Nach WM-Qualifikation
Dänen-Nati plant Protestaktionen in Katar

Die Kritik an der WM-Endrunde in Katar reisst nicht ab. Die jüngsten Qualifikationsspiele haben die Diskussionen neu entfacht: Der dänische Verband kündigt Massnahmen für seine WM-Teilnahme an.
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Besuch vor Ort: Fifa-Boss Gianni Infantino (2.v.r.) besucht diese Woche das WM-Finalstadion in Katar. Mit dabei: Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro (2.v.l.).
Foto: AFP

Katar im Brennpunkt! Jetzt, wo sich immer mehr Nationalmannschaften für die WM 2022 qualifizieren, rückt das Mini-Emirat im nahen Osten wieder voll in den Fokus. Das grosse Thema im Westen: Die Menschenrechtssituation unter den Gastarbeitenden.

Der dänische Fussballverband hat am Mittwoch einen Massnahmenkatalog für seine WM-Teilnahme präsentiert. Die Sponsoren verzichten etwa auf ihre Plätze auf den Kleidern der Spieler, stattdessen sollen kritische Botschaften aufgedruckt werden.

PR-Aktionen an der WM gibts nur, wenn es um den Sport geht, Werbeaktionen für Katar werden verweigert. Das Teamhotel wird danach ausgesucht, ob im Haus die Arbeitnehmerrechte gewahrt sind. Und die dänischen Fans sollen über die Menschenrechtssituation am Golf gründlich aufgeklärt werden.

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Fifa hält nichts von Boykott-Forderung

Von einem Boykott ist in Dänemark nicht die Rede. Diesen fordert in der Schweiz die Juso von der Nati. Der SFV verzichtet auf eine Stellungnahme zur Forderung der Jungsozialistinnen.

Stellung nimmt hingegen die Fifa. Ein Sprecher bekräftigt die bekannte Grundhaltung des Weltfussballverbands: «Wir glauben nicht, dass ein WM-Boykott der richtige Ansatz wäre oder irgendeinen nützlichen Zweck erfüllen würde, um die Menschenrechtssituation positiv zu beeinflussen. Wir sind fest entschlossen, unseren Weg des Engagements und des Dialogs fortzusetzen, weil das der beste Weg ist, den Schutz von Arbeitnehmern in Katar zu fördern.»

Doch Juso-Chefin Ronja Jansen sagt gar: «Die WM-Stadien sind auf Leichen gebaut.» Es sollen über 6500 Menschen beim Bau von Gebäuden und Einrichtungen, die für die WM aus dem Boden gestampft wurden, ums Leben gekommen sein.

Amnesty und Fifa uneinig

Diese vom «Guardian» einst errechnete und traurig hohe Zahl bezieht sich auf verstorbene Gastarbeiter in ganz Katar zwischen 2010 und 2020. Baubeginn der Fussballstadien war erst 2014. Gemäss Fifa-Angaben kam es seither lediglich zu drei Todesfällen auf den WM-Baustellen. Plus zu 37 «nicht arbeitsbedingten» Todesfällen unter Stadion-Arbeitern wie Herzinfarkte oder Autounfälle.

Ist die Situation unter dem Fifa-Dach also besser geworden? Die Fifa und Organisationen wie der Internationale Gewerkschaftsbund sagen Ja: «In den letzten fünf Jahren wurden echte und substanzielle Fortschritte im Bereich der Arbeitnehmerrechte erzielt. Gerade, weil diese Fragen durch die Fussball-WM in Katar ins Rampenlicht gerückt wurden.»

Amnesty International sagt Nein. Die Menschenrechtsorganisation schreibt in ihrem jüngsten Report, in Katar gehe trotz Einführung eines Mindestlohns und neuen Gesetzen «die Ausbeutung in massivem Ausmass» weiter.

Auch darum verstummt die Kritik nicht. Im Gegenteil. Auch unter Klub-Fans gibts Widerstand, wie das Beispiel Bayern München zeigt. Ein Bayern-Mitglied hat für die kommende Jahreshauptversammlung den Antrag gestellt, das Sponsoring mit Katars nationaler Fluglinie Qatar Airways schnellstmöglich zu beenden. (red)

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WM-Quali Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
6
13
15
2
Slowakei
Slowakei
6
-2
12
3
Nordirland
Nordirland
6
1
9
4
Luxemburg
Luxemburg
6
-12
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
6
12
14
2
Kosovo
Kosovo
6
1
11
3
Slowenien
Slowenien
6
-5
4
4
Schweden
Schweden
6
-8
2
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schottland
Schottland
6
6
13
2
Dänemark
Dänemark
6
9
11
3
Griechenland
Griechenland
6
-2
7
4
Belarus
Belarus
6
-13
2
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
6
12
16
2
Ukraine
Ukraine
6
-1
10
3
Island
Island
6
2
7
4
Aserbaidschan
Aserbaidschan
6
-13
1
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
6
19
16
2
Türkei
Türkei
6
5
13
3
Georgien
Georgien
6
-8
3
4
Bulgarien
Bulgarien
6
-16
3
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Portugal
Portugal
6
13
13
2
Irland
Irland
6
2
10
3
Ungarn
Ungarn
6
1
8
4
Armenien
Armenien
6
-16
3
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
8
23
20
2
Polen
Polen
8
7
17
3
Finnland
Finnland
8
-6
10
4
Malta
Malta
8
-15
5
5
Litauen
Litauen
8
-9
3
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Österreich
Österreich
8
18
19
2
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
8
10
17
3
Rumänien
Rumänien
8
9
13
4
Zypern
Zypern
8
0
8
5
San Marino
San Marino
8
-37
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Norwegen
Norwegen
8
32
24
2
Italien
Italien
8
9
18
3
Israel
Israel
8
-1
12
4
Estland
Estland
8
-13
4
5
Moldawien
Moldawien
8
-27
1
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belgien
Belgien
8
22
18
2
Wales
Wales
8
10
16
3
Nordmazedonien
Nordmazedonien
8
3
13
4
Kasachstan
Kasachstan
8
-4
8
5
Liechtenstein
Liechtenstein
8
-31
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
8
22
24
2
Albanien
Albanien
8
2
14
3
Serbien
Serbien
8
-1
13
4
Lettland
Lettland
8
-10
5
5
Andorra
Andorra
8
-13
1
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kroatien
Kroatien
8
22
22
2
Tschechien
Tschechien
8
10
16
3
Färöer
Färöer
8
2
12
4
Montenegro
Montenegro
8
-9
9
5
Gibraltar
Gibraltar
8
-25
0
Qualifiziert
Playoffs
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