Ski-Star Marco Schwarz darf nicht auf Abfahrts-Piste
Peinlicher Regel-Bock von Österreichs Ski-Verband vor Olympia

Den Österreichern unterläuft im Hinblick auf die Olympia-Abfahrt ein peinlicher Fehler. Er betrifft mit Marco Schwarz ausgerechnet einen Star des Team.
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Marco Schwarz hat in der Altjahrswoche beim Super-G in Livigno ...
Foto: IMAGO/ABACAPRESS

Darum gehts

  • Österreichs Ski-Star Marco Schwarz wird an Olympia keine Abfahrt absolvieren dürfen
  • Grund dafür ist ein Regel-Versäumnis des österreichischen Verbands
  • Experten können den Bock kaum fassen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Marcel W. PerrenSki-Reporter

Es deutet alles darauf hin, dass die Österreicher bereits vor dem ersten Alpin-Rennen bei den Olympischen Spielen ein Eigentor erzielt haben. Und es geht um niemand Geringeren als Ski-Star Marco «Blacky» Schwarz.

Noch in der Altjahrswoche hat der 30-Jährige den Weltcup-Super-G in Livigno (It) gewonnen. Als optimale Vorbereitung auf den Olympia-Super-G wollte er auch die Abfahrts-Trainings auf der Stelvio bestreiten. Doch daraus wird jetzt nichts. Der Grund: Der Ösi-Pilot erfüllt die Anforderungen gar nicht!

Schwarz hat seit seinem im Dezember 2023 in Bormio (It) erlittenen Kreuzbandriss keine Abfahrt bestritten. Und deshalb ist er bei den Olympischen Spielen in der Abfahrt gar nicht startberechtigt. Das gilt auch für die Trainings. Dafür hätte er in diesem Winter mindestens zwei Weltcup-Abfahrten bestreiten müssen.

«Nicht auf dem Radar gehabt»

Offensichtlich hatte die Teamführung der Österreicher von dieser Regelung genau wie Schwarz selber keine Kenntnis. «Wir haben das in gewisser Hinsicht nicht auf dem Radar gehabt», gibt ÖSV-Cheftrainer Marko Pfeifer zu.

Danach versucht Pfeifer das Versäumnis schönzureden: «Das ganze ist für uns vielleicht eine gute Fügung, weil ich mir nicht sicher bin, dass die anderen Speedfahrer beim derzeitigen Sauwetter in Bormio mehrere gute Trainingsläufe absolvieren können. Blacky wird aber zu Hause viele Fahrten absolvieren können.» Man sei deshalb überzeugt, dass Schwarz zumindest im Hinblick auf den Olympia-Super-G in der kommenden Woche keine Nachteile haben wird.

Zurbriggen glaubt an ein Handicap für Schwarz

Der Walliser Jahrhundert-Skirennfahrer Pirmin Zurbriggen (62) sieht das wie viele andere Experten anders. Der vierfache Gesamt-Weltcupsieger, welcher 1985 bei der WM in Bormio Gold in der Abfahrt und in der Kombination gewonnen hat, sagt zu Blick: «Gerade weil sich Schwarz 2023 auf dieser Piste eine schwere Knieverletzung erlitten hat, wäre es für ihn besonders wichtig gewesen, sich in einem Abfahrtstraining an die Stelvio herantasten zu können. So wird er mit einem Handicap ins Rennen gehen müssen.»

Der fünffache Gesamtweltcupsieger Marc Girardelli (62, Ö & Lux) gibt seinem einstigen Erzrivalen aus der Schweiz recht. «Somit wird Schwarz im Olympia-Super-G ziemlich der einzige Medaillenanwärter sein, welcher nicht auf der Abfahrt trainieren konnte. Das ist sicherlich ein Nachteil.»

Die sportliche Leitung des österreichischen Verbands habe in den letzten Jahren einige Fehler gemacht. «Deshalb ist es bezeichnend, dass sie nun auch diese spezielle Olympia-Regelung nicht auf dem Radar gehabt hat.» Gleichzeitig gesteht Girardelli, dass er auch nichts von diesem Regel-Passus gewüsst hätte. «Aber ich bin ja auch nicht der Alpinchef vom österreichischen Ski-Verband.»

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