Darum gehts
- Schweizer Speed-Frauen enttäuschen bei Olympia mit schwachen Platzierungen
- Fehlender Mittelbau im Team und Verletzungspech als Hauptprobleme
- Ränge 14, 9 und 10 in bisherigen Rennen, über eine Sekunde Rückstand
Die Schweiz, Skination Nummer eins! Tatsächlich? Nicht in Cortina (It), bis jetzt jedenfalls nicht. Nicht bei den Frauen.
Drei Rennen sind gefahren: Abfahrt, Team-Kombi, Super-G. Die jeweiligen Bestresultate: Rang 14, 6, 10. Rückstand: teils immens. Das ist ernüchternd. Manche sagen: beschämend.
«Es ist nicht das, was wir erhofft haben», sagt Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor. Überrascht ist er nicht. Die Schweizerinnen zeigen das gleiche Bild wie im Weltcup. Mit Ausnahme von Malorie Blanc (22), die in Crans-Montana VS gewann, gab es keinen Podestplatz.
Nach dem Super-G spricht Co-CEO Walter Reusser Klartext: «Die Zeitmessung läuft hier nicht langsamer, nur weil wir es wollen.» Er und Tschuor wissen: Die Probleme begannen lange vor Cortina. Jasmine Flury (32) kehrte nach einem Knorpelschaden zurück, Corinne Suter (31) nach einem Fussbruch. Blanc ist talentiert, zahlte auf dieser Piste aber Lehrgeld. Delia Durrer (23) stagniert, und Janine Schmitt (25) konnte die Kohlen auch nicht aus dem Feuer holen.
Reusser: «Dann sind wir im Scheiss»
Nun könnte man Wunden lecken oder die Skigötter verfluchen. Aber: Verletzungspech? Haben andere auch. Geld? Nur Österreich hat ähnlich viel. Trainings? Swiss-Ski besitzt in Zermatt die einzige Sommer-Abfahrtstrecke. Reusser redet nichts schön: «Wenn sich zwei oder drei Topshots verletzen, sind wir im Scheiss.» Genau das geschah. Lara Gut-Behrami (34), Michelle Gisin (32) und Suter – alle erwischte es.
Das Kernproblem liegt tiefer. Im Speed-Team fehlt der Mittelbau. Im Alter zwischen 24 und 30 klafft eine Lücke. Es wären jene Fahrerinnen, die jetzt in die Bresche springen könnten. Aber eben: Es gibt sie nicht. Oder wie Reusser es sagt: «Wir können sie nicht aus dem Hosensack zaubern.»
Das ist zum Teil Pech, aber auch selbst verschuldet. «Die Lücke entstand nicht heute oder im letzten Sommer, sondern früher. Man hat viele kaputt gemacht, sie verheizt. Jetzt bluten wir dafür.»
Einfach Schraube anziehen? Bringt nichts
Zu viele Junge warf man zu früh in den Weltcup. Sie waren körperlich, technisch, mental nicht bereit. Viele verletzten sich, viele verschwanden. «Es fehlte ein sauberer Karriereplan. Diese Fehler dürfen sich nicht wiederholen.»
Geduld ist Pflicht. Nachwuchs ist da, aber er ist noch nicht so weit – ausser Blanc. «Was bringt es, wenn wir ihr Druck ohne Ende machen, sie damit nicht umgehen kann und im Netz landet?», fragt Reusser. Tschuor spürt dies in der täglichen Arbeit: «Wenn ich die Schraube jedes Mal anziehe, gewinnen wir gar nichts.»
Speed-Cheftrainer Stefan Abplanalp arbeitet gut. Doch auch hier braucht es Zeit, bis alles greift. Panik hilft nicht. Aktionismus hat dem Team schon einmal geschadet – die Folgen davon sind in Cortina deutlich spürbar.
Rast und Holdener sind gut drauf
Immerhin: Mit den technischen Disziplinen folgen Chancen. Auf Gold, Silber und Bronze. Camille Rast (26) gehört in Riesenslalom und Slalom zu den Favoritinnen, Wendy Holdener (32) kann im Slalom brillieren. Im Team-Kombi-Slalom waren sie stark.
Ein Ärgernis bleibt der Slalomhang. Rast äusserte sich schon: «Er ist flach und kurz. Nicht olympiawürdig.» Auch Tschuor schlägt in die gleiche Kerbe: «Es war wie bei einem Schülerrennen.»
Alle hoffen, dass endlich richtig gewässert wird. Und auf kältere Temperaturen. Tschuor: «Egal, was wir vorfinden – es gibt keine Ausrede. Es liegt an uns, die besten Lösungen zu finden.»
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