Manchmal vergesse sie beinahe, dass sie zwei Mal bei den Olympischen Spielen dabei war, sagt Alexia Paganini (24), «dann wiederum kommt es mir vor, als sei es erst gestern gewesen.» Alexia ist als Tochter eines Bündners und einer Niederländerin im US-Bundesstaat Connecticut geboren und aufgewachsen. Schon mit zwei Jahren stand sie in Begleitung ihrer Mutter erstmals auf den Schlittschuhen. Als 15-jährige Eiskunstläuferin wechselte sie zum Schweizer Verband. Paganini wurde vier Mal Schweizer Meisterin, 2020 landete sie bei den Europameisterschaften auf dem vierten Platz, und 2018 sowie 2022 vertrat sie die Schweiz bei den Olympischen Winterspielen.
Wegen gesundheitlicher Probleme gab sie im Oktober 2024 ihren Rücktritt vom Profisport bekannt. «Diesen Schritt habe ich nie bereut», sagt sie. Seit ihrem Karriereende lebt sie in Zürich und legt den Fokus auf ihren Beruf ausserhalb des Sports. Soeben hat sie erfolgreich eine Marketing-Ausbildung bei einem Finanzdienstleister abgeschlossen, ab April wird sie dort als Social Media Manager arbeiten. Parallel absolviert sie ein Online-Studium im Bereich Marketing.
Artistischer als früher
Alexia Paganini tritt immer noch als Eiskunstläuferin auf. Zum Beispiel an Shows wie aktuell gerade bei «Art on Ice» in Zürich, Freiburg und Davos. Dieses Jahr ist sie erstmals Teil der Gruppen-Eiskunstläufer: «Das ist eine neue Herausforderung für mich. Meine Läufe werden weniger technisch, dafür artistischer sein.» Besonders freut sie sich darauf, zur Musik der britischen Sängerin Jess Glynne (36) sowie des Schweizer Rappers Stress (48) zu laufen.
«Heute macht mir der Sport mehr Spass als früher», meint sie. Als Profi habe sie viele schöne, aber auch weniger schöne Momente erlebt.
Intensive Zeit
Sie verheimlicht nicht, dass der Drill ihr zu schaffen machte: So musste sie ihre schulische Ausbildung neben den täglich bis zu achtstündigen Trainings auf der Eisbahn, im Ballett- oder im Fitnessraum vorbeizirkeln. Sollte Paganini einmal Kinder haben, würde sie diesen nicht schon als Zweijährige Schlittschuhe anziehen, wie es bei ihr einst der Fall war: «Es wäre mir lieber, wenn sie einen anderen Sport wählen würden. Aber sie dürfen natürlich machen, was sie wollen.»
Heute trainiert sie vor oder nach der Arbeit «nur noch» zirka viermal die Woche in der Eishalle oder im Fitnessstudio, um für ihre Showauftritte fit zu sein. Alexia Paganinis Agenda ist somit immer noch gut gefüllt. Bei einem freien Zeitfenster trifft sie sich gern mit Freunden, um zu feiern oder essen zu gehen. Letztes Jahr verbrachte sie fünf Monate in ihrer alten Heimat Amerika: «Ich wollte Zeit mit meiner Familie verbringen und habe nebenbei auch Kinder im Eiskunstlauf trainiert», erzählt sie.
Interesse am Wettkampfsport verloren
Die Eiskunstlauf-Wettkämpfe, etwa an den Olympischen Winterspielen in Milano (I), verfolge sie nicht mehr so intensiv wie früher. «Mit den Schweizer Läuferinnen und Läufern fiebere ich aber schon mit.» Ausserdem gefalle ihr der Laufstil der Belgierin Loena Hendrickx (26) sehr gut. Aber sie schaue sich jeweils nicht mehr das volle, rund dreistündige Programm an. Denn: «Inzwischen habe ich ein bisschen das Interesse am Wettkampfsport verloren.» Doch das Eiskunstlaufen bleibt für sie weiterhin ein Teil ihres Lebens.