Beendet
Riesenslalom
Cortina d'Ampezzo
Cortina d'Ampezzo
1.
Federica Brignone
Federica Brignone2:13.50
2.
Sara Hector
Sara Hector+0.62
2.
Thea Stjernesund
Thea Stjernesund+0.62
15.02.2026, 10:31 Uhr
15.02.2026, 14:33 Uhr

Brignone macht das Märchen perfekt

Im Ziel kommen Sara Hector und Thea Louise Stjernesund vom Hot-Seat und verneigen sich vor Federica Brignone. Die Italienerin, die noch vor rund zehn Monaten kaum an Skifahren denken konnte, nach einem schweren Sturz mit einem Schien- und Wadenbeinbruch, einem Kreuzbandriss und weiteren Verletzungen, gewinnt in der Heimat ihr zweites Gold! Dahinter teilen sich Hector und Stjernesund die Silbermedaille, die wie im ersten Durchgang auch im zweiten Lauf die gleiche Zeit aufweisen. Lara Della Mea verpasst Edelmetall um gerade einmal fünf Hundertstel.

15.02.2026, 14:26 Uhr

Federica Brignone (ITA)

Ganz Italien hält den Atem an. Federica Brignone verpasst eine Bodenwelle und dennoch kann sie ihren Vorsprung nicht nur halten, sondern baut den Abstand sogar noch aus. Mit einer Sekunde Vorsprung geht es zum Zielsprung, den sie zwar nicht vollends erwischt. Doch das macht nichts! Brignone hält sich im Rennen und fliegt in Richtung Ziellinie. Im Ziel leuchtet mit einem Abstand von 62 Hundertsteln die Eins auf und die Olympiasiegerin vom Super G holt auch im Riesenslalom Gold!

15.02.2026, 14:26 Uhr

Lena Dürr (GER)

Gleich von Beginn an wirkt Lena Dürr sehr nervös. Die DSV-Athletin wird tief und hat nach wenigen Metern ihren kompletten Vorsprung eingebüßt. Im mittleren Teil findet sie jedoch eine grandiose Linie und geht mit drei Zehnteln Vorsprung in den Zielschuss. Aber nein, es reicht nicht! Unten kann sie nicht mehr mithalten und muss sich mit 19 Hundertsteln geschlagen geben.

15.02.2026, 14:24 Uhr

Sofia Goggia (ITA)

Jetzt geht es auch offiziell um die Medaillen. Den Auftakt macht Sofia Goggia. Die Italienerin hat einen Vorsprung von 28 Hundertsteln. Sie kann im ersten Streckenabschnitt den Abstand halten, ehe sie leicht zurückfällt. Im unteren Teil kann sie jedoch nochmal zulegen, sodass es ein Krimi wird. Mit sechs Hundertsteln geht es ins Finale. Am Ende wird sie zu direkt und kassiert einen Rückstand von 0,25 Sekunden. Damit geht es bis auf Position acht zurück.

15.02.2026, 14:21 Uhr

Lara Colturi (ALB)

Auch Lara Colturi war zeitgleich mit den beiden Führenden nach dem ersten Durchgang. Die Albanierin verliert im ersten Teil jedoch und dieser Rückstand summiert sich. Im Mittelteil fällt sie bis auf acht Zehntel zurück. Anschließend findet sie jedoch nochmal den Turbo und kann den Rückstand halbieren, ehe sie im Zielschuss beinahe noch ausscheidet. Mit sieben Zehnteln fällt sie bis auf 13 zurück!

15.02.2026, 14:19 Uhr

Sara Hector (SWE)

Die Olympiasiegerin von Peking macht sich auf den Weg. Sara Hector kämpft und sie ist immer wieder zu hören. Allerdings scheint die Schwedin eine wunderbare Linie im Mittelteil gefunden zu haben. Doch unten heraus verliert sie wieder, ehe sie im Zielschuss nochmal aufkommt. Das gibt es doch nicht! Wieder ist sie mit Thea Louise Stjernesund zeitgleich! Bereits nach dem ersten Durchgang waren beide mit der selben Zeit im Ziel.

15.02.2026, 14:16 Uhr

Thea Louise Stjernesund (NOR)

Im oberen Teil kann Thea Louise Stjernesund gerade so ein Ausscheiden vermeiden, doch sie baut ihre Führung leicht aus. Danach schmilzt er jedoch ohne sichtbaren Fehler und die Norwegerin liegt zwischenzeitlich knapp hinten. Im Zielschuss findet sie noch eine Zehntel und schiebt sich mit fünf Hundertsteln an Lara Della Mea vorbei und übernimmt die Führung. Der Abstand zwischen Platz eins und sieben beträgt gerade einmal 0,30 Sekunden!

15.02.2026, 14:15 Uhr

Mikaela Shiffrin (USA)

Nun geht es für Mikaela Shiffrin auf die Tofana. Von Beginn an kommt die US-Amerikanerin gut hinein. Ihre Schwünge wirken sehr ruhig. Im oberen Teil kann sie noch den Vorsprung ausbauen, ehe es plötzlich rot aufleuchtet. Im Zielschuss kann sie nicht zulegen und mit einer Viertelsekunde Rückstand fällt sie auf Rang sechs zurück. Die Olympischen Spiele und Shiffrin scheinen keine großen Freunde mehr zu werden.

15.02.2026, 14:13 Uhr

Valérie Grenier (CAN)

Valérie Grenier möchte den Angriff auf die Medaillen starten. Doch gleich zu Beginn hebt es sie aus und die Kanadierin muss kämpfen, um nicht auszuscheiden. Danach fängt sie sich, allerdings ist der Vorsprung weg. Mit vier Zehnteln Rückstand geht es in den letzten Abschnitt, doch dort wird sie zu direkt und verliert an Fahrt. Am Ende bleibt es beim Rückstand, sodass alle Träume auf Edelmetall platzen.

15.02.2026, 14:10 Uhr

Mina Fuerst Holtmann (NOR)

Der Riesenslalom wird zum Krimi! Mina Fuerst Holtmann probiert sich an der Bestzeit und nimmt weite Wege in Kauf. Dadurch fällt sie bereits im Mittelsektor zurück, doch im unteren Bereich gibt die Norwegerin nochmal richtig Gas und kann auf sieben Hundertsteln nochmal herankommen. Doch das reicht lediglich für Position drei.

Brignone überstrahlt alle
Rast kann Schweizer Ski-Frauen vorerst nicht erlösen

Keine Schweizer Medaille im Riesenslalom der Frauen. Camille Rast beendet das Rennen auf Rang 12. Gold geht wie schon im Super-G an Federica Brignone.
1/13
Bleibt im Riesenslalom ohne Medaille: Camille Rast.
Foto: keystone-sda.ch
RMS_Portrait_AUTOR_1195.jpg
Ramona BieriRedaktorin Sport

Die Medaillen

GOLD Federica Brignone (It) 2:13,50
SILBER Sara Hector (Sd) +0,62
SILBER Thea Louise Stjernesund (No) +0,62

Das Rennen

Camille Rast ist unsere grosse Medaillenhoffnung nach dem kurzfristigen Startverzicht von Wendy Holdener (siehe «Das gab zu reden»). Doch schon nach dem 1. Lauf sind diese Hoffnungen nur noch klein. 1,14 Sekunden liegt sie hinter der Spitze, rund sieben Zehntel beträgt der Rückstand aufs Podest. Die Devise für den 2. Lauf ist deswegen klar: Angriff total. Rast gibt alles, kommt aber nicht ohne Fehler durch. Und verpasst den Angriff nach vorne. Sie landet als Zwölfte deutlich neben dem Podest. Immerhin teilt sie dieses Schicksal mit zwei anderen Athletinnen, die in diesem Winter im Riesenslalom gewonnen haben. Auch Vierfach-Siegerin Julia Scheib (5. Platz) und Zweifach-Siegerin Alice Robinson (8. Platz) verpassen die Medaillen.

Einzig Titelverteidigerin Sara Hector, die wie Rast einmal gewonnen hat, schafft auch im wichtigsten Rennen der Saison den Sprung aufs Podest. Zeitgleich mit Thea Louise Stjernesund gewinnt sie Silber. Denn gegen eine Frau ist kein Kraut gewachsen: Federica Brignone. Zehn Monate nachdem sie sich das linke Bein bei einem Sturz im Riesenslalom zerfetzt hat, fährt die Italienerin allen davon. Schon zur Halbzeit führt sie, das lässt sich Brignone nicht mehr nehmen. Nach Gold im Super-G krönt sie sich nun zur Doppel-Olympiasiegerin. Und setzt ihre beeindruckende Serie fort. Zum dritten Mal in Serie fährt sie bei Olympia aufs Riesenslalom-Podest – 2018 war sie Dritte, vor vier Jahren Zweite, und nun gibts den grossen Triumph.

Die beiden Schweizer Olympia-Debütantinnen kommen nicht recht auf Touren. Sowohl Sue Piller als auch Vanessa Kasper handeln sich einen grossen Rückstand ein, weil sie während ihren Fahrten mit Problemen zu kämpfen haben. Sie beenden das Rennen auf den Rängen 23 (Kasper, +2,32) und 24 (Piller, +2,35).

Mit dem Resultat bleiben die Schweizer Ski-Frauen auch im vierten Olympia-Rennen ohne Medaille. Eine Chance bleibt – im Slalom am kommenden Mittwoch. Und da haben wir mit Camille Rast und Wendy Holdener zwei Trümpfe, die stechen können.

Die Stimmen gegenüber SRF

Camille Rast: «Brignone macht schon unglaubliche Sachen. Für mich sind auch ein bisschen Emotionen drin. Ich habe sie besucht und ihr Bein gesehen – sie ist so gut gefahren, und das nach einem Horror-Sommer. Einfach unglaublich, was sie macht. Ich wollte im zweiten Lauf schnell Ski fahren. Aber leider war der Teil, wo es nicht so steil ist, wieder nicht optimal. Ich habe schon im ersten Lauf viel Zeit verloren. Ich bin schon froh, wenn Olympia bald vorbei ist. Es ist viel Aufwand für ‹nur› zwei Rennen. Ich freue mich auf unseren normalen Rhythmus im Weltcup. Natürlich freue ich mich auf den Slalom. Aber wir haben die Piste gesehen, die ist schon sehr kurz. In der Team-Kombi dauerte der Lauf 44 Sekunden – das war fast ein Juniorenrennen. Wegen dem finde ich es schon schade.»

Sue Piller: «Im ersten Lauf war ich zu wenig mutig. Am Nachmittag war ich schon ein bisschen mutiger. Dadurch sind mir auch zwei, drei kleine Fehler passiert. Mit den Bedingungen verträgt es das nicht. Das hat viel kostet. Noch hab ichs aber nicht ganz analysiert. Mit Schmerzmitteln ist es wegen den Rücken- und Knieproblemen gegangen.»

Vanessa Kasper: «Im zweiten Lauf habe ich schon alles probiert und gut angegriffen. Aber dann mache ich am dümmsten Ort einen Fehler und verliere das Tempo. Dann war es vorbei. Ich hatte das Gefühl, ich stehe still. Dann hab ich einfach noch probiert, weiterzukämpfen. Aber das reicht nicht für ein gutes Resultat.»

Das gab zu reden

Auf der Startliste stehen vier Schweizerinnen, ins Rennen gehen aber nur drei. Wendy Holdener hat sich nach Absprache mit ihren Betreuern kurzfristig dazu entschieden, auf den Riesenslalom zu verzichten. Stattdessen gilt ihr voller Fokus dem Slalom vom Mittwoch. Sie nutzt den rennfreien Sonntag für ein zusätzliches Training im Stangenwald.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.

Das gab zu reden II

Dass zwei Athletinnen die gleiche Zeit fahren, kommt eher selten vor. Noch seltener ist es, dass gleich ein Trio gleich schnell im Ziel unten ankommt. Dieses Kuriosum gibts tatsächlich im 1. Lauf. Die Startnummern 1 und 2, Thea Louise Stjernesund und Sara Hector, setzen sich gemeinsam auf den Leaderthron. Noch enger wirds dort, als sich mit der Nummer 10 auch noch Lara Colturi zu den beiden gesellt. Bis zum Ende des Durchgangs können sie diese Position nicht behaupten. Mit der Nummer 16 pulverisiert Federica Brignone ihre Zeit – und beansprucht den roten Sessel für sich. Kaum zu glauben: Im 2. Lauf machens Hector und Stjernesund gleich noch einmal, wieder sind sie genau gleich schnell. Und landen am Ende auf dem Podest. Es ist nach 1964 und 1992 das dritte Mal, dass zwei Athletinnen im Olympia-Riesenslalom zeitgleich Zweite werden.

Das gab zu reden III

Mikaela Shiffrin wird ihr Olympia-Trauma nicht los. Nachdem sie schon in der Team-Kombi im Slalom die Halbzeit-Führung von Breezy Johnson nicht ins Ziel gebracht hat und das Duo am Ende Vierte wurde, bleibt sie auch im Riesenslalom ohne Medaille. Als Halbzeit-Siebte bleibt ihr Angriff nach vorne aus. Damit fährt die Amerikanerin im achten Olympia-Rennen in Serie neben das Treppchen.

Die Bedingungen

Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein – über der Tofana herrscht Kaiserwetter. 24 Stunden zuvor sieht das noch anders aus, am Samstag schneit und regnet es. Über Nacht sinken die Temperaturen auf –4 Grad, das sorgt für eine kompakte Piste. Dafür weht ein unkonstanter Wind – der bei einigen Fahrerinnen von vorne kommt und sie so etwas bremst. Am Nachmittag wirds zwar wärmer, die Temperatur liegt aber immer noch unter 0 Grad. Und die Piste hält.

So gehts weiter

Noch ein Medaillensatz wird bei den Frauen vergeben. Der abschliessende Slalom steigt am Mittwoch (1. Lauf um 10 Uhr). Im Weltcup stehen noch zwei Riesenslaloms aus. Der nächste steigt erst in einem Monat, am 14. März in Are (Sd).

In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen