ist aktuell noch unklar.
Aufreger um Seriensieger Alpiger
Es läuft alles auf ein Schlussgang-Duell zwischen den beiden Topfavoriten heraus. Sowohl Nick Alpiger als auch Marcel Räbsamen gewinnen vor dem Mittag zum dritten Mal. Alpiger bezwingt den Normalkranzer Christian Gasenzer. Erhält für seinen Siegeswurf aber zum Erstaunen vieler nicht die Maximalnote. Der Kampfrichter gab das Resultat erst beim Nachdrücken – eine knappe Geschichte. «Das ist ein Fehlentscheid», ruft ein Alpiger-Fan von der Tribüne aus.
Weil auch Räbsamen einen Plattwurf verpasst, bleibt der Schwägalp-Sieger einen halben Punkt vor Alpiger. Die beiden stehen zur Mittagspause an der Ranglistenspitze. Weit zurück liegen die anderen beiden Eidgenossen. Fabian Kindlimann hat erst einen Sieg auf seinem Notenblatt. Martin Roth konnte immerhin zweimal jubeln.
Verwirrung um Sieg von Schwägalp-Triumphator
Der Alpiger-Express läuft weiter auf Hochtouren. Nach dem schnellen Sieg gegen Martin Roth fackelt Alpiger auch im zweiten Gang nicht lange. Der dritte Angriff sitzt. Aaron Schönholzer, Klubkollege von Unspunnensieger Samuel Giger, wehrt sich am Boden noch einige Sekunden, muss dann aber einsehen, dass es sinnlos ist. Einen halben Punkt vor Alpiger befindet sich Eidgenosse Marcel Räbsamen. Der Schwägalp-Sieger gewinnt gegen Nicola Wey mit der Maximalnote. Dieser schaut nach dem vermeintlichen Siegeswurf aber fragend zum Kampfrichter. War das wirklich ein Resultat? Wey hat zumindest nur auf einem Schulterblatt Sägemehl, was jedoch nicht sehr aussagekräftig ist. Auch die TV-Bilder liefern keine Klarheit. Auf den Bildern des Blick-Fotografen ist zu sehen, dass Wey zumindest sehr weit unten war. Von einem klaren Fehlentscheid kann auf jeden Fall nicht die Rede sein.
Einen kleinen Rückschlag muss Fabian Kindlimann hinnehmen. Nach seinem Startsieg verzweifelt der Eidgenosse am Normalkranzer Andreas Ziegler. Eine Reaktion zeigt Martin Roth. Nach der Niederlage gegen Apiger bodigt der Eidgenosse Normalkranzer Cedric Galli.
Alpiger setzt Ausrufezeichen
Starker Start von Nick Alpiger. Der Topfavorit bodigt Eidgenosse Martin Roth auf beeindruckende Art und Weise. Roth, der normalerweise nur sehr schwer zu bezwingen ist, hat keine Chance. Am Boden überdreht Alpiger seinen Kontrahenten zum gültigen Resultat. Nach seinem enttäuschenden Auftritt am Nicklausschwinget scheint der Nordwestschweizer heute so richtig motiviert zu sein. Aufhalten kann ihn wohl nur Marcel Räbsamen. Der letztjährige Schwägalp-Sieger bezwingt Hugo Schläfli mit der Maximalnote. Doch wenige Sekunden zuvor wäre es beinahe zur Sensation gekommen. Schläfli manövrierte Räbsamen am Boden in eine unangenehme Situation. Letztlich rettete Räbsamen das «Halt» des Kampfrichters, weil sein Gegner kurzzeitig keinen Griff hatte.
Ebenfalls seiner Favoritenrolle gerecht wird Fabian Kindlimann. Der Zürcher machte mit seinem gut 40 Kilo leichteren Gegner kurzen Prozess. Enea Grob landete spektakulär auf dem Rücken. Einen guten Eindruck hinterliess einmal mehr Sales Tschudi. Der 16-Jährige attackierte den Teilverbandskranzer Fabian Jacquez mehrfach. Zum gültigen Resultat fehlte jedoch immer ein Stück. Das Duell endete letztlich gestellt. Besser machte es Nicola Wey, ein Teilverbandskollege von Tschudi. Ihm gelang wenige Sekunden vor Schluss der Siegeswurf gegen Dario Zbinden.
Schwingsport gedenkt Crans-Montana-Opfern
Bevor die ersten Schwinger die drei Sägemehlringe betreten, wird es in der Saalsporthalle still. Alle erheben sich und gedenken der Opfer und ihrer Angehörigen angesichts des schrecklichen Zwischenfalls an Silvester in Crans-Montana.
Begrüssung
Hallo und herzlich willkommen zum Auftakt ins Schwing-Jahr 2026. Langsam aber sicher strömen die Schwingfans in die Saalsporthalle in Zürich. Um 8.30 Uhr beginnt mit dem Berchtoldschwinget das traditionell erste Schwingfest des Jahres. Als Topfavorit steigt Nick Alpiger ins Sägemehl. Der Nordwestschweizer trifft im ersten Gang auf den Eidgenossen Martin Roth. Sein härtester Konkurrent kommt aus der Ostschweiz und heisst Marcel Räbsamen. Der letztjährige Schwägalp-Sieger überzeugte in der vergangenen Saison mit elf Kranzgewinnen. Zum Start wartet mit Hugo Schläfli eine Pflichtaufgabe auf ihn. Erst sehr kurzfristig angemeldet hat sich Fabian Kindlimann. Somit können die Zuschauer vier Eidgenossen bestaunen.