Eklat in China
Rad-Duo wegen rassistischer Geste suspendiert

Für Madis Mihkels und Gerben Thijssen ist es nur Spass. Doch dann hat ein Video, das sie auf Social Media stellen, für das Rad-Duo Konsequenzen. Der Grund? Eine rassistische Geste.
Publiziert: 12.10.2023 um 16:10 Uhr
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Madis Mihkels ist vergeblich nach China gereist.

Die Tour of Guangxi (12. bis 17. Oktober) ist eines der letzten Radrennen der Saison. Für die sechs Etappen ist das belgische Team Intermarché-Circus-Wanty unter anderem mit Madis Mihkels (20) und Gerben Thijssen (25) in den Süden Chinas gereist. Doch in die Pedale treten die beiden dort nicht.

Denn nach ihrer Ankunft leisten sie sich einen üblen Fehltritt. In einem Video, das Thijssen auf Instagram stellte, zieht ein grinsender Mihkels mit seinen Fingern die Augenlider nach hinten. Schmale Augen sind für viele Menschen mit asiatischem Hintergrund typisch – die Geste ist rassistisch und beleidigend. So finden das auch Rad-Fans gar nicht lustig. Sie machen das Team der beiden auf Social Media aufmerksam.

Fans fordern für beide Konsequenzen

Intermarché-Circus-Wanty versucht sofort, die Wogen zu glätten und veröffentlicht ein Statement, in dem das Verhalten des Fahrers bedauert wird und man sich «bei der chinesischen Regierung, den Fans, der Regierung von Guangxi, dem chinesischen Radsportverband und allen an der Organisation der Tour Beteiligten» entschuldigt. Weiter heisst es: «Unser Team, in dem über 15 Nationen vertreten sind, und unsere Partner setzen sich stets für Chancengleichheit ein und kämpfen täglich gegen Rassismus.» Zudem wird Mihkels vom Rennen abgezogen und werden die notwendigen disziplinarischen Schritte eingeleitet.

Für die Fans ist das nicht genug. Sie wundern sich, wieso Thijssen ohne Strafe davonkommt. Immerhin hat er das Ganze auf seinem Account – der inzwischen nicht mehr aufrufbar ist – veröffentlicht. So sieht sich das Team gezwungen, auch ihn von der Tour zurückzuziehen. Das Statement wird, ergänzt durch Thijssens Name, erneut veröffentlicht.

«Wichtige Lektion fürs Leben»

Während ihre Teamkollegen nun ohne sie das Rennen bestreiten, haben Mihkels und Thijssen Zeit, über ihr Verhalten nachzudenken. Sie veröffentlichen am Donnerstagmorgen auf Social Media ein gemeinsames Statement. «Es tut uns leid, was passiert ist, und wir wissen, dass es beleidigend und falsch war», schreiben sie. «Wir hatten nie die Absicht, jemandem zu schaden.»

Sie bezeichnen den Fehler als «wichtige Lektion fürs Leben». Und man kann nur hoffen, dass sie daraus gelernt haben. (bir)

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