Als die Deutschen vor zehn Jahren letztmals in einem EM-Final standen, hiess der Trainer Dagur Sigurdsson. Der Isländer betreut nun die Kroaten, was dem Halbfinal noch mehr Brisanz verlieh.
Bis zum 17:16 (32.) verlief die Partie in Herning ausgeglichen, dann zogen die Deutschen auf 22:16 (38.) davon. Dreimal führten sie gar mit sieben Toren - zuletzt in der 43. Minute beim Stand von 26:19. Die Kroaten steckten jedoch nicht auf und verkürzten 73 Sekunden vor dem Ende auf 28:30. Mit dem 31:28 von Renars Uscins war die Entscheidung dann aber gefallen. Den Unterschied machten die Deutschen im Tor: Während Andreas Wolff 13 Schüsse abwehrte, kamen die beiden kroatischen Keeper Dominik Kuzmanovic (7) und Matej Mandic (1) zusammen nur auf acht Paraden.
Trotz der Niederlage ist die Moral der Kroaten hoch einzuschätzen, da sie ein deutlich intensiveres Programm hatten. Sie bestritten ihre letzten beiden Hauptrundenpartien am Dienstag sowie Mittwoch und mussten am Donnerstag von Malmö nach Dänemark reisen. Deutschland dagegen spielte am Montag und Mittwoch in Herning.
Der Gegner im Final vom Sonntag heisst wie erwartet Dänemark. Die Co-Gastgeber schlagen im zweiten Halbfinal Island mit 31:28. Die Dänen sind bereits aktueller Weltmeister und Olympiasieger und könnten erstmals seit 2012 wieder EM-Gold holen. Das Hauptrunden-Duell zwischen den beiden Finalisten war mit 31:26 eine klare Sache für Dänemark.