Die Schweizerinnen müssen weiter auf das erste Curling-Gold warten. Die letzte Schweizer Medaillen an diesen Olympischen Spielen ist aus Silber. Das Team um Skip Silvana Tirinzoni unterliegt Schweden in einem umkämpften Final 5:6.
Schon der Start der Schweizerinnen ist denkbar schlecht. Nach dem ersten End liegen sie 0:2 hinten. Diesem Rückstand laufen sie lange hinterher. Erst im vierten End können sie ihren ersten Punkt schreiben, geraten danach aber 1:3 in Rücklage.
Der zwischenzeitliche Befreiungsschlag kommt im sechsten End – mit einem Zweierhaus gleichen die Schweizerinnen aus. Doch sie sind über das ganze Spiel gesehen zu fehlerhaft unterwegs. Zwar spielen auch die Schwedinnen nicht immer einwandfrei, aber das Team Tirinzoni kann das nicht ausnutzen.
Missglückter Stein im achten End
Besonders bitter endet das achte End. Die Schweizerinnen haben die Chance, mit einem Zweierhaus 5:4 in Führung zu gehen. Aber Alina Pätz misslingt ihr letzter Stein – und die Schwedinnen stehlen einen Punkt. Sie führen 5:3.
Weil die Schweizerinnen danach zwar ausgleichen können, so aber für das entscheidende zehnte End das Recht des letzten Steins verlieren, liegen alle Vorteile bei Schweden. Und das nutzt Skip Anna Hasselborg eiskalt aus. Sie sichert sich nach 2018 zum zweiten Mal Olympia-Gold.
«Die Enttäuschung ist grösser als die Freude über Silber», sagt Silvana Tirinzoni kurz nach dem Ende gegenüber SRF. Sie räumt ein, dass ihr Team zu fehlerhaft gespielt hat. «Irgendwann freuen wir uns sicher auch über diese Medaille – aber im Moment ist es hart.» Ähnlich tönts bei Alina Pätz. Trotzdem betont sie: «Wir haben einen guten Final gespielt. Ich bin stolz auf das Team.»
Der Final im Ticker zum Nachlesen:
10. End: Schweiz – Schweden 5:6
Schwedens dritter Stein ist spektakulär. Agnes Knochenhauer spielt ihn mit viel Tempo, räumt die beiden Guard-Steine der Schweizerinnen aus dem Weg und spielt auch den im Haus liegenden roten Stein weg. Dafür gibts Szenenapplaus.
Auch danach räumen die Schwedinnen konsequent auf. Ihnen gelingt mit dem fünften Stein ein Double Take Out. Als Alina Pätz ihren letzten Stein spielt, muss sie ihn ins Haus legen und dann darauf hoffen, dass ein schwedischer Fehler kommt. Pätz gelingt es, aber Hasselborg kann reagieren. Sie hat den Sieg in den eigenen Händen. Und lässt sich das nicht nehmen. Schweden gewinnt Gold, für die Schweiz gibts Silber.
9. End: Schweiz – Schweden 5:5
Drei schwedische Steine liegen im Haus, als Silvana Tirinzoni den ersten ihrer Steine spielt. Zwar sorgt sie dafür, dass nun auch zwei Schweizer Steine im Haus liegen, aber die laden die Schwedinnen zu einem Double Take Out ein. Der gelingt allerdings nicht, ein Schweizer Stein bleibt liegen – nur nicht shot.
Auch nach Tirinzonis zweitem Stein liegen deren zwei der Schweizerinnen im Haus, shot sind aber nach wie vor die Schwedinnen. Das ändert sich mit dem ersten Stein von Alina Pätz. Die Schweiz liegt shot und second, bevor Hasselborg ihren letzten Stein spielt. Sie spediert den besser liegenden Schweizer Stein raus und liegt nun selber shot. Aber das Team Tirinzoni hat immer noch die Chance auf ein Zweierhaus. Alina Pätz spielt einen kontrollierten Take Out und sichert ihrem Team die zwei Punkte. Damit gleichen die Schweizerinnen aus.
8. End: Schweiz – Schweden 3:5
Mit dem vierten Stein will Carole Hochwald nicht nur die Guard der Schwedinnen entfernen, sondern auch den shot liegenden Stein eliminieren. Das gelingt nicht. Die Guard ist zwar weg, aber der Take Out folgt nicht.
Auch in der Folge schaffen es die Schweizerinnen nicht, zwei Steine zu eliminieren – und das gleich fünfmal in Folge. So liegt Schweden vor Hasselborgs letztem Stein Shot. Und dann gelingt dem schwedischen Skip der Stein nicht. Das ermöglicht Pätz ein Double Take Out, der gleichbedeutend mit einem Schweizer Zweierhaus wäre. Aber auch der kommt nicht! Und die Schwedinnen klauen einen Stein, bauen die Führung auf 5:3 aus.
7. End: Schweiz – Schweden 3:4
Um erstmals in Führung gehen zu können, müssten die Schweizerinnen einen Stein stehlen. Sie liegen shot und second, als die Schwedinnen ihren drittletzten Stein spielen. Der angestrebte Double Take Out gelingt nicht. Auch danach schaffen es die Schwedinnen nicht, das Haus leerzuräumen. Vor ihrem letzten Stein liegt die Schweiz doppelt im Haus. Stehlen gelingt erneut nicht, Hasselborg löst ihre Aufgabe problemlos. Sie eliminiert den Schweizer Shot-Stein und bucht selber einen. Damit geht Schweden 4:3 in Führung.
6. End: Schweiz – Schweden 3:3
Die Aufgabe für die Schweizerinnen bleibt knifflig. Den Schwedinnen gelingt aber auch alles, da gibts kein Wackeln und keine Fehler. Aber die Schweizerinnen geben nicht auf. Alina Pätz legt den zweitletzten Stein ins Zentrum, ihr Team liegt shot und second. Hasselborg setzt zum Double Take Out an und zeigt erstmals eine Unsicherheit. Der Stein gelingt nicht wunschgemäss, ein Stein der Schweizerinnen liegt weiter shot. Und das nutzt Alina Pätz aus. Sie legt den letzten Stein schön ins Zentrum. Zweierhaus für die Schweiz, die damit zum 3:3 ausgleicht.
5. End: Schweiz – Schweden 1:3
Die Aufgabe für die Schweizerinnen ist klar: Entweder einen Stein stehlen oder versuchen, die Schwedinnen zum Schreiben von nur einem Stein zu zwingen, damit man das Recht des letzten Steins zurückbekommt.
Mit ihrem letzten Stein gelingt Alina Pätz ein schöner Double Take Out. Die Schweiz liegt shot und second. Kann man gar ein Zweierhaus stehlen? Nein, das reicht nicht. Hasselborgs letzter Stein gerät zwar etwas zu lang, bleibt aber letztlich haarscharf shot liegen. Damit reichts den Schweizerinnen knapp nicht, um zumindest einen Stein zu stehlen. Schweden baut die Führung auf 3:1 aus. Das Recht des letzten Steins geht wieder an die Schweizerinnen.
4. End: Schweiz – Schweden 1:2
Die Schweizerinnen nehmen den nächsten Anlauf, um endlich die Null verschwinden zu lassen. Carole Howald gelingt ein schöner Double Take Out – der Schweizer Stein, der vorhin schon im Haus war, bleibt liegen. Der gespielte hingegen rutscht raus.
Bevor die beiden Teams jeweils ihre drei letzten Steine spielen, liegen drei der Schweizerinnen und zwei der Schwedinnen im Haus. Als auf beiden Seiten noch ein Stein übrig ist, liegt die Schweiz mit zwei Steinen shot. Nach Hasselborgs Stein ist nur noch einer der Schweizerinnen shot. Aber damit könnte Alina Pätz einen zweiten platzieren und die Schweiz würde ausgleichen. Ein wichtiger Stein, der Pätz nicht gelingt. Er gerät zu lang – so schreibt die Schweiz nur einen Stein. Sie verkürzt zwar, verliert dadurch aber das Recht des letzten Steins.
3. End: Schweiz – Schweden 0:2
Nach drei Steinen liegen zwei von den Schwedinnen im Haus. Carole Howald setzt mit dem dritten Schweizer Stein zum Double Take Out an. Der gelingt – nur rollt auch ihr eigener Stein aus dem Haus.
Danach platzieren die Schweizerinnen einen Stein hinter ihrer Guard, dieser wird von den Schwedinnen weggeräumt. Alles in allem sind bei den Schweizerinnen zwei, drei kleine Fehler zu viel drin. So kann Hasselborg mit ihrem letzten Stein wieder den einzigen platzierten der Schweizerinnen rausspielen. Ihrer bleibt im Haus liegen – damit können die Schweizerinnen nur einen schreiben. Oder wieder ein Nuller-End anstreben. Und das tut Alina Pätz. Sie räumt das Haus leer. Damit führt Schweden weiter 2:0.
2. End: Schweiz – Schweden 0:2
Anders als im 1. End bleiben dieses Mal die Steine kaum einmal lange im Haus liegen. Die Schweizerinnen räumen konsequent immer wieder auf. Dabei gelingt es nicht immer, dass der eigene Stein noch im Haus liegen bleibt. Allerdings schaffen das auch die Schwedinnen nicht. So liegt, bevor beide Teams ihre letzten beide Steine spielen, nur einer der Schweizerinnen im Haus.
Das gleiche Bild präsentiert sich vor dem letzten Stein der Schwedinnen. Ohne Probleme spielen sie denjenigen der Schweizerinnen raus und bleiben im Haus liegen. Danach strebt Alina Pätz das Nuller-End an. Sie spielt den schwedischen Stein so raus, dass auch ihr eigener das Haus verlässt. Damit führt Schweden weiterhin 2:0.
1. End: Schweiz – Schweden 0:2
Da die Schwedinnen in der Round Robin vor den Schweizerinnen klassiert waren, bekommen sie im 1. End das Recht des letzten Steins. Das Ziel des Teams von Silvana Tirinzoni ist klar: Die Schwedinnen sollen zum Schreiben eines Steins gezwungen werden, damit das Recht des letzten Steins wechselt.
Mit ihrem zweiten Stein – dem drittletzten Schweizer Stein in diesem End – schafft es Tirinzoni, im Haus etwas aufzuräumen. Von den sechs Steinen spielt sie drei raus – zwei davon gehören Schweden. Danach liegen die Schweizerinnen besser, aber noch ist das End nicht vorbei. Mit dem letzten Stein sucht Alina Pätz den Double Take Out. Das gelingt nicht. Nur ein schwedischer Stein geht raus. Das ermöglicht Anna Hasselborg, ein Zweierhaus zu schreiben. Und diese Chance nutzt die Schwedin. Damit geraten die Schweizerinnen 0:2 in Rückstand.
