«Alarmzeichen, die wir nicht ignorieren dürfen»
König Wicki meldet sich für den Stoos-Schwinget ab

Wie fit ist Joel Wicki? Seine Aussagen nach dem Sieg am Luzerner Kantonalen liessen aufhorchen. Nun spricht Trainer Daniel Hüsler Klartext.
Publiziert: 05.06.2024 um 20:32 Uhr
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Aktualisiert: 05.06.2024 um 20:52 Uhr
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Obwohl Wicki angeschlagen war, triumphierte er beim Luzerner Kantonalen.
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Nicola AbtRingier Journalistenschüler

Die Innerschweiz bangt um ihren König! Nach dem Sieg am Luzerner Kantonalen offenbarte Joel Wicki (27) körperliche Probleme. Sein Einsatz am kommenden Sonntag auf dem Stoos war ohnehin fraglich. Nun sorgt sein Coach Daniel Hüsler für Klarheit: «Joel kann auf dem Stoos nicht schwingen. Sein Körper muss sich regenerieren.» Es seien zwei, drei Kleinigkeiten, die ihm zu schaffen machen. «Das sind Alarmzeichen, die wir nicht ignorieren dürfen.» 

Am vergangenen Samstag verletzte sich der Entlebucher beim Krafttraining am Handgelenk. «Ich bin bei einer Übung drauf gefallen», erklärte Wicki. Sogar ein Verzicht auf das Heimfest schien denkbar. Doch Wicki trat an und siegte überlegen mit sechs gewonnenen Gängen. 

In eineinhalb Wochen findet das Nordwestschweizerische statt. Wicki ist angemeldet. Ob er auch starten wird? «Wir hoffen es», sagt Hüsler. «Aber die Saison steht erst am Anfang. Wir wollen nichts riskieren. Es kommen noch viele grosse Feste.» 2017 belegte Wicki bei seinem bisher einzigen Start am Nordwestschweizerischen den 2. Rang. Im vergangenen Jahr musste er seine Teilnahme wegen einer Ellbogenverletzung absagen. Der verletzungsbedingte Rückschlag wirft Wicki nicht aus der Bahn. «Er wirkt auf mich sehr positiv», so Hüsler. 

Gigantische Stoos-Bilanz

Mit Wicki fehlt auf dem Stoos ein ganz grosser Name. Der Entlebucher gewann das Bergfest bereits vier Mal. In der ewigen Siegerliste liegt er damit hinter Karl Meli (8) und Philipp Laimbacher (5) auf Rang drei. Seine Bilanz seit 2015 und der Schlussgang-Niederlage gegen Philipp Laimbacher ist beeindruckend: 23 (!) Siege und nur ein Gestellter gegen Fabian Staudenmann 2021.

«Bei einer Körpergrösse von 1,83 Meter muss Joel topfit sein, sonst wird es sehr schwer.» Seine Konkurrenten sind teilweise über zehn Zentimeter grösser. Daher muss er fast durchgehend ans Limit gehen. «Joel zu trainieren, ist wie ein Tanz auf der Rasierklinge.»

Ein Wettlauf gegen die Zeit

Ob Samuel Giger auf dem Stoos sein Comeback geben wird, ist noch offen. «Wenn ich mich diese Woche im Schwingtraining wieder so gut fühle, bin ich am Sonntag dabei», sagt der Unspunnensieger. Die Entscheidung wird am Donnerstag fallen. Sollte Giger antreten können, dürfte es zum mit Spannung erwarteten Gigantenduell gegen Pirmin Reichmuth kommen.

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Hoffen dürfen die Innerschweizer auf einen Einsatz von Sven Schurtenberger (33). Der 140-Kilo-Koloss verletzte sich am Luzerner Kantonalen im fünften Gang am Oberschenkel. Schweren Herzens musste er sein Heimfest vorzeitig beenden. Nun ist er auf dem Weg der Besserung. Am Freitagmorgen will der Mann aus Buttisholz LU entscheiden, ob er auf den Stoos reist oder nicht. Im letzten Jahr klassierte sich der 73-fache Kranzgewinner auf dem dritten Rang. 

Debatte zum Saisonstart: Kommt das Comeback von Samuel Giger zu früh?(09:19)
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