«Wir haben das erledigt, was wir machen konnten.» Es sind die Worte von Handball-Nationaltrainer Andy Schmid (42) nach dem sehr überzeugenden 43:26-Sieg gegen Montenegro.
Was er damit meint? Die Ausgangslage vor dem Spiel war, dass sein Team gegenüber den Färöer-Inseln einen Zwei-Punkte- und 16-Tore-Rückstand wettmachen muss, um noch Chancen zu haben, als Gruppenzweiter in die EM-Hauptrunde vorzustossen. Dass der Rückstand schon nach dem Nati-Spiel getilgt ist, hätte Schmid «nicht ansatzweise erwartet».
Aber damit ist es noch nicht getan: Damit die Schweiz nach Malmö an die Hauptrunde fahren darf, muss Slowenien gegen die Färinger gewinnen. Und so kommt es auch: 30:27. Obwohl Schmid nach dem Nati-Spiel bei SRF noch sagt: «Slowenien wird nicht viele Chancen haben.»
Zwei Nati-Youngsters ebnen Weg zur Hauptrunde
Da hat er sich geirrt – und zwar doppelt. Denn: «Ich habe vor Jahren gesagt, dass es keinen Handball-Gott gibt. Wenn Färöer gewinnt, gibt es wirklich keinen. Wenn sie verlieren, gibt es ihn doch.» Nun, der Schweizer Handball-Papst muss seinen Glauben diesbezüglich überdenken.
Den Unterschied im Spiel gegen Montenegro machen die Schweizer in der zweiten Halbzeit. Die Pausenführung von 22:16 schrauben sie in den ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte auf 29:17 hoch. Nach einem etwas fehleranfälligen Auftritt in den ersten 30 Minuten, in denen die Montenegriner zu einfach zu Toren kommen, gerät die Nati in einen Rausch und überzeugt auch in der Defensive.
Zwei Youngsters haben entscheidenden Anteil am Kantersieg: Luca Sigrist (20) und Goalie Mathieu Seravalli (21). Letzterer kommt in der ersten Halbzeit für Nikola Portner zwischen die Pfosten und läuft in seinem ersten EM-Spiel zur Höchstform auf. Am Ende weist er eine starke Abwehrquote von 48 Prozent auf. «Er hat uns den Weg geebnet, dass so ein Sieg überhaupt möglich ist», sagt Schmid zu SRF.
Schmids Kinder müssen noch auf Papi warten
Sigrist ist zusammen mit Routinier Rubin mit zehn Toren der beste Schweizer Torschütze, drei der ersten vier Treffer gehen auf sein Konto. Auch für den 20-Jährigen hat Schmid lobende Worte und muss einen Fehler eingestehen: «Ich hätte ihn gegen Slowenien in der zweiten Halbzeit bringen sollen, habe ich aber nicht gemacht. Heute hat er gezeigt, warum es ein Fehler war.»
Mit «160 der 180 EM-Minuten» könne er bislang zufrieden sein. Einzig die Phase im Spiel gegen Slowenien, als man einen Neun-Tore-Vorsprung hergegeben hat, ärgert ihn. Deshalb sagt er auch: «Wenn wir nach Malmö gehen, haben wir es verdient. Wenn nicht, dann sehe ich meine Kinder wieder, das ist auch schön.» Lio und Levi müssen nun aber noch länger auf ihren Papi warten. In der Hauptrunde warten Island, Ungarn, Kroatien und Schweden.
Hier gibts das Spiel zum Nachlesen im Ticker:
60. MInute: Schweiz – Montenegro 43:26
Das wars! Die Schweizer Nati erfüllt ihre Pflicht in beeindruckender Manier und gewinnt 43:26. Das bedeutet, dass der Torrückstand auf die Färöer Inseln wettgemacht ist und die einfache Rechnung nun lautet: Verlieren die Färinger gegen Slowenien (ab 20.30 Uhr), ist die Schweiz in der EM-Hauptrunde! Danke fürs MItlesen im Ticker, in Kürze gibts hier den Matchbericht.
58. Minute: Schweiz – Montenegro 43:25
Gleich ist es vorbei, die Schweiz führt mit 18 Toren Vorsprung!
57. MInute: Schweiz – Montenegro 41:25
So, damit wäre der Torrückstand auf die Färöer Inseln wieder wettgemacht.
54. Minute: Schweiz – Montenegro 39:25
Es wird lauter in der Halle, vor allem, weil die Färinger Fans in der Halle sind und die Parole gegen die Schweiz ergreifen. Sofort halten die Schweizer Anhänger dagegen und treiben die Nati-Stars an.
51. Minute: Schweiz – Montenegro 37:24
Die letzten zehn Minuten sind angebrochen, jetzt geht es darum den Vorsprung mindestens zu verwalten – im Idealfall aber noch etwas auszubauen.
49. Minute: Schweiz – Montenegro 37:22
Mathieu Seravalli macht seine 9. Parade und wird hier zum heimlichen Helden für die Schweiz. Das sehen auch die Stars der Färöer Inseln, die in der Halle dem Spiel beiwohnen.
46. Minute: Schweiz – Montenegro 34:20
Samuel Zehnder trifft per Siebenmeter. Es ist mittlerweile eine mehr als komfortable Führung.
44. Minute: Schweiz – Montenegro 33:20
Luca Sigrist sprintet durch alle durch und trifft einmal mehr. Ein sehr starker Auftritt des Youngsters.
43. Minute: Schweiz – Montenegro 31:19
Die Montenegriner lassen aus zentraler Position eine Top-Chance liegen. Dann folgt ein etwas überhasteter Angriff der Schweizer. Den nächsten Angriff des Schweizer Gegners pariert Seravalli (6. Parade). Dann nimmt Schmid sein Timeout: «Spielt simpel. Wir müssen nicht Würfe nehmen, die nicht gehen. Wir haben noch 18 Minuten Zeit.»
40. Minute: Schweiz – Montenegro 29:17
9:50 Minuten hat es gedauert, bis die Montenegriner ihr erstes Tor in der 2. Halbzeit erzielen. In dieser Zeit haben die Schweizer schon sieben weitere Treffer gemacht.
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