Als nach dem Sieg im Final gegen Kanada die amerikanische Hymne in der Eishalle in Mailand erklingt, drückt US-Star Zach Werenski das Trikot mit der Nummer 13 noch etwas fester an seine Brust. Es ist jenes Shirt von Johnny Gaudreau (†31), seinem ehemaligen Teamkollegen und Freund, der 2024 ums Leben gekommen ist, als er beim Radfahren mit seinem Bruder von einem betrunkenen Fahrer angefahren wurde. Beide Männer waren auf der Stelle tot und liessen die Hockey-Welt schockiert zurück.
Natürlich war es auch für Gaudreaus Familie eine grosse Tragödie. Sie war übrigens auch bei dem siegreichen Final am Sonntagnachmittag anwesend. Sie wurde eingeladen. «Ich war so glücklich, als ich die Nachricht hörte», sagte Werenski vor dem Spiel. «Es ist riesig für sie, dass sie dabei sein können, aber genauso riesig ist es für uns, dass sie dabei sein können.»
Auch die Kinder sind da
Und die Reise nach Mailand hat sich mehr als gelohnt. Die USA gewinnen nach einem nervenaufreibenden und aussergewöhnlichen Spiel in der Verlängerung 2:1. Werenski sagt nach dem Spiel: «Das war furchtbar emotional. Aber es waren gute Emotionen. Emotionen der Freude. Es war ein Moment, an dem Johnny gerne teilgenommen hätte. Es bedeutete mir und dem ganzen Team sehr viel, nach diesem Sieg sein Trikot hochhalten zu können.»
Nach der Zeremonie sorgt der Verteidiger der Columbus Blue Jackets dafür, dass die beiden Kinder von Johnny Gaudreau mitfeiern können. Für das Foto mit den Medaillen hat er das kleine Mädchen sogar auf seinem Schoss. «Wir wollten, dass die Kinder diesen Moment miterleben können. Es war aussergewöhnlich, sie hier zu sehen. Während dieses Turniers haben wir alles getan, um Johnny stolz zu machen, und ich glaube, das ist uns gelungen.»
Gaudreaus Geist begleitete das amerikanische Team während des gesamten Turniers. «Ja, er war ständig in der Umkleidekabine», erzählt Werenski.
Zweifellos haben die Amerikaner Johnny Gaudreau an diesem Sonntag mit diesem Olympia-Sieg sehr stolz gemacht. Es ist das erste Olympia-Gold für die USA seit 1980.
