Die Schweizerinnen müssen schon vor dem ersten Puckeinwurf einen Schock verdauen. So wird Captain Lara Stalder beim Einspielen von einem Puck getroffen und fällt kurzfristig aus. Natürlich ein herber Verlust, die Nati ist plötzlich um eine ihrer Schlüsselspielerinnen beraubt und Alina Müller muss im ersten Sturm ohne ihre kongeniale Partnerin auskommen.
Dies hat sichtlich Einfluss aufs Spiel. Die Schweizerinnen tun sich im Aufbau schwer, kommen dadurch zu wenig Offensivzeit und klaren Chancen. Die Finninnen sind von Beginn an die griffigere und gefährlichere Mannschaft. Dank einer starken Saskia Maurer im Tor hat dies jedoch vorderhand keinen Einfluss aufs Resultat, doch als sich die Nati im zweiten Drittel dann auch noch drei kleine Strafen einhandelt, hat es Konsequenzen.
Shorthander von Alina Müller
Sie gerät mit 1:3 in Rückstand. Zwei Tore kassieren die Schweizerinnen in Unterzahl, das dritte gleich im Anschluss an eine Strafe. Dagegen halten kann da einzig Alina Müller mit einem schönen Shorthander. Finnland feiert dagegen im dritten Spiel die ersten Tore überhaupt an diesem Olympia-Turnier, was den Nordländerinnen zusätzlichen Auftrieb gibt. Sie spielen den Vorsprung relativ locker runter, während die Schweizerinnen keine Lösungen mehr finden.
Damit verspielen die Schweizerinnen ihre Top-Ausgangslage, die sie sich durch ihren Startsieg gegen Tschechien erspielt hatten. Statt von Rang 3 geht es nun von Rang 5 aus in die Viertelfinals (am Freitag oder Samstag), statt Schweden aus der schwächeren Gruppe B heisst der Gegner erneut Finnland. Zu 99,9 Prozent – ausser die Finninnen sorgen für ein Hockeywunder und bezwingen in ihrem letzten Gruppenspiel Kanada. In diesem Fall hiesse der Viertelfinal-Gegner Tschechien.
Doch davon ist nun wirklich nicht auszugehen. Übermächtig sind die Finninnen keineswegs. Im Dezember hat die Schweiz auswärts in Lahti gegen Finnland noch mit 4:3 gewonnen. Damals führten Alina Müller (2 Tore, 1 Assist) und Lara Stalder (1 Tor, 1 Assist) gemeinsam Regie. Entsprechend ist zu hoffen, dass Stalder nicht gravierend verletzt ist und beim wichtigsten Spiel seit vier Jahren zurück auf dem Eis sein wird.
Fans: 3790.
Tore: 24. Vainikka (Vanhanen, Nieminen/PP) 1:0. 30. Liikala (Nylund, Vesa) 2:0. 37. Müller (SH) 2:1. 38. Vanhanen (Karvinen, Schalin) 3:1.


