Die besten Anekdoten zum 50. Yellow Cup
Als Ostblock-Handballer am Zoll gestoppt wurden

Zum 50. Mal findet diese Woche in Winterthur der Yellow Cup statt. Der langjährige OK-Boss Peter Lattmann erinnert sich an die kuriosesten Episoden und wichtigsten Momente der Turniergeschichte.
Publiziert: 03.01.2024 um 16:05 Uhr
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Einer der grossen Stars der Geschichte des Yellow Cups: Jae-won Kang, hier 2001 mit einer koreanischen Auswahl.
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Christian MüllerRedaktor Sport

Vier bis sechs Handball-Teams und Yellow Winterthur als Organisator in Fronarbeit – am Grundgerüst des Yellow Cups hat sich während 50 Austragungen nichts geändert. Und doch ist das Turnier von heute – gerade punkto Grösse und Professionalität – mit den Anfangsjahren nicht zu vergleichen. «Der Umzug von der Eulachhalle in die Axa-Arena erleichtert dem heutigen OK vieles, ist aber eine ganz andere Herausforderung», sagt Peter «Baldo» Lattmann, der von 1975 bis 2010 Turnier-Boss war.

Dass der Yellow Cup diese Woche zum 50. Mal stattfindet, ist nicht selbstverständlich. Schon drei Jahre nach der Gründung stand das Turnier auf der Kippe, wie sich Lattmann erinnert: «Wir hatten zu wenig Zuschauer. Dabei hätte der Yellow Cup etwas Geld für die Klubkasse generieren sollen. Der Aufschwung kam, als wir den Termin von vor der Saison in die Altjahrswoche verlegt haben. Damit bekamen wir mehr Aufmerksamkeit, weil abgesehen vom Spengler Cup kaum Sportevents stattfanden.»

Nati testet für die EM

Der diesjährige Yellow Cup steht für die Schweizer Handball-Nati im Zeichen der Vorbereitung auf die EM (ab 10.1.) in Deutschland. Vom Donnerstag bis Samstag trifft die Nati auf die beiden EM-Teilnehmer Rumänien und Bosnien und Herzegowina sowie Argentinien. Nati-Trainer Michael Suter kann personell nicht ganz aus dem Vollen schöpfen: Dimitrij Küttel und Samuel Röthlisberger fehlen verletzt, Zoran Markovic ist aus privaten Gründen nicht dabei.

Der diesjährige Yellow Cup steht für die Schweizer Handball-Nati im Zeichen der Vorbereitung auf die EM (ab 10.1.) in Deutschland. Vom Donnerstag bis Samstag trifft die Nati auf die beiden EM-Teilnehmer Rumänien und Bosnien und Herzegowina sowie Argentinien. Nati-Trainer Michael Suter kann personell nicht ganz aus dem Vollen schöpfen: Dimitrij Küttel und Samuel Röthlisberger fehlen verletzt, Zoran Markovic ist aus privaten Gründen nicht dabei.

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Lange nahmen mehrheitlich Klub-Mannschaften teil. «Mein Ziel war es jeweils, neben Schweizern je ein Team aus Westeuropa, einen Exoten und einen Vertreter aus dem Ostblock in Winterthur zu haben», erklärt Lattmann. Gerade die osteuropäischen Teams sorgten regelmässig für Wirbel. «Eine ungarische Mannschaft ist am ersten Turniertag vom Zoll gestoppt worden, weil im Teambus 500 Sektflaschen gefunden wurden», erzählt Lattmann. Nur durch eine Intervention der Turnier-Organisatoren beim Zoll schafften es die Ungarn aus dem Bus gerade noch rechtzeitig aufs Spielfeld. Die Getränke durften bei der Rückreise wieder abgeholt werden.

Die Stars kamen gerne nach Winterthur

Ein Highlight war der Besuch der südkoreanischen Junioren-Auswahl, die im Hinblick auf die Olympischen Spiele 1988 in Seoul gebildet wurde. Lattmann: «Die Koreaner waren erstmals in Europa und die meisten von ihnen haben in Winterthur ihren ersten Schluck Alkohol getrunken. Kein Wunder, haben sie am Turnier-Bankett auf der Bühne ein Ständchen gehalten.» Einer dieser Koreaner sollte in den 90er-Jahren ausgerechnet Yellows Stadtrivalen Pfadi Winterthur zu fünf Meistertiteln in Serie schiessen. Sein Name: Jae-won Kang.

Das traditionelle Bankett nach Turnierschluss war früher mindestens so wichtig wie die Spiele an sich. Um länger feiern zu können, pfiff Talant Dujshebaev, der grosse Star der 90er-Jahre, gar auf den Zapfenstreich seines Trainers. Und für eine Mannschaft aus Algerien liessen Lattmann und das Turnier-OK extra Lammfleisch zubereiten. «Als das Lamm weg war, haben sie noch alles andere Essen verputzt.» 

Solche Geschichten sind heute unvorstellbar. «Spätestens durch die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Handballverband anfangs der 2000er-Jahre ist der Yellow Cup so richtig professionalisiert worden», sagt Turnier-Ikone Lattmann. «Und doch hat nie ein Helfer einen Rappen für seine Arbeit gefordert.»

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