Die Spiele sind 102 Jahre alt
Eine Olympiamedaille für fünf Kilo Zucker

Die Olympischen Spiele sind 102 Jahre alt. Ein kurzer Streifzug durch eine wechselvolle Geschichte. Die Kolumne von Felix Bingesser.
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Der Schweizer Viererbob gewinnt an den ersten Olympischen Winterspielen 1924 in Chamonix Gold.
Foto: RDB

In wenigen Tagen beginnen die 25. Olympischen Winterspiele in Norditalien. Nach zwanzig Jahren kehrt der olympische Wintersport wieder in die Alpen zurück.

Dahin, wo einst alles begonnen hat. Die ersten Winterspiele finden in Chamonix statt. Sechs Jahre nach dem 1. Weltkrieg ist Deutschland ausgeschlossen. Der Sport, der so gerne unpolitisch wäre, setzt schon damals auch ein politisches Ausrufezeichen.

In Chamonix gibt es 16 Wettkämpfe in 6 Disziplinen. Der alpine Skisport ist noch nicht olympisch. Es werden 48 Medaillen verteilt. Das kanadische Eishockeyteam gewinnt das Turnier mit einem Torverhältnis von 122:3. Im Viererbob holt die Schweiz Gold. 

Bei den Spielen in Mailand und Cortina 2026 gibt es 116 Wettkämpfe in 16 Disziplinen. Es werden nicht 48, sondern 348 Medaillen verteilt. 

Die wechselvolle und bewegte Geschichte in den Anfängen der Winterspiele geht 1928 in St. Moritz weiter. Der Föhn sorgt im Engadin für warme Temperaturen. Die Löcher beim Eiskunstlauf werden mit Orangen gestopft.

Wie der Sport als Propagandamaschine missbraucht wird, zeigen die Winterspiele 1936 in Garmisch. Sie werden von Adolf Hitler eröffnet. Erstmals sind auch die Skirennfahrer dabei. Nur wenige Monate später finden zudem die Sommerspiele in Deutschland statt.

Hitler, auch «Schutzherr» der Spiele in Berlin, schreibt: «Der sportliche, ritterliche Kampf weckt beste menschliche Eigenschaften. Er trennt nicht, sondern eint die Gegner in gegenseitigem Verstehen und beiderseitiger Hochachtung. Auch er hilft mit, zwischen den Völkern die Bande des Friedens zu knüpfen. Darum möge die olympische Flamme nie verlöschen.» Drei Jahre später überfällt er Polen.

150'000 Zuschauer an der Schanze

Die ersten Winterspiele nach dem Zweiten Weltkrieg finden 1948 wieder in St. Moritz statt. Deutschland und Japan sind ausgeschlossen. Die österreichische Skirennfahrerin Erika Mahringer gewinnt zwei Medaillen. Für jede Medaille erhält sie als Belohnung vom österreichischen Staat einen Gutschein für fünf Kilo Zucker.

1952 finden die Spiele in Norwegen statt. Beim Skispringen am Holmenkollen stehen 150'000 Zuschauer an der Schanze.

1972 ist schon Geld im Spiel. Bei einem Benefiz-Fussballspiel trägt Karl Schranz ein Trikot mit der Werbung für «Aroma Kaffee». Er wird von den Spielen in Sapporo wegen Missachtung des Amateurstatus ausgeschlossen. In Österreich gehen Hunderttausende auf die Strasse. Es ist eine Staatstragödie.

1980, mitten im Kalten Krieg, kommt es bei den Spielen in Lake Placid zum «Miracle on Ice». Das aus College-Spielern bestehende Team der USA gewinnt gegen die hochfavorisierte und erfolgsverwöhnte Sowjetunion mit 4:3. Ein sporthistorischer Moment.

1994 finden in Lillehammer die schönsten und besten Winterspiele der Geschichte statt. Die Begeisterung in Norwegen, der Wiege des Wintersports, ist gigantisch.

2014 finden die Spiele in Sotschi statt. Wladimir Putin spricht auch von Völkerverständigung und Frieden. Wenig später annektiert er die Halbinsel Krim. Und überfällt später die Ukraine. 

Salbungsvolle Worte wird es in einigen Tagen auch von Italiens Präsident Sergio Mattarella und von IOC-Chefin Kirsty Coventry geben. Es ist hoffentlich ein gutes Omen.

Und es sollte einige Schweizer Medaillen geben. In dieser Statistik liegen wir gegen unseren Lieblingsrivalen Österreich bei Winterspielen immer noch mit 175 zu 251 im Hintertreffen.

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