«Kein Klub- und Kantondenken – das sind alle unsere Schwinger»
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Kampfrichter über Objektivität:«Kein Klubdenken – das sind alle unsere Schwinger»

Aufstieg voller Geldsorgen
ESAF-Kampfrichter ist der Hanf-König der Schweiz

Am ESAF erfüllt sich Fredy Wolf einen Traum. Daneben hat er bereits einiges erreicht. Auf seinem Hof steht die grösste legale Hanf-Plantage der Schweiz.
Publiziert: 09:02 Uhr
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Aktualisiert: 11:43 Uhr
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Fredy Wolf riecht an einer seiner Tausenden Hanfpflanzen.
Foto: Linda Käsbohrer

Darum gehts

  • Fredy Wolf ist Biobauer und erstmals ESAF-Kampfrichter
  • Wolf betreibt die grösste legale Hanf-Plantage der Schweiz
  • Er produziert jährlich 4500 Tonnen Biogemüse für 100’000 Menschen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Nicola AbtReporter Sport

Plötzlich ertönt eine fremde Sprache aus den Lautsprechern im Gewächshaus. Schnelle Worte, begleitet von fröhlicher Musik, hallen durch die endlosen Reihen von Tomatenpflanzen. Wer neu hier ist, blickt irritiert auf. Fredy Wolf hingegen bleibt gelassen und erklärt schmunzelnd. «Das ist für meine Leute. Viele von ihnen kommen aus Polen – die brauchen Musik, Nachrichten, ein Stück Heimat.»

Der Radiosender schaltet sich um 13 Uhr automatisch ein und signalisiert den Arbeitsbeginn. Seine Angestellten leisten an diesem Samstagnachmittag Überstunden. Richtig viel zu tun hat auch Gemüsebauer Wolf.

Er produziert in Kerzers FR pro Jahr 4500 Tonnen Biogemüse. Genug, um rund 100’000 Menschen zu versorgen. Daneben betreibt er die grösste legale Hanf-Plantage der Schweiz. Doch dieses Wochenende steht ganz im Zeichen des Sägemehls. 

Debüt als ESAF-Kampfrichter

Wolf darf erstmals als Kampfrichter am ESAF teilnehmen. Für ihn geht damit ein Traum in Erfüllung. «Dafür habe ich hart gearbeitet. Nun will ich einen super Job machen und das Fest einfach geniessen», sagt der ehemalige Kranzschwinger. Seit 2017 steht Wolf als Kampfrichter im Einsatz.

Dazu gebracht haben ihn die Jungschwingertage seiner Kinder. Er möchte dem Sport, von dem er so viel profitierte, etwas zurückgeben. Zudem wollte er den Ruf der Südwestschweizer wieder verbessern. «Über uns hat man immer gelacht. Wir wurden als Pfeifen abgestempelt. Es hiess, wir saufen durch den Tag und schlafen am Kampfrichtertisch ein. Das hat mich genervt.» 

Schnell machte sich Wolf mit seiner bestimmten, aber freundlichen Art einen Namen. Von den Aushängeschildern wie König Joel Wicki oder Unspunnensieger Samuel Giger lässt er sich nicht beeindrucken. «Für mich sind alle Schwinger genau gleich.» Seit mehreren Jahren gehört er der obersten Kategorie der Kampfrichter an. 

Wolf biss sich an Kindheitstraum fest

Eigentlich hätte Wolf schon 2022 in Pratteln BL sein ESAF-Debüt geben sollen. Doch die Walliser drängten damals im Südwestschweizer Teilverband auf einen eigenen Kampfrichter. Sie hatten seit Jahren keinen mehr gestellt. Da die Walliser drohten, sonst auf unbestimmte Zeit keinen Kampfrichter mehr zu stellen, zog sich Wolf zurück. «Das hat mich getroffen», gibt er zu.

Seine Vergangenheit lehrte ihn bereits, dass nicht immer alles nach Plan läuft. Bereits mit 19 Jahren übernahm er überraschend den Hof seines Onkels. Die Möglichkeit bot sich nach seiner RS als Grenadier in Isone TI. Wolf musste nicht zweimal überlegen. «Ich wollte bereits als Kind Bauer werden.» 

Seit 2017 baut er Hanf an

Wolf führte den Betrieb mit seiner ganz eigenen Philosophie. Von Beginn weg investierte er fast jeden Franken, den er verdiente. Was teilweise zu sehr unangenehmen Situationen führte. «Es war eine brutal harte Zeit. Wir wussten oft nicht, wie wir die Rechnungen bezahlen sollen.» Seine Frau, die sich um die Buchhaltung kümmerte, erhielt Mahnungen. Er bat Lieferanten um Geduld. «Ich war ein langsamer Zahler, aber ein ehrlicher.»

Durch seine mutige Strategie wuchs der Hof Schritt für Schritt. Von vier Hektaren auf mittlerweile 25 Hektaren eigenes Land. «Ich bin der glücklichste Mensch», sagt Wolf. Neben Gemüse kam 2017 der Hanf dazu. Wolf stellt die Infrastruktur, Spezialisten kümmern sich um Zucht und Verarbeitung. Er ist einer der Gründer der Firma Swissextract AG. Mittlerweile verkauft diese diverse CBD-Produkte, die bei Wolf hergestellt werden. 

Seit acht Jahren investiert der Biobauer. Nun hofft er endlich auf Gewinn – und die Legalisierung. «Wenn die kommt, sind wir in der Poleposition.» Wolf selbst raucht lieber eine Zigarette oder trinkt ein gutes Glas Wein. 

TV-Kameras machen Wolf nicht nervös

Obwohl er 50 bis 55 Stunden pro Woche arbeitet, wirkt Wolf entspannt. «Ich darf tagtäglich meiner Leidenschaft als Biobauer nachgehen.» Und wird ihm einmal alles zu viel, dann setzt er sich in sein Cabriolet oder auf seine Harley-Davidson. «So kann ich richtig abschalten.» 

Auch an einem Schwingfest erholt sich Wolf von seinem stressigen Alltag. «Als Kampfrichter darfst du diesen tollen Sport in der ersten Reihe geniessen.» Dass er durch die TV-Kameras unter Beobachtung steht, stört ihn nicht. Auch Nervosität verspürt Wolf kaum. Aktuell dominiert nur ein Gefühl: Freude, dass sein Traum in Erfüllung geht.

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