Wenige Wochen vor Beginn der Paralympischen Winterspiele am 6. März spitzt sich der Streit um die Teilnahme russischer und belarussischer Athleten unter eigener Flagge zu. Die Ukraine hat am Freitag angekündigt, die Eröffnungsfeier der Spiele zu boykottieren. Unterstützung erhält sie dabei aus Tschechien.
«Das ukrainische Paralympics-Team und das Nationale Paralympische Komitee der Ukraine boykottieren die Eröffnungsfeier der 14. Paralympischen Winterspiele und fordern, dass die ukrainische Flagge bei der Eröffnungsfeier nicht verwendet wird», heisst es in einem Statement. Kurz darauf schliesst sich auch das tschechische Paralympische Komitee an: «Wir werden in keiner Weise an der Eröffnungsfeier teilnehmen. Unsere Meinung in dieser Sache ist von Anfang an fest und unverändert geblieben: Wir sind mit der Teilnahme von Russland und Belarus an den Spielen nicht einverstanden.»
Die Ukraine, die im März 2022 von Russland angegriffen wurde, hatte bereits angekündigt, sämtliche offiziellen Veranstaltungen der Paralympics zu meiden. Dennoch wird das Land mit 36 Sportlerinnen und Sportlern sowie 22 Trainern und Betreuern an den Wettkämpfen in Norditalien teilnehmen. «Wir werden für die sportlichen Siege der ukrainischen Athleten kämpfen und uns gemeinsam mit Athleten anderer Länder für die Grundsätze der Gerechtigkeit im paralympischen Sport einsetzen», betonte das Komitee.
Sechs russische Athleten dabei
Am Dienstag hatte das Internationale Paralympische Komitee (IPC) sechs russische und vier belarussische Athletinnen und Athleten für sogenannte Bipartite-Plätze zugelassen. Seit dem überraschenden Ende der Suspendierung beider Länder durch die IPC-Generalversammlung im September 2025 dürfen ihre Nationalmannschaften unter eigener Flagge antreten, inklusive Hymnen und Emblemen.
«Wir rufen das IPC dazu auf, sich an die hohen Ideale der internationalen paralympischen Bewegung zu erinnern und den politischen Einfluss eines Landes zu stoppen, das die Welt in Richtung eines dritten Weltkriegs treibt», erklärte das Ukrainische Paralympische Komitee.