Die neue Heidi Abel
Die einst legendären TV-Ansagerinnen und -Ansager feiern während Olympia überraschend ihr Comeback. Für die Jüngeren unter euch: Früher träumten vor allem junge Frauen davon, beim Schweizer Fernsehen Ansagerin und so zum «Schätzchen» zu werden. Ihre Aufgabe war es, wie der Name schon sagt, das Programm anzusagen. Früher war das unter anderem der Job von Heidi Abel und Joerg Kressig, und nun (fast drei Jahrzehnte nach der Abschaffung der AnsagerInnen) dürfen in Italien Annette Fetscherin und Sascha Ruefer ran.
Dass die zwei in ihrem TV-Studio in Cortina hauptsächlich Beiträge anmoderieren und die nächsten Live-Programmpunkte ansagen, liegt nicht nur an SRF. Weil die Wettkampfstätten weit auseinanderliegen, ist es beinahe unmöglich, Gäste ins Studio zu bringen und dieses so zum Leben zu erwecken. Ihr einziger Kontakt zu anderen Menschen findet eigentlich nur statt, wenn am späteren Nachmittag Schichtwechsel angesagt ist und sich so Fetscherin und Ruefer für wenige Augenblicke im Studio begegnen.
Das grosse Problem
Womit wir auch gleich beim Hauptproblem der SRF-Berichterstattung angelangt sind. Früher gab es jeweils abends eine Studiosendung. Mit Zusammenfassungen des Tages, Gästen, die mehr oder weniger lustige Spielchen machen durften/mussten, und den Siegerehrungen, die oft dann live stattfanden. Dieser TV-Fixpunkt des Tages fehlt in Mailand Cortina 2026. Zum einen wegen den dezentralen Spielen, zum anderen wegen den fehlenden Medaillenübergaben, weil die Medaillen jeweils schon unmittelbar nach den Wettkämpfen an Ort und Stelle überreicht werden.
Ruefer macht den Trump
Was regen wir uns auf, wenn (vorwiegend amerikanische) Politiker wie Donald Trump die Schweiz mit Schweden verwechseln. Oder das IOC aus Franjo von Allmen und Marco Odermatt plötzlich Schweden macht. Doch was die können, das können wir schon längst. In Gestalt von Sascha Ruefer. Am Sonntag erklärte er uns TV-Konsumenten, dass unsere Frauen-Hockey-Nati gegen Frankreich spielen wird. In Wirklichkeit aber waren es die Schwedinnen, die gegen die Französinnen antraten.
Jaggis Reich
Er ist gefühlt schon immer da: Claude Jaggi. Ein Fernsehjournalist, der sich im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen nicht in den Vordergrund stellt und der sich nie aufplustert. Eine Wohltat im TV-Theater der Eitelkeiten. Der Legende nach soll er nach dem Mittagessen jeweils seine Frau anrufen und ihr mitteilen, was es in der TV-Kantine zu essen gab, damit am Abend zu Hause nicht noch einmal das Gleiche aufgetischt wird. Wir wissen zwar nicht, ob diese Geschichte stimmt, aber sie würde perfekt zu Jaggis pragmatischer Art passen.
Bei Olympia 2026 darf Jaggi Rodeln, Skeleton und Bob kommentieren. Stets an seiner Seite: Ex-Bob-Pilot Christian Reich. Auch ihm und seiner hemdsärmeligen Sprache höre ich gerne zu.
Wenn wir schon bei wohltuend uneitlen TV-Leuten sind: In diese Kategorie fällt auch Reporter Marc Lüscher, der voller Euphorie und Freude seinem Job nachgeht.
Aus dem Kabäuschen
Es ist der Traum jedes Sportlers: einmal an den Olympischen Spielen teilnehmen. Bei den TV-Journalisten verhält es sich ähnlich, aber nicht alle SRF-Leute durften nach Italien reisen. So hiess es zum Beispiel für das Skisprung-Duo Beat Sprecher/Marco Grigoli Leutschenbach statt Predazzo. Als Gregor Deschwanden sensationell zu Bronze sprang, sassen die zwei 260 km Luftlinie davon entfernt in Zürich in einem Kabäuschen. Aus Kostengründen? Die gute Nachricht (für uns TV-Konsumenten): Als Fernsehzuschauer hat man nichts davon gemerkt. Die schlechte Nachricht (für die TV-Leute): Manch einer könnte bei SRF auf die Idee kommen, das in Zukunft noch häufiger so zu handhaben.
Lukas Studer: Fad(egrad)
Fadegrad à la Lukas Studer. Vor der Frauen-Abfahrt fragte er Expertin Tina Weirather: «Eine fadengerade Frage: Traust du Corinne Suter zu, dass sie heute das zeigt, was sie in letzter Zeit immer wieder gezeigt hat an Grossanlässen, nämlich eine Medaille zu holen?» Wow!
Sssssssss.......
Ja, die Drohnenbilder sind spektakulär, egal ob im Big Air, während den Skirennen oder an diesen Spielen sogar im Eiskanal, doch geht Ihnen das Surren der Drohnen auch gehörig auf den Sack? Was an der Fussball-WM 2010 in Südafrika die Vuvuzelas waren, das ist in Italien 2026 das Surren der Drohnen. Sssssssss…
Wolkige Sprache mit Kälin und Ruefer
Mitte des Jahres geht der legendäre Wetterfrosch Thomas Bucheli nach über 30 Jahren im Dienst in TV-Rente. Schon jetzt ist klar, wer definitiv nicht sein Nachfolger werden wird: Paddy Kälin und Sascha Ruefer. Am ersten Samstag der Spiele schwärmte Kälin von einem «fast wolkenlosen» Himmel, während im Hintergrund dieser wolkenverhangen war. Und am Sonntag doppelte Ruefer mit dem Satz «keis Wülchli am Himmel» nach, hinter ihm gut sichtbar eine … Wolke.
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