Zoff in der Super League
«Spieler können Wiederbeginn kaum erwarten»

64 Prozent der Super- und Challenge-League-Spieler seien für einen Meisterschafts-Abbruch. Die Spielerberater bezweifeln das – und gehen auf die Spielergewerkschaft los.
Publiziert: 08.05.2020 um 10:33 Uhr
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Eine Spieler-Umfrage löst Aufregung aus.
Andreas Böni und Alain Kunz

Die Liga ist für eine Fortsetzung der Saison, die Klubs sind zerstritten. Und BLICK veröffentlichte eine Studie der Profi-Gewerkschaft SAFP (Swiss Association of Football Players). Diese hat gemäss eigenen Angaben 140 Spieler der Super und Challenge League befragt – und 64 Prozent der Profi-Spieler würden sich für einen Abbruch stark machen.

Dieses Ergebnis zweifeln nun die Schweizer Spielerberater an. «Als Berufsverband der Schweizer Fussball-Agenten (SFAA), welche die wichtigsten Berater des Landes repräsentiert, möchten wir einen Kontrapunkt zur heute im BLICK veröffentlichten Umfrage der Spielergewerkschaft (SAFP) setzen», schreiben die Agenten. «Wir können uns nach den von uns geführten Gesprächen mit unseren Klienten nicht vorstellen, dass eine Mehrheit der Spieler in der Super League und der Challenge League für den Abbruch der Meisterschaft eintritt.»

«Sie können es kaum erwarten»

Wer hat Recht? Bei der Agenten-Vereinigung sind 22 Mitglieder eingetragen, welche einen Grossteil der wichtigsten Spieler in der Schweiz vertreten. Die Spieler-Gewerkschaft hat Antworten von 140 ihrer Mitglieder erhalten. Laut «Transfermarkt» gibt es insgesamt 535 Profis (277 in der Super League, 258 in der Challenge League).

So folgern die Agenten: «Wir zweifeln deshalb an, dass diese Studie repräsentativen Charakter hat. Die Feedbacks, die wir erhalten, sind ganz anders. Die meisten Spieler können es kaum erwarten, dass der Ligabetrieb wieder aufgenommen wird. Sie wollen spielen. Es geht dabei ja auch um ihre Zukunft und um ihren persönlichen Marktwert. Der würde sich, falls die Saison ohne weitere Spiele zu Ende ist, auf jeden Fall verschlechtern.»

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