Neuer Doping-Test: «Der Ablauf ist einfach und kurzweilig»(02:47)

Es fehlen über 300'000 Franken
Swiss Sport Integrity offenbart Finanzprobleme

Im Geschäftsbericht von Swiss Sport Integrity sind einige Rekorde vermerkt. Jedoch sorgen nicht alle für Begeisterung.
Publiziert: 25.04.2024 um 08:23 Uhr
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Aktualisiert: 25.04.2024 um 09:28 Uhr
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An einer Medienkonferenz in Bern informiert die Stiftung Swiss Sport Integrity über ihre aktuelle Situation.
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Nicola AbtRingier Journalistenschüler

Es sind Zahlen, die zu denken geben. Der Geschäftsbericht von Swiss Sport Integrity (SSI) offenbart einen starken Anstieg der eingegangenen Meldungen zu möglichen Ethik-Verstössen im Schweizer Sport. 374 Stück waren es im letzten Jahr. Ein Plus von mehr als 40 Prozent im Vergleich mit 2022.

Die vielen Fälle bringen das SSI-Team an ihre Grenzen. «Das Personal reichte nicht aus, um die Meldungen in der geforderten Qualität und den geforderten Fristen zu bearbeiten», schreibt SSI im Geschäftsbericht. Sie mussten externe Hilfe beiziehen, was mit zusätzlichen Kosten verbunden war. Deshalb entstand 2023 ein Minus von über 360'000 Franken. 

Nun hat das Bundesamt für Sport beschlossen, jährlich zusätzliche 600'000 Franken bereitzustellen. Gleiches tut Swiss Olympic mit einem Betrag von 400'000 Franken. Die Million wurde aufgrund einer «dringlichen Situation» gesprochen.

Bei der Dopingbekämpfung konnte Swiss Sport Integrity ein neues Rekord-Ergebnis präsentieren. Noch nie wurden so viele Kontrollen durchgeführt wie 2023. Insgesamt waren es 2712 an der Zahl. SSI reichte 16 Anträge über mögliche Verstösse gegen die Anti-Doping-Bestimmungen bei der Disziplinarkammer des Schweizer Sports ein.

Doping-Alarm im Freizeitsport

Bei über 100 Kontrollen kam eine neue Testmethode zum Einsatz. Sie nennt sich Dried Blood Spots (DBS). Wirklich neu ist sie nicht, jedoch hat sie SSI erst im vergangenen Jahr in ihr Dopingkontrollsystem aufgenommen. 

Bei dieser werden dem Athleten Kleinstmengen an Blut entnommen. Dafür ist nur ein kleiner «Piks» notwendig, etwa in eine Fingerkuppe. Das macht die Dopingkontrolle für den Athleten wesentlich angenehmer, wie ein Test von Blick bestätigt (siehe Video). Dazu ist die Lagerung der DBS-Proben platzsparender und einfacher als andere Kontrollmethoden. «Sie ersetzt aber (noch) nicht die herkömmlichen Methoden wie Urin oder venöses Blut», so SSI.

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Beunruhigend aus Sicht von Swiss Sport Integrity ist das Rekordhoch der sichergestellten Dopingmittel. «Oftmals handelt es sich um sogenannte Lifestyle- oder Anti-Aging-Medizin aus dem Ausland. Deren Import ohne Arztrezept verboten ist.» Im Austausch mit Experten kam SSI zum Schluss, «dass der Doping- beziehungsweise Arzneimittelmissbrauch im Freizeit- und Fitnesssport auch in der Schweiz ein wachsendes Problem darstellt und gezielte Massnahmen notwendig sind».

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