Die Medaillen
GOLD Ariane Rädler/Katharina Huber (Ö) 2:21,66
SILBER Kira Weidle-Winkelmann/Emma Aicher (D) +0,05
BRONZE Jaqueline Wiles/Paula Moltzan (USA) +0,25
Das Rennen
Eigentlich scheint die Goldmedaille bereits vor dem Slalom vergeben: Mikaela Shiffrin startet mit einem Vorsprung in die Entscheidung. Der beträgt aber nur mickrige sechs Hundertstel auf das österreichische Überraschungsduo Rädler/Huber. Und tatsächlich: Shiffrin, die grosse Dominatorin der Slalom-Saison mit sieben Siegen aus acht Rennen, geht ihren Lauf etwas gar verhalten an, verliert in fast jedem Abschnitt etwas Zeit auf die Österreicherin, die unmittelbar vor ihr gestartet ist. So geht Gold an Österreich – und die grossen Favoritinnen fallen am Ende gar auf Platz 4 zurück und bleiben ohne Edelmetall.
Im engen Kampf um die Medaillen können deshalb auch das deutsche Duo Weidle-Winkelmann/Aicher sowie das zweite US-Team aus Wiles/Moltzan jubeln. Nicht mit dabei sind da leider die Schweizerinnen. Obwohl Wendy Holdener im Slalom die zweitbeste Laufzeit zeigt – und Landsfrau Camille Rast (drittbeste Slalomzeit) fast vier Zehntel abnimmt – ist die Hypothek und die Qualität der Konkurrenz zu gross, um noch ein Wörtchen um Edelmetall mitreden zu können. Am Ende fehlt dem Duo Flury/Holdener als Sechste über sechs Zehntel auf Bronzeplatz 3. Eliane Christen und Mélanie Meillard scheiden im Slalom aus.
Platzierungen der Schweizer Teams:
6. Jasmine Flury/Wendy Holder + 0,88
9. Corinne Suter/Camille Rast +1,24
DNF Slalom Janine Schmitt/Mélanie Meillard
DNF Slalom Delia Durrer/Eliane Christen
Ausgangslage vor dem Slalom
Nach der Klatsche in der Spezialabfahrt sind die Erwartungen an die Schweizer Speed-Frauen nicht sehr gross – und leider gelingt dem Quartett um Suter, Flury, Durrer und Schmitt kein Exploit. Den Start machen die jüngeren Schmitt und Durrer, die beide ohne sichtbare Fehler viel Zeit verlieren. Anders sieht es bei ihren routinierten Teamkolleginnen aus. Die legen beide einen schnellen Start hin, verlieren im unteren Streckenteil aber die Linie und büssen für ihre Fehler viel Zeit ein. So laden sie Rast und Holdener eine (zu) grosse Hypothek auf.
An der Spitze geht es derweil ganz eng zu und her. Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson nimmt Rädler, der mit der frühen Nummer 3 ein starker Lauf gelingt, nur gerade sechs Hundertstel ab. Dahinter bringen sich sechs weitere Teams innerhalb einer halben Sekunde in spannende Ausgangslagen für den Medaillenkampf im Slalom.
Die Stimmen (gegenüber SRF)
Corinne Suter: «Es ist schon eine Überraschung (das Siegerinnen-Duo, Anm. d. Red.), die emotionalen Bilder sind schön. Ich gönne es ihnen von Herzen.»
Über ihre Beinbeschwerden: «Ich kann die Schmerzen im Bein während der Fahrt gut ausblenden. Es ist mehr danach und am Abend, wenn es reagiert und anschwillt, doch beim Fahren beeinflusst mich das, vollgepumpt mit Adrenalin an den Olympischen Spielen ohnehin, nicht. Ich bleibe dran, ich probiers, es will einfach noch nicht so ganz. Irgendwann kommt der Tag, wo es wieder läuft und ich nicht weiss, wieso.»
Camille Rast:
Über den Team-Modus: «Ich war gerade beim Warm-up und auch sehr nervös, als sie gefahren ist. Sie hat es super gemacht, ist gut Ski gefahren, leider passiert ihr dieser Fehler.»
Zur Slalomstrecke: «Eher kurz und flach, nicht so spannend, ehrlich gesagt. Wir müssen mit dem arbeiten, was wir haben, weshalb ich Lösungen finden muss, um bis nächste Woche schneller zu werden.»
Wendy Holdener:«Ich fühle mich gut. Ich machte den Spruch (über die Strecke, Anm. d. Red.), dass wir alles trainiert hätten, ausser weiche Pisten, aber das können wir sowieso (lacht). Ich habe probiert, mit Gefühl zu fahren.»
«Die Highlights sind auch in meinem Bauch jeweils ein Highlight. Ich kann wirklich noch mehr Freude auspacken und habe an der Heim-WM 2017 so viel gelernt. So viel Druck wie damals hatte ich sonst nie.»
«Ich freue mich auf den Spezialslalom. Heute war eine schöne Möglichkeit, die Piste kennenzulernen. Ich finde es cool, einen Grossanlass auf einer neuen Piste zu haben. Das schätze ich und mache das Beste daraus.»
Jasmine Flury:«Ich habe mich bereits gestern gefreut, diese Team-Kombi mit ihr bestreiten zu können. Ich habe mich eigentlich gut gefühlt und hätte ihr gerne mehr Vorsprung mitgegeben. Es war eine Steigerung zur Spezialabfahrt, aber bei der Landung beim Tofana habe ich einen Zwick gespürt, nachher ist es nicht mehr gleich gut gegangen. Beim letzten Rennen ist der rechte Zehennagel weggefallen, heute ist der linke noch dran (lacht).»
Das gab zu reden
Der Frust über die Fehler sitzt bei den Schweizer Teamleaderinnen Suter und Flury nach der Abfahrt dermassen tief, dass sie nicht bei SRF-Moderator Lukas Studer zum Interview erscheinen. «Ich glaube, sie sind ziemlich angefressen», vermutet er im Gespräch mit Expertin Tina Weirather. Die zeigt Verständnis für das Schwänzen des Interviews. «Es ist halt bitter, wenn es schon die ganze Saison nicht läuft. Sie wollen und können schneller und besser fahren, aber es will einfach nicht. Da wäre ich auch angefressen.»
Das gab zu reden II
Nach zwei Jahren Verletzungspause ist sie endlich zurück: Erstmals seit sie sich am 20. Januar 2024 bei ihrem Heimriesenslalom in Jasna das Kreuz- und Innenband im rechten Knie gerissen hat, bestreitet Petra Vlhova ein Rennen auf höchster Stufe. Dabei fährt sie ihren Slalom aber ausser Konkurrenz. Ihre Teamkollegin Katarina Srobova, die eigentlich auch lieber kürzere Torabstände hat und noch nie bei einer Weltcupabfahrt gestartet ist, verliert am Vormittag nach mehreren Fehlern über zehn Sekunden. Und dann das: Vlhova fädelt beim Comeback nach knapp 25 Fahrsekunden ein.
Die Bedingungen
Einige Wolken und Nebelschwaden legen sich bei der Abfahrt auf den oberen Teil der Strecke, weil die aber nicht tiefer wandern und der erste Teil des Rennens nahtlos durchgeführt werden kann, sorgen die Sichtverhältnisse für keine Probleme. Auf dem nach steilem Starthang eher flachen und weichem Slalomhang bilden sich ein paar Spuren.
So gehts weiter
Im alpinen Ski-Programm steht am Mittwoch der Super-G der Männer an. Los gehts um 11.30 Uhr.




