Andy Schmid und die Nati spielen in der Heimat seiner Frau
«Das wird eine teure EM für mich»

Die Ausgangslage für unsere Handball-Nati an der EM ist verheissungsvoll wie selten. Therese Olsen, die Frau von Nati-Trainer Andy Schmid, fiebert dem Turnier noch aus einem anderen Grund entgegen.
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In Norwegen begann einst die Geschichte von Andy Schmid und seiner Frau Therese Olsen.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

  • Handball-EM-Gruppen mit machbaren Gegnern für die Schweiz ausgelost
  • Trainer Andy Schmid möchte mit der Nati erstmals die Vorrunde überstehen
  • Familie Schmid: 2 Kinder, 4 Wochen nach Treffen zusammengezogen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Christian MüllerRedaktor Sport

Als die Gruppen für die bevorstehende Handball-EM ausgelost wurden, brach im Zuhause von Nati-Trainer Andy Schmid (42) aus zwei Gründen Jubel aus: Er selbst freute sich darüber, dass mit den Färöer Inseln, Slowenien und Montenegro sportlich machbare Gegner auf die Schweiz warten. Bei Schmids Ehefrau Therese Olsen (40) genoss der Spielort grössere Priorität. Schweden, Norwegen und Dänemark standen zur Auswahl – mit ihrem Heimatland Norwegen wurde auch ihr Wunsch erfüllt.

Schweizer Vorrunden-Spiele an der EM

Freitag, 16.1., 20.30 Uhr: Schweiz – Färöer

Sonntag, 18.1., 20.30 Uhr: Schweiz – Slowenien

Dienstag, 20.1., 18 Uhr: Schweiz – Montenegro

Freitag, 16.1., 20.30 Uhr: Schweiz – Färöer

Sonntag, 18.1., 20.30 Uhr: Schweiz – Slowenien

Dienstag, 20.1., 18 Uhr: Schweiz – Montenegro

Umso mehr, weil die EM-Halle in Oslo nur etwa 90 Autominuten von Sandefjord entfernt liegt, wo sie einst aufgewachsen ist. Ihre gesamte Familie wird für die Schweizer Vorrunden-Spiele in die Hauptstadt reisen. «Das wird eine teure EM für mich», sagt Andy Schmid, der sich natürlich gerne um die vielen Ticketwünsche kümmert. Abgesehen davon legt er wenig Wert auf den Spielort. «Als Sportler bist du während so eines Turniers in deinem eigenen Kosmos. Ob ich den Kaffee an den spielfreien Tagen in Ägypten, Dänemark oder Norwegen trinke, ist zweitrangig.»

An einer Party begann die Liebesgeschichte

Norwegen ist für das Ehepaar Olsen-Schmid der Ort, an dem einst alles begann. 2008 lernten sie sich auf einer Party in Sandefjord kennen. «Was soll ich sagen? Er war jung und dumm», lacht Therese Olsen, wenn sie sich an den feuchtfröhlichen Abend erinnert. Ganz alles hat Schmid damals aber offenbar nicht falsch gemacht. Denn nur vier Wochen danach zog seine spätere Frau zu ihm nach Zürich. «Wenn man so jung ist, wagt man halt so ein Abenteuer», blickt Therese Olsen zurück. Später gings zusammen für ein Jahr nach Dänemark und deren zwölf nach Deutschland, wo die Geburten der Buben Lio (13) und Levi (9) das Familienglück perfekt machen. 

«Andy ist als Papa überpräsent, verpasst keinen wichtigen Moment unserer Kinder», sagt Olsen. Die Familie gab Schmid während seiner Spielerkarriere oft den nötigen Halt, als es in den knappen Meisterschafts-Duellen nicht immer nach Wunsch lief. «Als dann die Erfolge kamen, ist Andy ruhiger geworden.» Und seit er Trainer ist, kann Schmid auch mal ein Handballspiel emotionslos im TV schauen. «Er verfolgt praktisch jede Liga. Und zum Glück für Andy sind unsere beiden Kinder genauso grosse Handball-Fans wie er», verrät Therese Olsen, die sich für etwas Familienzeit gerne mit aufs Sofa setzt.

Das Interesse aus Deutschland

Manchmal wird diese Familienzeit gestört. «Bei Anrufen mit deutscher Nummer werde ich jeweils etwas nervös», sagt Olsen scherzhaft. Sie weiss nur zu gut, dass der Name ihres Manns in den Köpfen gewisser Sportchefs auch als Trainer präsent ist. Ein Job im Hamsterrad Bundesliga würde aber bedeuten: mehr Reisen, weniger Planungssicherheit für die Familie. Andy Schmid sagt dazu: «Der Entscheid, in die Schweiz zu kommen, war ja auch einer für die Familie. Dies jetzt wieder aufzugeben, kommt aktuell nicht infrage – auch wenn es sportlich natürlich reizvoll ist.»

Nati-Kader an der Handball-EM

Lucas Meister, Kadetten Schaffhausen
Lenny Rubin, TVB Stuttgart
Manuel Zehnder, SC Magdeburg
Felix Aellen, ThSV Eisenach
Michael Kusio, BSV Bern
Nikola Portner, SC Magdeburg
Samuel Röthlisberger / TVB Stuttgart
Dimitrij Küttel, Kadetten Schaffhausen
Luka Maros, Kadetten Schaffhausen
Gino Steenaerts, Rhein-Neckar Löwen
Lukas Laube, THW Kiel
Levin Wanner, BSV Bern
Luca Sigrist, HC Kriens-Luzern
Samuel Zehnder, TBV Lemgo
Joel Willecke, TBV Lemgo
Niclas Mierzwa, Pfadi Winterthur
Noam Leopold, HBC Nantes
Matthieu Seravalli, BSV Bern
Mehdi Ben Romdhane, Pfadi Winterthur

Lucas Meister, Kadetten Schaffhausen
Lenny Rubin, TVB Stuttgart
Manuel Zehnder, SC Magdeburg
Felix Aellen, ThSV Eisenach
Michael Kusio, BSV Bern
Nikola Portner, SC Magdeburg
Samuel Röthlisberger / TVB Stuttgart
Dimitrij Küttel, Kadetten Schaffhausen
Luka Maros, Kadetten Schaffhausen
Gino Steenaerts, Rhein-Neckar Löwen
Lukas Laube, THW Kiel
Levin Wanner, BSV Bern
Luca Sigrist, HC Kriens-Luzern
Samuel Zehnder, TBV Lemgo
Joel Willecke, TBV Lemgo
Niclas Mierzwa, Pfadi Winterthur
Noam Leopold, HBC Nantes
Matthieu Seravalli, BSV Bern
Mehdi Ben Romdhane, Pfadi Winterthur

Reizvoll ist auch die Aufgabe, die er mit der Nati ab Freitag in Angriff nimmt. «Das Ziel ist schon, dass wir mindestens Zweiter werden und die Vorrunde überstehen.» Das hat die Schweiz – seit dieses EM-Format eingeführt wurde – noch nie geschafft. «Unsere Gruppe ist ausgeglichen, mit Slowenien als leichtem Favorit und einem heiklen Spiel gegen die Färinger, die etwa 8000 Fans im Rücken haben werden. Ich will aber unbedingt für die Hauptrunde nach Malmö.» Anders siehts beim Rest der Familie aus, die nach den ersten beiden Spielen wegen der Schule die Heimreise antreten wird.

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