Das ist richtig bitter: Nadine Fähndrich (30) scheitert schon im Viertelfinal. Der grosse Traum von der olympischen Medaille platzt abrupt. Die Luzernerin liegt praktisch während der ganzen Runde vorne, hält auch die Quali-Schnellste Linn Svahn in Schach. Doch gegen Ende des Rennens verliert Fähndrich an Boden und muss fast alle Konkurrentinnen ziehen lassen.
SRF-Experte Dario Cologna (39) sagt zum Fähndrich-Ausscheiden: «Das war wirklich nicht zu erwarten. Eine riesige überraschung und eine grosse Enttäuschung für Nadine.» Das Sensations-Out sei «ein Schock fürs Schweizer Team». Fähndrich selbst ist ratlos, wie sie im SRF-Interview selbst sagt: «Ich weiss nicht, was passiert ist. Ich hatte das Gefühl, dass ich alles gemacht habe, was ich konnte. Auf der Zielgerade wollte es dann nicht mehr.» Möglich sei, dass sie eine etwas langsamere Spur erwischt habe.
Die Innerschweizerin kämpft wie schon vor vier Jahren in Peking, wo sie allerdings starke Fünfte wurde, mit den Tränen, in der Kabine sei sie nach dem Rennen getröstet worden. Sie sei sich bewusst, dass sie sich nicht nur über die Medaille identifizieren dürfe: «Die Arbeit ist genau gleich gross, egal, ob es aufgeht oder nicht. Es darf uns stolz machen, was wir bisher geleistet haben.» Dann bricht es aus ihr heraus: «Für mich ist es sehr schwierig, weil ich weiss, wie viele Leute so viel investiert und gelitten haben. Es tut mir sehr leid für sie, wenn am Schluss ein Puzzleteil fehlt.»
Anja Weber (24), die im gleichen Heat auf Rang vier läuft, hat zwischenzeitlich einen Lucky-Loser-Platz inne, wird aber von der Norwegerin Julie Drivenes umgehend wieder verdrängt. Weil auch Lea Fischer (27) im 3. Heat nicht unter die besten Zwei läuft, sind alle Schweizerinnen sind ausgeschieden. Die Schwedinnen feiern einen Dreifachsieg: Svahn siegt vor Jonna Sundling und Maja Dahlqvist.
So ruhen die Hoffnungen noch auf Valerio Grond (25), Noé Näff (22) und Janik Riebli (27). Doch auch da gibts die grosse Enttäuschung, Alle drei verpassen in ihren Heats die beiden Top-Plätze, auch die Lucky-Loser-Zeiten sind weit weg. Sämtliche Halbfinals finden daher ohne Schweizer Beteiligung statt.
Am Ende setzt sich der Top-Favorit Johannes Hösflot Klaebo, der schon Gold im Skiathlon gewonnen hat, durch. Silber geht an Ben Ogden aus den USA, Bronze holt der Norweger Oskar Opstad Vike.