Alt Bundesrat Ogi freut sich auf Olympia
«Mehr als zehn Medaillen – das wäre doch etwas!»

Ogis Leute siegen heute, lautete 1972 die Devise. 46 Jahre nach den Olympischen Spielen im japanischen Sapporo starten heute die Spiele in Pyeongchang. Gibt es wieder eine legendäre Goldjagd wie 1972? Ein Gastkommentar vom ehemaligen Bundesrat Adolf Ogi, der damals als Direktor des Skiverbands an vorderster Front war.
Publiziert: 09.02.2018 um 16:30 Uhr
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Aktualisiert: 12.09.2018 um 21:00 Uhr
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Aufstehen für die Olympia-Abfahrt ist Pflicht: Adolf Ogi.
Foto: Sven Thomann|Blicksport
Adolf Ogi

Pyeongchang und Sapporo. Gleich und doch anders! Zwar beide in Asien, beide zwischen dem 35. und 45. Breitengrad. Aber anders, weil Sapporo skisportlich gesehen völliges Neuland war.

Vor 1972 haben in Japan nie Weltcupveranstaltungen stattgefunden. Es war alles Neuland. Der Schnee, die Pisten, die Kultur, die Sprache, die Atmosphäre, das Essen.

Erfolg war nur möglich mit einer gezielten Vorbereitung, einer Analyse des Neuen, das sie auf der Insel Hokkaido erwartete. Beste Leistungen abrufen quasi auf Befehl! Pyeongchang ist nicht vollständig neu für die Aktiven. Die Globalisierung des Skisports hat es mit sich gebracht, dass Korea kein wintersportliches Neuland ist. Viele Athleten waren schon dort. Schanzen und Pisten sind erprobt. Man weiss, was auf einen zukommt.

Adolf Ogi mit Doppel-Olympiasiegerin Marie-Theres Nadig in Sapporo.
Foto: Keystone

Damals gab es den Kalten Krieg. Heute gibt es das Regime in Nordkorea. Derzeit existiert in Pyeongchang keine Angst, dass der Leader in Nordkorea einen Überraschungsschlag landen könnte. Zu viele Nordkoreaner sind im Süden!
Was gleich ist wie in Sapporo: die Zeitverschiebung. Die Abfahrt der Herren wird hier am Sonntag um 3 Uhr übertragen. Selbstverständlich heisst das auch für mich aufstehen.

Rückenwind für Sion 2026

Als ehemaliger Sportminister und Direktor des Skiverbands verfolge ich die Spiele mit grossem Interesse. Vor allem weil ich weiss, wie gross die Spannung ist und wie viele Details stimmen müssen, um erfolgreich zu sein. Und wie wichtig Medaillengewinne in Asien für das Wintersportland Schweiz sind.

Und weil es mich sehr freuen würde, wenn 2026 die Winterspiele in Sion stattfinden würden. Wenn das IOC der Schweiz nach 1928 und 1948 das Vertrauen schenken würde. Nicht zuletzt, um die olympische Bewegung abzusichern, indem man zurück zu bescheideneren Spielen kommt. Spiele mit der Natur und nicht gegen die Natur. Mit Infrastrukturen, die bestehen. Statt mit neuen, die nicht mehr gebraucht werden.

Wenn die Schweizer in Süd­korea mehr als 10 Medaillen gewinnen, dann steigt die Aufmerksamkeit. Es entsteht Begeisterung, und wir gewinnen hoffentlich mit Sion die Spiele 2026! Das wäre doch etwas, liebe Schweizerinnen und Schweizer. Und liebes IOC!

Olympia-Ticker

Seit dem 09. Februar laufen die 23. Olympischen Winterspiele in Pyeongchang. Alle Highlights und aktuellen Sportnews aus Südkorea gibts immer im Ticker.

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