Darum gehts
- Nina Christen beendet ihre Karriere als Spitzensportlerin
- Sie begann 2022 eine Ausbildung zur Helikopterpilotin
- Si gewann dreifach Gold bei den European Games 2023
Eine der erfolgreichsten Schweizer Schützinnen beendet ihre Karriere. Nina Christen erklärt per Ende Jahr ihren Rücktritt. Das teilt Swiss Shooting in einer Medienmitteilung mit.
Die 31-Jährige hat an den Olympischen Spielen 2021 in Tokio (Jp) brilliert. Mit dem Luftgewehr gewann sie über 10 Meter Bronze, eine Woche später doppelte sie mit Gold im Kleinkaliber-Dreistellungskampf über 50 Meter nach. Daneben hat sie unzählige nationale und internationale Podestplätze gefeiert – unter anderem den EM-Titel 2019 oder dreifach Gold an den European Games 2023 (10 m Luftgewehr, im Team und im Mixed).
Erfolge, die auch ihre Schattenseite mit sich bringen. Nach Olympia wird Christen vom Trubel rund um ihre Person regelrecht erstickt. Eine «post-olympische Depression» setzt ein. Wochenlang kommt sie am Morgen kaum aus dem Bett. Aber sie überwindet das Tief.
Der Entscheid, sich nun vom Spitzensport zu verabschieden, ist über ein Jahr gereift. «Der Aufwand und der Ertrag sind nicht mehr dieselben wie früher», wird Christen zitiert. «Es gibt mir nicht mehr gleich viel wie einst.» 15 Jahre war die Profi-Gewehrschützin im Spitzensport aktiv. Und blickt voller Dankbarkeit auf diese Zeit zurück. «Ich bin in der wunderbaren Situation, dass ich nicht aufhören muss, sondern aufhören darf.»
Weiterer Weg noch offen
Schon 2022 hat Christen eine neue Herausforderung gesucht – und mit dem Helikopterfliegen gefunden. Sie hat ihre Ausbildung zur Pilotin begonnen und Ende Oktober 2025 die Privatpilotenlizenz erlangt. Wie es für sie weiter geht, ist noch offen.
Zunächst gönnt sich Christen eine Auszeit. «Ich bin wieder ein bisschen wie ein Teenager, der seinen Beruf finden muss», meint sie. Nicht nur die Fliegerei fasziniert sie, sondern auch das Gesundheitswesen oder Meteorologie. Wohin ihr Weg sie führt, wird sich zeigen.