10 Dinge, die wir bei Olympia gelernt haben
Odermatt steckt in der Federer-Falle – und wer der neue Stucki ist

Die 25. Olympischen Winterspiele sind Geschichte. Blick-Sportchef Emanuel Gisi sagt, was bleibt – und was schleunigst wieder besser werden muss.
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Sieht so ein Verlierer aus? Marco Odermatt zeigt seine drei Olympia-Medaillen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Athleten holen 23 Medaillen bei Winterspielen in Norditalien
  • Norweger dominieren mit 41 Medaillen den Medaillenspiegel, davon 18 Gold
  • Johannes Klaebo gewinnt 6 bis 11 Goldmedaillen, bleibt hinter Phelps zurück
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Emanuel GisiSportchef
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Wann ist ein Rekord ein Rekord?

Die Zahl ist grossartig: 23 Medaillen haben Schweizer Athleten und Athletinnen bei den Winterspielen in Norditalien geholt. Der bisherige Höchstwert von Calgary 1988 (15 Medaillen) ist pulverisiert. Rekord! Oder? 1988 gabs bloss 46 Medaillenentscheidungen. Die Schweiz stand also in jedem dritten Event auf dem Podest. Heuer hatten wir 116 Entscheidungen – ergibt nicht ganz bei jedem fünften Podest eine Schweizer Beteiligung. Wir verneigen uns vor der 2026er-Delegation. Und ziehen noch einmal den Hut vor der Generation Calgary.

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Odermatt in der Federer-Falle

Zweimal Silber, einmal Bronze, dazu ein vierter Platz, und die halbe Schweiz fragt sich: Was ist bloss mit Ski-Superstar Marco Odermatt los? Nun, das Phänomen ist bekannt: Es handelt sich hierbei um die sogenannte Federer-Falle. Wenn Tennis-Gott Roger Federer zu seiner Blütezeit es wagte, bloss zwei statt der üblichen drei Grand Slams pro Jahr zu gewinnen, wurde die verwöhnte Sportnation nervös. Und vergass, dass die Konkurrenz halt auch was kann. Odermatt hat nun mehr Olympia-Medaillen gewonnen (vier) als sämtliche Schweizer Alpin-Männer vor ihm. Klingt eigentlich ziemlich erfolgreich. 

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Die Männer schlagen zurück

Zuletzt waren es die Frauen, die mehrheitlich für Schweizer Olympia-Edelmetall zuständig waren. Nicht so 2026. 13-mal geht Edelmetall aufs Männer-Konto. Ob das was zu bedeuten hat? Gilt es nun zu analysieren.

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Ohne Woke ist auch doof

Was war die Aufregung gross, als vor zwei Jahren in Paris die Sommerspiele eröffnet wurden. Die queere Adaption des Letzten Abendmahls von Da Vinci – oder eben nicht, die Darstellungen gehen bis heute auseinander – sorgte für Ärger. Dazu Bootsspektakel auf der Seine und die singende Céline Dion auf dem Eiffelturm. Diesmal? Gähn-Alarm bei der Eröffnungszeremonie im San Siro und bei den zugeschalteten Aussenstationen in den Dolomiten, dazu ein paar Pfiffe gegen US-Vize JD Vance. Bitte in Los Angeles 2028 wieder besser machen, liebes IOC. Wenns dafür wieder woke werden muss – auch ok.

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FvA ist der neue Stucki

Ja, die Sport-Schweiz verehrt Marco Odermatt. Aber es scheint fast so, als erobere Dreifach-Goldjunge Franjo von Allmen gerade noch mehr Herzen. Die Art von «FvA», einfach zu sagen, was ihm einfällt und das so lausbübisch-sympathisch rüberzukriegen, dass ihm nie jemand böse sein kann, erinnert an den jungen Christian Stucki. Im Gegensatz zum jungen Stucki wird von Allmen aber von denen, die ihn kennen, als zielstrebiger, fokussierter Athlet beschrieben, der sich hohe Ziele setzt. Viel mehr als eine Olympia-Eintagsfliege.

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Michael Phelps muss sich noch nicht warm anziehen

Der Mann ist ein Wahnsinn: Johannes Klaebo gewinnt im Val di Fiemme auf dominante Weise seine Langlauf-Goldmedaillen sechs bis elf. Der Norweger ist damit der erfolgreichste Winter-Olympionike aller Zeiten. Nehmen wir die Sommerspiele dazu, hat er allerdings noch etwas aufzuholen: Schwimmer Michael Phelps ist mit 23-mal Gold die ewige Nummer 1. Dafür muss Klaebo noch ein paar Jahre auf Langlaufski durchs Unterholz wetzen.

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Spass und Siege für die Super-Elche

Sowieso, die Norweger: Gewinnen mit 41 Medaillen (18-mal Gold) den Medaillenspiegel. Egal ob Skispringen (5 Medaillen), Ski alpin (2), Ski Freestyle (2), Langlauf (13), Biathlon (11) oder Nordische Kombination (3): Sind Ski im Spiel, sind die Norweger auf dem Podest. Obs an der berühmten spassorientierten, spielerischen Nachwuchsförderung liegt? 

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Lastenvelo-Künstler gesucht!

Moment! Es gibt sie, die Ski-Sportart, in der die Norweger nix holen: Skibergsteigen. Die neue Olympia-Disziplin ist nicht nur deswegen erfrischend. Der Parcours sieht spassig aus, hat aber noch Potential. Warum nicht irgendwo noch einen Parcours für einen Lawinenhund einbauen oder ein Biwak-Zelt aufbauen lassen? Sicher scheint: Die urbanen Hipster erobern Olympia nach und nach. Nachdem ihr Lieblings-Sommersport (Klettern) bereits olympisch ist, stehend die Skitouren nun also auch im Programm. Was als Nächstes wohl folgt? Wir tippen auf Lastenrad-Rallye.

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Alles Müller, sonst noch was?

Suchen Sie Unterstützung auf der Herzchirurgie-Station? Oder bei einer Bombenentschärfungs-Einheit? Vielleicht mal bei Hockey-Heldin Alina Müller nachfragen. Die Frau hat schon wieder ein ruhiges Händchen bewiesen und die Schweiz nach 2014 auch 2026 in der Overtime zu Olympia-Bronze geschossen. Wir bewundern so viel Kaltblütigkeit.

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Dezentral – nicht egal

Das IOC will die Olympischen Spiele nachhaltiger gestalten, mehr auf bestehende Anlagen setzen und dementsprechend dezentrale Spiele in Kauf nehmen. Wir fragen nach zwei Wochen Milano/Cortina: Ist das wirklich eine gute Idee? Die Stimmung war an vielen Orten ziemlich mau, die Medaillenzeremonien waren teils traurige Veranstaltungen und Athleten aller Nationen schimpften über die fehlende Olympia-Atmosphäre. Das muss zügig besser werden, sonst wünscht sich plötzlich noch jemand den alten Gigantismus zurück. Ob die Olympia-Bürokraten vom IOC das verstehen? Wer am letzten Freitag den eher verwirrten Auftritt von dessen neuen Präsidentin Kirsty Coventry gesehen hat, darf seine Zweifel an der Nähe Olympia-Chefs zur Basis haben.

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