Die Medaillen
GOLD Mikaela Shiffrin (USA) 1:39,10
SILBER Camille Rast (Sz) +1,50
BRONZE Anna Swenn-Larsson (Sd) +1,71
Das Rennen
Medaille Nummer 12 für die Schweiz! Im letzten Rennen erlöst Camille Rast die Ski-Frauen – sie fährt im Slalom zu Silber. Die Entscheidung ist an Spannung nicht zu überbieten. Als sich Weltmeisterin Rast aus dem Starthäuschen katapultiert, ist Anna Swenn-Larsson in Führung. Sie liefert sich ein packendes Duell mit der Schwedin und setzt sich 21 Hundertstel vor ihr an die Spitze.
Rast greift nach der Medaille – und kann schon wenig später jubeln. Cornelia Öhlund, die 20-jährige Schwedin, die zur Halbzeit völlig überraschend auf Podestkurs ist, versagen die Nerven. Sie scheidet aus. Damit steht Rast auf dem Podest – und Wendy Holdener zittert als Dritte. Nur noch zwei Athletinnen stehen oben. Lena Dürr greift als nächste an. Und kommt kein Tor weit. Die Deutsche wird zur tragischen Figur der Entscheidung, fädelt beim ersten Tor ein. Nur noch Saisondominatorin Mikaela Shiffrin kann zwei Schweizer Medaillen verhindern. Schon zur Halbzeit hat sie acht Zehntel und mehr Vorsprung. Und das lässt sie sich nicht mehr nehmen.
Die Amerikanerin setzt zum Schaulaufen an und gewinnt überlegen Gold. Zwölf Jahre, nachdem sie schon einmal im Olympia-Slalom triumphierte. Beeindruckend, denn sie überwindet so auch ihr Trauma (siehe «Das gab zu reden»). Damit schubst sie Holdener vom Podest. Mit dem Verzicht auf den Riesenslalom hat sie sich voll auf dieses Rennen konzentriert. Ihr Poker geht nicht auf, als Vierte fehlen 22 Hundertstel auf Bronze.
Mélanie Meillard zeigt nach einem fehlerhaften Auftritt im ersten Lauf eine Steigerung. Sie stoppt die grosse Aufholjagd von Paula Moltzan und setzt sich zwischenzeitlich an die Spitze. Lange kann sie diese zwar nicht behaupten, zwei Österreicherinnen setzen sich vor sie. Aber Meillard macht dennoch sieben Ränge gut – und holt als Siebte (+2,15) ein Diplom.
Bitter endet die Olympia-Premiere für Eliane Christen. Am Morgen büsst sie viel Zeit ein, weil sie die Kurven zu sehr zumacht. Und am Nachmittag scheidet sie mit einem Einfädler aus.
Das gab zu reden
2014 hat Mikaela Shiffrin Gold im Slalom gewonnen, vier Jahre später triumphierte sie im Riesenslalom und gewann Silber in der Kombination. Doch seither ist die Olympia-Liebe angeknackst. In acht weiteren Rennen ist die Amerikanerin an den Start gegangen – achtmal ist sie leer ausgegangen. Erlebt sie nach Peking 2022 zum zweiten Mal medaillenlose Spiele? Im ersten Lauf macht Shiffrin eine Ansage. Die Slalom-Dominatorin des Winters (sieben Siege und einmal Zweite in acht Rennen) fährt allen deutlich davon, greift überlegen nach ihrer dritten Olympia-Goldmedaille. Und lässt sich diese am Ende nicht mehr nehmen.
Das gab zu reden II
Wie schon der Kombi-Slalom wird der erste Lauf von einem Österreicher gesteckt. Klaus Mayrhofer, Wendy Holdeners Ex-Trainer, sorgt damit vor dem Rennstart für Verwirrung. Denn er setzt eine Figur, die es in sich hat – man kann sie auf zwei verschiedene Arten durchfahren. Entsprechend wird unter den Athletinnen viel darüber diskutiert. Nur bei den Österreicherinnen nicht. Sie haben diese Tor-Kombi immer wieder trainiert. Letztlich können sie daraus keinen Profit schlagen. Von den Top-Fahrerinnen kommen praktisch alle mühelos durch. Beste Österreicherin ist zur Halbzeit Katharina Huber. Auf dem Kurs ihres Trainers büsst sie auf Shiffrin 1,55 Sekunden ein und liegt auf Zwischenrang 9. Am Ende wird sie hinter Teamkollegin Katharina Huber Sechste.
Das gab zu reden III
Petra Vlhova ist zurück. Zwei Jahre nach ihrem Kreuzbandriss hat die Slowakin an den Olympischen Spielen ihr Comeback gegeben. Im Kombi-Slalom noch ausgeschieden, schafft es die Titelverteidigerin im Slalom ins Ziel. Im Vergleich mit ihrer Dauerrivalin Shiffrin büsst sie 2,86 Sekunden ein. Damit ist sie 29. und darf, weil eine Norwegerin gleich schnell fährt wie Vlhova, die Entscheidung eröffnen. Und schafft es dieses Mal ins Ziel. 3,60 Sekundnen liegt sie letztlich hinter Shiffrin.
Die Bedingungen
Perfektes Wetter in Cortina. Nach einer knackig-kühlen Nacht bei minus 7 Grad strahlt die Sonne vom blauen Himmel. Besser könnten die Bedingungen für die letzte Medaillenentscheidung bei den Frauen nicht sein. Auch die Piste hält der Belastung stand.
So gehts weiter
Olympia ist im Ski alpin mit diesem Rennen abgeschlossen. Alle zehn Medaillensätze sind verteilt. In anderthalb Wochen gehts mit dem Weltcup weiter. Die Frauen bestreiten in Soldeu (And) eine Abfahrt (27. Februar) und zwei Super-Gs (28. Februar und 1. März). Der nächste Slalom steht erst in rund einem Monat am 15. März in Are (Sd) auf dem Programm.