Ist von Allmen wirklich auf einer Stufe mit den Ikonen Killy und Sailer?
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Zweifel trotz Dreifach-Gold:Ist von Allmen nun auf einer Stufe mit Killy und Sailer?

Von Allmen über seinen Goldrausch, Privilegien und Autogramme
«Es gibt Tage, da hast du keine Lust auf die Teamkollegen»

Vor seiner Abreise aus Bormio spricht der dreifache Olympiasieger Franjo von Allmen über den grössten Luxus in seinem Rennfahrerleben, die überraschende Nachricht von einem Weltstar und über sein besonderes Verhältnis zu seinen Teamkollegen.
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Was er anfasst, wird momentan zu Gold: Ski-Superstar Franjo von Allmen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Franjo von Allmen (24) gewinnt dreimal Olympia-Gold und wird gefeiert
  • Tennisstar Jannik Sinner gratuliert ihm persönlich zu seinem Abfahrtssieg
  • Von Allmen nutzt Red-Bull-Helikopter für Zeitersparnis auf Rennreisen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Marcel W. PerrenSki-Reporter

Es ist kurz nach 9 Uhr als Franjo von Allmen (24) am Donnerstagmorgen nach einer langen, rauschenden Nacht in seinem Zimmer im Hotel Nevada in Bormio (It) aufwacht. Zeit, seinen Gold-Rausch länger auszuschlafen, hat er nicht.

Eine gute Stunde später wird der mittlerweile dreifache Olympia-Held von Journalisten mit den Schlagern konfrontiert, die er nach seinem Super-G-Gold zu später Stunde in einem Nachtclub interpretiert hat. «Ach ja, diese verflixten Handy-Videos», seufzt von Allmen, der in diesem Moment auch Mitleid mit den Zuhörern hat: «Es ist ok, wenn ich unter der Dusche singe. Aber es ist, so glaube ich, jedem geholfen, wenn mein Gesang nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Ich bin ein miserabler Sänger.»

Richtig imposant klingt dafür das, was Frankreichs Jahrhundert-Skifahrer Jean Claude Killy, der 1968 in Grenoble ebenfalls drei Olympiagoldmedaillen gewonnen hat, unmittelbar nach dem Super-G zu Bernhard Russi gesagt hat: «Der von Allmen ist grossartig. Ein Monster!»

Italo-Tennisriese gratuliert von Allmen persönlich

Damit ist es aber noch nicht getan mit den prominenten Glückwünschen für den Goldjungen. Ein gegenwärtiger Gigant des Weltsports hat sich via Instagram persönlich beim Berner Oberländer gemeldet. Es handelt sich dabei um Italiens neuen Tennis-Gott Jannik Sinner (24, vier Grand-Slam-Siege), der in seiner Jugend auch ziemlich erfolgreich Skirennen bestritten hat. «Sinner hat mir bereits nach dem Sieg in der Abfahrt gratuliert. Es ist für mich ein grosses Kompliment, wenn ein derart grosser Sportler an mich denkt.»

Von Allmen feiert dreifachen Gold-Coup mit Après-Ski-Megahit
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Ihm hauts die Sicherungen raus:Von Allmen feiert dreifachen Gold-Coup mit Après-Ski-Megahit

Während sich der gelernte Zimmermann aus Boltigen BE mit den Berichterstattern aus der Schweiz über sein neues Leben im grellen Rampenlicht unterhält, lauern im Hintergrund ein paar Autogramm- und Selfie-Jäger. Von Allmen macht deutlich, dass er sein Kinderzimmer nie mit Postern von irgendwelchen Sporthelden tapeziert hat. «Ich war nie der Fanboy. In meiner Jugendzeit ist es ein einziges Mal vorgekommen, dass ich einen Skirennfahrer um ein Autogramm gebeten habe», erinnert sich der 24-jährige Superstar.

Es war aber nicht etwa Didier Cuche oder Beat Feuz. Von Allmen erklärt: «Anlässlich des Beachvolleyball-Turniers in Gstaad haben wir Nils Mani entdeckt, der zu diesem Zeitpunkt der einzige Weltcupfahrer in unserer Gegend war. Mein Mueti hat mich fast dazu gezwungen, dass ich von ihm eine Unterschrift hole.»

Den heute 33-jährigen ehemaligen Speed-Spezialisten (Abfahrts-Gold an der Junioren-WM, mehrere Top-10-Plätze im Weltcup) hat von Allmen mittlerweile überflügelt.

Das ganz besondere Privileg des Ski-Superstars

Dass der Schweizer Olympia-Dominator aus der Jaunpassregion ein ehrlicher Zeitgenosse ist, wird auch dann deutlich, wenn er auf das Verhältnis zu seinen Teamkollegen angesprochen wird. «Wir haben in unserer Mannschaft selten Konflikte, wir verstehen uns gut.» Von Allmen gibt aber auch zu, dass das zwischendurch anders aussieht. «Wenn man zwei Drittel des Jahres zusammen unterwegs ist, gibt es Tage, an denen du keine Lust auf die Teamkollegen hast.» Vor allem, wenn sich die Saison dem Ende zuneigt, kann ein gewisser Koller aufkommen. «Dann hast du manchmal voneinander die Schnauze voll. Aber nach der Sommerpause freust du dich auf das Wiedersehen.»

Bevor der erste Simmentaler Olympiasieger die Heimreise aus Bormio antritt, kommt er noch auf das grösste Privileg zu sprechen, das ihm dank seines Sponsores zusteht: «Mir steht, genau wie den anderen Red-Bull-Athleten, ein Helikopter zur Verfügung. Wenn du auf dem Weg zu einem Rennen anstatt sechs Stunden im Auto, zwei Stunden im Heli sitzt, kannst du enorm Energie sparen.»

Sogar zum Heli-Landeplatz hats Franjo von Allmen von zu Hause aus nicht weit. «In Boltigen kann er direkt neben meinem Haus landen. Viele Nachbarn haben wir nicht und die wenigen, die es betrifft, nehmen es sehr locker.

Die Rückreise von Bormio absolviert von Allmen aber nicht über den Luftweg, sondern im silbrigen Audi seines Trainers Reto Nydegger. Bis zum nächsten Weltcup-Einsatz am 26. Februar in Garmisch-Partenkirchen (De) hat von Allmen aber auch genug Zeit für Erholung.

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