In Olympia-Abfahrtstrainings
Schweizerinnen gemächlich – Schreckmoment für Odermatt und von Allmen

Viele Männer lassen das Abschlusstraining für die Olympia-Abfahrt aus. Marco Odermatt und Franjo von Allmen erleben einen heiklen Moment. Bei den Frauen handeln sich die Schweizerinnen im ersten Training einen grossen Rückstand ein.
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Fährt erstmals mit ihrem gerissenen Kreuzband: Lindsey Vonn.
Foto: IMAGO/Imagn Images

Trotz Kreuzbandriss lässt sich Lindsey Vonn die Olympischen Spiele nicht nehmen. Sie arbeitet hart dafür, wie sie am Donnerstag in einem Trainings-Video zeigt. Die Vorfreude ist riesig, dass es endlich losgeht. «Nichts macht mich glücklicher», schreibt die Amerikanerin kurz vor dem Training auf Social Media.

Lindsey Vonn zeigt, wie sie für ihren Olympia-Traum schuftet
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Trotz Kreuzbandriss?Lindsey Vonn zeigt, wie sie für ihren Olympia-Traum schuftet

Das Warten auf den ersten Start auf der Olympia-Strecke wird aber zur Geduldsprobe. Ilka Stuhec stürzt mit Startnummer 1. Als Folge wird aus Sicherheitsgründen Schnee abgetragen. Diese Arbeiten dauern gute 20 Minuten. Als es dann endlich weiter geht, schaffen es nur drei Athletinnen ins Ziel – ehe Nebel auf der Strecke für den nächsten Unterbruch sorgt.

Unmittelbar nach Nina Ortlieb erfolgt die Pause. Die Österreicherin findet gegenüber ORF klare Worte. Sie habe im untersten Drittel nichts mehr gesehen. «In der Abfahrt mit 100 Kilometer pro Stunde ist das nicht lustig. Ich frage mich schon, wieso man immer noch jemanden durchdrücken muss.» Sie sei froh, dass nichts passiert ist. Ortlieb ist bewusst, dass Skifahren ein Freiluftsport ist, trotzdem glaubt sie, «dass die Jury hin und wieder zu spät entscheidet. Schade, wenn man nur zwei Trainings hat und dann eine Passage nicht voll fahren kann».

Grosser Rückstand bei den Schweizerinnen

Die restlichen Athletinnen am Start müssen sich über eine Stunde gedulden, ehe sich der Nebel tatsächlich lichtet und eine Fortsetzung zulässt. So kommt Vonn doch noch zum ersten Härtetest für ihr Knie. Sie hält sich nicht zurück, denn sie muss wissen, obs unter extremer Belastung geht. Und ihr Knie hält, sie kommt ohne Probleme durch. Danach beeilt sie sich, schnellstmöglich wieder die Schiene anzuziehen. Sie wird mit 1,39 Sekunden Rückstand Elfte.

Resultate der Freitags-Trainings

Frauen

1. Jacqueline Wiles (USA) 1:38,94
2. Kajsa Vickhoff Lie (No) +0,53
3. Kira Weidle-Winkelmann (De) +0,97
4. Nina Ortlieb (Ö) +1,02
4. Ariane Rädler (Ö) +1,02
6. Breezy Johnson (USA) +1,11
...
23. Malorie Blanc (Sz) +2,47
25. Corinne Suter (Sz) +2,68
26. Delia Durrer (Sz) +2,87
29. Jasmine Flury (Sz) +3,54
30. Janine Schmitt (Sz) +3,82

Männer

1. James Crawford (Ka) 1:54,95
2. Daniel Hemetsberger (Ö) +1,68
3. River Radamus (USA) +2,27
4. Adrian Smiseth Sejersted (No) +2,47
5. Sam Morse (USA) +2,48
6. Jan Zabystran (Tsch) +2,83
7. Franjo von Allmen (Sz) +2,84
...
11. Marco Odermatt (Sz) +4,19
DNF Alexis Monney
DNS Stefan Rogentin

Frauen

1. Jacqueline Wiles (USA) 1:38,94
2. Kajsa Vickhoff Lie (No) +0,53
3. Kira Weidle-Winkelmann (De) +0,97
4. Nina Ortlieb (Ö) +1,02
4. Ariane Rädler (Ö) +1,02
6. Breezy Johnson (USA) +1,11
...
23. Malorie Blanc (Sz) +2,47
25. Corinne Suter (Sz) +2,68
26. Delia Durrer (Sz) +2,87
29. Jasmine Flury (Sz) +3,54
30. Janine Schmitt (Sz) +3,82

Männer

1. James Crawford (Ka) 1:54,95
2. Daniel Hemetsberger (Ö) +1,68
3. River Radamus (USA) +2,27
4. Adrian Smiseth Sejersted (No) +2,47
5. Sam Morse (USA) +2,48
6. Jan Zabystran (Tsch) +2,83
7. Franjo von Allmen (Sz) +2,84
...
11. Marco Odermatt (Sz) +4,19
DNF Alexis Monney
DNS Stefan Rogentin

Mehr Probleme bekunden hingegen die Schweizerinnen. Auch wenn sie wohl alle nicht ans Limit gehen, finden sich Corinne Suter, Delia Durrer (wurde nicht für die Abfahrt aufgeboten), Jasmine Flury (lässt ein Tor aus) und Janine Schmitt lange geschlossen am Ende der Rangliste wieder. Die Fahrt von Malorie Blanc sieht ansprechend aus. Abgesehen von zwei Fehlern kommt sie gut durch. Ihr Rückstand von zweieinhalb Sekunden rührt auch daher, dass sie sich vor der Ziellinie aufrichtet.

Bestzeit stellt die Amerikanerin Jacqueline Wiles auf, vor Kajsa Vickhoff Lie (No, +0,66) und Kira Weidle-Winkelmann (De, +0,97), die beide ein Tor auslassen. Ortlieb, die als letzte Fahrerin vor dem Nebel-Unterbruch gestartet ist, wird Vierte.

Schreckmoment für Schweizer Duo

Bei den Männern starten nur 23 der 44 gemeldeten Athleten. Stefan Rogentin, der sich den vierten Schweizer Startplatz gesichert hat, verzichtet ebenso wie etwa das Italien-Trio Giovanni Franzoni, Florian Schieder und Mattia Casse oder der Schnellste des ersten Trainings Ryan Cochran-Siegle.

Alexis Monney nutzt das Training für einen Materialtest. Er fährt rund eine Minute voll und bricht dann ab. Marco Odermatt und Franjo von Allmen bewältigen die ganze Strecke, gehen aber wie eigentlich alle Fahrer nicht all-in. An derselben Stelle haben die beiden einen Schreckmoment. Ein Verschneider bringt sie aus dem Gleichgewicht. Bei Odermatt ist er allerdings harmloser als beim Teamkollegen. Von Allmen kann mit Glück einen Sturz verhindern, verpasst aber in der Folge ein Tor. Mit 2,84 Sekunden Rückstand auf den Trainingsschnellsten James Crawford (Ka) reiht er sich auf Platz 7 ein. Odermatt liegt mit 4,19 Sekunden Rückstand an 11. Position.

Der Ticker zum Nachlesen.

06.02.2026, 13:28 Uhr

Vier Schweizerinnen im Ziel

Für Corinne Suter ist es von oben bis unten ein Krampf. Viele kleinere Probleme prägen ihre Fahrt, auch über einen Sprung kommt sie alles andere als sauber. Am Ende liegt sie zwei Sekunden hinter der Bestzeit von Kajsa Vickhoff Lie (No). Unmittelbar nach ihr ist die Reihe an Jasmine Flury. Auch sie kommt nicht fehlerfrei durch, verpasst sogar ein Tor. Und löst mit 2,88 Sekunden Rückstand ihre Landsfrau als Schlusslicht ab. 

Kurz darauf ist Delia Durrer dran. Ihre Fahrt ähnelt denjenigen ihrer Landsfrauen. Auch sie handelt sich einen grossen Rückstand ein. Und weil danach Janine Schmitt ebenfalls nicht mit den Schnellsten mithalten kann, findet sich das Schweizer Quartett am Ende der Rangliste wieder. Das ist auch noch der Fall, als mit Malorie Blanc die letzte der Schweizerinnen an der Reihe ist. Lange ist sie gut unterwegs, zwei Fehler und das Aufrichten am Schluss lassen sie noch zurückfallen. Auch sie büsst knapp zweieinhalb Sekunden ein. Allerdings muss man bedenken, dass es ein Training ist und die Athletinnen nicht ans Limit gehen.

06.02.2026, 13:18 Uhr

Vonns Knie hält

Das Knie von Lindsey Vonn scheint zu halten. Zumindest ist ihr nichts anzumerken. Sie hält sich auch nicht zurück – denn sie will testen, obs geht. Ihre Fahrt ist solide, sie reiht sich mit gut vier Zehnteln Rückstand an fünfter Position ein. Die Bestzeit hält aktuell Kira Weidle-Winkelmann. Die Deutsche hat allerdings ein Tor ausgelassen.

06.02.2026, 13:10 Uhr

Geduldsprobe vorbei

Tatsächlich! Der Nebel hat sich genug gelichtet, um das Training fortsetzen zu können. Mit Startnummer 6, der Deutschen Emma Aicher, gehts weiter. Lindsey Vonn folgt schon bald mit Nummer 10.

06.02.2026, 13:01 Uhr

Gehts bald weiter?

In Cortina tut sich was. Während sich die Amerikanerinnen um Lindsey Vonn mit einem Tanz warm halten, lichtet sich der Nebel. Kann das Training endlich fortgesetzt werden? Zumindest sollen in zehn Minuten zwei Vorfahrer auf die Piste gehen.

06.02.2026, 12:18 Uhr

Warten geht weiter

Noch immer sorgt Nebel für den Unterbruch. Nun gibts ein Update von den Organisatoren. Gemäss Meteorologen soll sich der Nebel in der nächsten halben Stunde verziehen. Dann soll das Training wieder aufgenommen werden. Damit geht die Geduldsprobe für Lindsey Vonn und Co weiter.

06.02.2026, 12:09 Uhr

Männer-Training abgeschlossen

44 Athleten stehen auf der Startliste, nur 23 gehen an den Start. Athleten wie Stefan Rogentin, Giovanni Franzoni, die beiden Schnellsten der ersten beiden Trainings Ryan Cochran-Siegle und Mattia Casse verzichten allesamt auf einen Start. Alexis Monney nutzt das Ganze für einen Materialtest und bricht nach rund einer Minute ab. Auch Marco Odermatt und Franjo von Allmen ziehen alles andere als voll durch. Die beiden haben gar jeweils eine Schrecksekunde in ihrer Fahrt. An gleicher Stelle gibts einen Verschneider. Beide bleiben auf den Ski, von Allmen braucht aber eine grössere Rettungstat und verpasst in der Folge ein Tor.

Wirklich aussagekräftig ist das Training nicht, da niemand voll durchzieht. Am Ende stellt James Crawford (Ka) die Bestzeit auf, hinter ihm reihen sich Daniel Hemetsberger (Ö, +1,68) und RIver Radamus (USA, +2,27), der als Drittletzter startet, ein. Von Allmen büsst 2,84 Sekunden ein, bei Odermatt sinds 4,19 Sekunden.

06.02.2026, 11:55 Uhr

Nebel wird stärker

Bei den Frauen läuft aktuell wieder gar nichts. Nach dem gestarteten Trio haben die Organisatoren das Training gestoppt. Der Nebel auf der Strecke ist zu dicht. Bleibt abzuwarten, ob er sich noch verzieht.

06.02.2026, 11:51 Uhr

Langer Unterbruch bei den Frauen

Nach dem Sturz von Ilka Stuhec wird aus Sicherheitsgründen an der Strecke gearbeitet und Schnee abgetragen. Das dauert eine ganze Weile, sorgt für einen gut 20-minütigen Unterbruch. Während im Zielraum unten immer noch die Sonne scheint, zieht im oberen Streckenteil derweil Nebel über die Piste. Inzwischen haben die ersten Athletinnen ihr erstes Training absolviert. Darunter Federica Brignone und das Österreich-Duo Nina Ortlieb und Ariane Rädler.

06.02.2026, 11:47 Uhr

Auch Odermatt mit Schrecksekunde

Oben gibt Marco Odermatt Gas, er versucht wie im Rennen zu fahren. Dann erreicht er die Von-Allmen-Stelle – und hat ebenfalls Probleme. Ein kleiner Verschneider bringt ihn aus dem Gleichgewicht. Er hält sich auf den Ski, passiert auch das Folgetor korrekt. Und richtet sich dann schon früh auf, um den Rest locker hinter sich zu bringen. Der vierte Schweizer, Stefan Rogentin, verzichtet auf einen Start.

06.02.2026, 11:42 Uhr

Monney mit Material-Test – von Allmen mit Beinahe-Sturz

Wer fährt, gibt nicht alles. Im Hinblick auf das morgige Rennen will man nicht unnötig Energie verbrauchen. Dieses Motto gilt auch für Franjo von Allmen. Teilweise geht er zwar in die Hocke und gibt etwas Gas, mehrheitlich lässt er es aber gemächlich angehen. Trotzdem hat er einen Schreckmoment zu verzeichnen. Ein Verschneider wird ihm beinahe zum Verhängnis, er kann den Sturz verhindern, verpasst aber in der Folge ein Tor. Entsprechend gross ist sein Rückstand. 2,84 Sekunden büsst er im Vergleich mit dem aktuell Führenden Kanadier James Crawford ein. 

Alexis Monney nutzt das Training, um Material zu testen. Heisst: Er fährt voll, aber zieht nicht durch. Nach einer Minute schwingt er ab und beendet seinen Auftritt.

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