Mit diesem Lauf wird Gremaud 2022 Olympiasiegerin
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Gold im Freeski-Slopestyle:Mit diesem Lauf wird Gremaud 2022 Olympiasiegerin

Nach den Spielen fiel Slopestyle-Olympiasiegerin in ein Loch
Mental gefestigt verfolgt Gremaud ihren letzten Gold-Traum

Mathilde Gremaud lebt zwischen Innsbruck und der Schweiz, trainiert für Olympia und teilt ihr Leben mit Downhill-Weltmeisterin Valentina Höll. Im Interview mit Blick spricht sie über Training, mentale Stärke und ihre Perspektiven abseits der Piste.
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Darum gehts

  • Mathilde Gremaud: Zweites Zuhause in Innsbruck, Vorbereitung auf Olympia 2026
  • Beziehung mit Downhill-Weltmeisterin Valentina Höll, gegenseitige Inspiration im Sport
  • Mehrfache Weltmeisterin, verdient gut, sieht noch Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Joël HahnRedaktor Sport

Nach Jahren auf Achse hat sich Mathilde Gremaud (25) ein zweites Zuhause geschaffen – die Fribourgerin ist in Innsbruck (Ö) heimisch geworden. «Ich habe einen Wohnsitz in der Schweiz und einen in Innsbruck. Es ist toll, mega ruhig, und man kann alles machen – Sport, Berge, gute Leute», sagt die Freestyle-Überfliegerin zu Blick.

Sie geniesst in Österreich die Mischung aus Alpen-Idylle und Spitzensport-Metropole: «Ich habe schnell Leute kennengelernt, es gibt viele Sportlerinnen und Sportler. Es tut gut, etwas Eigenes zu haben.»

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Mathilde Gremaud spricht offen über Druck, Zweifel und ihren Weg zurück zur Leichtigkeit.

Auch privat läuft es rund. Gremaud ist mit der österreichischen Downhill-Weltmeisterin Valentina Höll (23) zusammen. Die beiden teilen die Leidenschaft für Geschwindigkeit – eine auf Ski, eine auf dem Bike. «Ich war im Herbst während der WM im Wallis bei ihren Rennen dabei, das konnte ich nicht verpassen. Wir inspirieren uns gegenseitig», schildert Gremaud. Was für ein erfolgreiches Paar – Höll holte ihren vierten Downhill-WM-Titel in Serie, Gremaud ist Olympiasiegerin, Weltmeisterin, Gesamtweltcupsiegerin und vor ein paar Tagen einmal mehr Siegerin an den prestigeträchtigen X-Games. 

Zwischen Freiheit und Fokus

Jetzt kommt Olympia. «Ich bereite mich darauf vor, aber ich will mich nicht verrückt machen», sagt sie. «Im Slopestyle habe ich Gold, im Big Air fehlt es mir noch. Das ist sicher ein Ziel. Aber wichtiger ist mir, dass ich meinen Flow finde und frei fahren kann.»

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Den Druck spürt sie weniger von aussen als von sich selbst. «Der äussere Druck ist einfacher auszublenden als der innere. Ich pushe mich selbst am meisten, niemand zwingt mich zum Wettkampf, das will ich ja selber.»

Nach schwierigen Phasen in früheren Jahren, in denen sie nach der Saison in ein mentales Loch fiel, wirkt sie heute gefestigt. Gremaud: «Ich habe gelernt, besser mit diesen Wechseln umzugehen. Es ist ein Prozess, aber ich bin mental viel stärker geworden.»

Finanzielle Freiheit

Finanziell hat sich die mehrfache Weltmeisterin längst etabliert. Auch wenn sie bescheiden bleibt, weiss sie, dass sie im Freestyle zur Weltspitze gehört – sportlich wie wirtschaftlich. «Ich kann stolz sagen, dass ich gut verdiene. Aber klar, zwischen Männern und Frauen gibt es immer noch Unterschiede», sagt Gremaud. Ihre Einnahmen stammen aus Preisgeldern, Prämien und lukrativen Sponsorenverträgen, auch wenn sie selbst kein grosses Aufheben darum macht. 

Während Kollegen wie Andri Ragettli (27) mit Social Media und Sponsoren auch abseits der Piste grosse Deals abschliessen, bleibt sie lieber im Hintergrund: «Er macht extrem viel Business, Youtube und Social Media. Ich investiere meine Zeit in andere Dinge.»

Auch in Sachen Aufmerksamkeit sieht sie Unterschiede – etwa zu Skistar Marco Odermatt (28): «Bei ihm ist ein Weltcupsieg medial fast grösser als für mich eine Olympiamedaille. Sein Sport ist viel präsenter, die Aufmerksamkeit riesig. Nach Olympia fällt bei uns vieles abrupt ab, das ist nicht einfach. Aber man lernt, damit umzugehen.» Sie nimmt schon zum dritten Mal an Winterspielen teil. 

Das Auf und Ab kennt sie gut: «2018 war ich nach den Spielen einfach todmüde. Nach Peking 2022 – zwei Medaillen, riesiger Hype, dann kam wieder das Loch. Aber man lernt, damit umzugehen. Heute kann ich das besser einordnen.»

Mitten in der Vorbereitung

Was muss sie für eine vierte (und fünfte) Medaille auspacken? «Ich will mein Level weiter verbessern – technisch, mental, körperlich. Ich will bereit sein, wenns zählt.» Trainer Greg Tuscher lobt sie: «Es ist toll, mit Mathilde zu arbeiten – sie hat ihren eigenen Kopf, aber genau das macht unsere Zusammenarbeit so stark. Es harmoniert einfach.»

Und wo fühlt sie sich aktuell am wohlsten – auf der Piste, in Innsbruck oder zu Hause in La Berra FR? Sie lacht: «Vielleicht irgendwo dazwischen. Solange ich fliegen kann, bin ich glücklich.»

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