Er fährt für Nodar Kumaritashvili
Sein Cousin (†21) starb im Olympia-Eiskanal – darum hat er noch eine Rechnung offen

Der 12. Februar 2010 wird zu einem der traurigsten Tage in der Olympia-Geschichte, als Nodar Kumaritishvili im Eiskanal von Whistler stirbt. In Peking startet Kumaritishvilis Cousin – ebenfalls als Rodler.
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Saba Kumaritashvili im Eiskanal von Peking.
Foto: keystone-sda.ch
Emanuel Gisi

Saba Kumaritashvili ist neun Jahre alt, als sein Cousin stirbt. Der Tod von Rodler Nodar Kumaritashvili ist ein fürchterlicher Unfall und er macht die Kumaritashvilis auf einen Schlag weltberühmt: Am 12. Februar 2010, wenige Stunden vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Vancouver, verliert der Georgier in Kurve 13 der Rodelbahn von Whistler die Kontrolle. Er wird übers Eis geschleudert, von seinem Schlitten abgeworfen und über die Bahn hinaus katapultiert, knallt gegen einen Metallpfosten.

59 Minuten lang versuchen ihn die Rettungskräfte zu reanimieren. Ohne Erfolg. Der Gerichtsmediziner stellt später fest, dass Nodar Kumaritashvili, 21 Jahre alt, beim Aufprall sofort tot ist. Die Olympia-Welt steht unter Schock, die Familie ist am Boden zerstört.

«Wenn ich an Nodar denke, ist das schmerzhaft»

«Ich werde kein Detail dieses Tages vergessen», sagt die frühere Rodlerin Erin Hamlin zu «NBC». «Ich glaube nicht, dass ein einziger Athlet, der in Whistler war, das tun wird.»

Und jetzt kommt Saba, mittlerweile ebenfalls 21-jährig, ebenfalls Rodler, ebenfalls für Olympia qualifiziert. «Jede Generation unserer Familie hatte einen Rodler», sagt er der Agentur «AP». «Wenn ich an Nodar denke, ist das schmerzhaft. Aber es gibt mir auch Kraft.»

Am Samstag und Sonntag will er im Wettkampf glänzen

Seine Familie, so sieht es Saba, hat noch eine Rechnung mit den Spielen offen. Ex-Rodler Christian Niccum findet gut, was Saba tut. Auch Niccum war 2010 am Start. «Es war ein furchtbarer Unfall. Ein Unfall. Diese Dinge passieren und sie sind schlimm, aber wir können in Angst leben oder davon lernen und wachsen und weitermachen. Darum finde ich Saba grossartig.»

Nodar wäre der erste der Familie gewesen, der bei Olympia an den Start geht. Nun ist es Saba, der am Samstag als erster Kumaritashvili der Geschichte ins Olympia-Rennen gehen wird. «Ich bin glücklich und stolz, dass ich meine Familie und mein Land repräsentieren darf. Ich fühle mich verantwortlich, gute Resultate zu liefern.» Die ersten Trainings hat er hinter sich, am Samstag und Sonntag gilt es dann ernst.

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