Das blaue Wunder(kind)
Mbappé – Aus dem Ghetto in den WM-Final

Vor zwei Jahren kannten ihn erst Insider. Jetzt ist Kylian Mbappé die Lichtgestalt der französischen Titelhoffnungen. Der Werdegang des «blauen Wunders».
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Das «blaue Wunder(kind)»: Kylian Mbappé, 19-jährig, französischer Hoffnungsträger im WM-Final.
Foto: PETTER ARVIDSON
Matthias Dubach

Wahnsinn, dieses Tempo. Beeindruckend, diese Dynamik. Ein Genuss, diese Ballbehandlung. Kylian Mbappé (19) ist die Entdeckung der WM. Die erwartete Entdeckung. Spätestens seit ihn vor einem Jahr Paris SG aus Monaco holte und zum zweitteuersten Fussballer nach Teamkollege Neymar machte, gilt Mbappé als grösstes Versprechen des Weltfussballs.

Jetzt ist er mit seinen «Les Bleus» noch einen Schritt davon entfernt, sein Riesenpotenzial sogar schon vor dem 20. Geburtstag mit dem WM-Titel zu krönen. Der Aufstieg zum Super-Teenager war steil und lange nicht absehbar. Als Frankreichs U17 Weltmeister wird, fehlt er trotz passendem Jahrgang im Kader.

Wo kommt dieser pfeilschnelle Schlacks her, den man noch vor drei Jahren bei den Junioren übergehen konnte und nun als «blaues Wunder» gefeiert wird? Mbappé blickt im Fussballmagazin «FourFourTwo» auf seinen Werdegang zurück. Sein Aufstieg beginnt in der Banlieue, den schmucklosen Aussenquartieren von Paris. Kylian wächst in Bondy auf, elf Kilometer nordöstlich vom Eiffelturm.

Sein Adoptivbruder ist Profi in der Türkei

Sein Vater stammt aus Kamerun, hat auf hohem Amateurniveau Fussball gespielt und trainiert dann im AS Bondy Junioren. Die Mutter spielte in der höchsten Liga Handball. «Die Erfahrungen meiner Eltern als Sportler haben mir geholfen, Fehler zu vermeiden», sagt Mbappé. Und da ist auch noch Adoptivbruder Jirès Kembo Ekoko (heute 30). Er wird zum Vorbild für den elf Jahre jüngeren Kylian. Ekoko ist ebenfalls Fussballprofi, schaffte in Rennes den Durchbruch und spielt heute in der Türkei bei Bursaspor. «Jirès war mein Idol. Wir sind oft nach Rennes zu seinen Spielen gefahren.»

Mbappé beginnt mit vier Jahren beim AS Bondy. Verblüffend: Bis er zu Monaco wechselt, kickt er für seinen lokalen Klub, wo sein Vater trainiert. Möglich machts die Fussballschule in Clairefontaine, wo die besten Talente des Landes ge­fördert werden. «Am Wochenende war ich in nur einer Stunde daheim und habe unter meinem Vater für Bondy gekickt», sagt Mbappé.

Chelsea und Real laden ihn zum Vorspielen ein

Beim grossen Fussball darf das Stürmertalent vorerst nur reinschnuppern. Als Elfjähriger lädt ihn Chelsea nach London ein. «Ich trainierte eine Woche und spielte ein Testspiel gegen Charlton mit. Wir gewannen 6:0 oder 7:0, aber ich habe kein Tor gemacht.» Drei Jahre später lässt der nächste Weltklub Mbappé vorspielen: Real Madrid.

«Das war ein Traum, es war die Woche meines 14. Geburtstags. Ich habe ihn mit den Spielern von Real ge­feiert», sagt er. Es entsteht das mittlerweile berühmte Foto mit Cristiano Ronaldo. Doch als sich Mbappé mit 15 erstmals einer Profiklub-Akademie anschliesst, wird es Monaco. «Das war die beste Option, mich als Fuss­baller und Teenager zu entwickeln. Es war weit weg von daheim, aber mein Vater ist mit umgezogen und die Familie ist oft zu Besuch gekommen. Ich hatte kein Heimweh.»

Kylian setzt sich in Monaco durch. Er unterschreibt im März 2016 seinen ersten Profivertrag, muss aber in der Vorrunde der Saison 2016/17 noch Geduld aufbringen. Dann die ganz grosse Explosion. Je mehr es bei Monaco im Titelkampf und in der Champions League um die Wurst geht, desto besser wird Mbappé. In der Rückrunde schiesst er in 21 Pflicht­spielen 18 Tore.

Bei Saisonstart hatten ihn erst Insider gekannt. Im Sommer 2017 schnürt PSG für ihn einen 210-Millionen-Franken-Deal. Mbappé wechselt als kommender Megastar zurück in die Heimatstadt: «Ich führe trotz meiner Bekanntheit ein normales Leben. Ich lebe bei meiner Familie, gehe ins Training und komme wieder heim. Der PSG-Wechsel war viel einfacher als ein Wechsel ins Ausland.»

Doch der könnte bald folgen. Wenn Mbappé heute Frankreich zum Weltmeister macht, erst recht.

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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
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Mexiko
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Südafrika
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Südkorea
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Tschechien
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Gruppe B
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Kanada
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Bosnien und Herzegowina
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Schweiz
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Gruppe C
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Brasilien
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Marokko
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Haiti
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Schottland
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USA
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Paraguay
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Australien
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Türkei
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Gruppe E
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Deutschland
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Curacao
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Elfenbeinküste
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Gruppe F
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Schweden
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Gruppe H
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Kap Verde
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Saudi Arabien
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Frankreich
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Irak
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Norwegen
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Gruppe K
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Portugal
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Demokratische Republik Kongo
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Usbekistan
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Kolumbien
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Gruppe L
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England
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Kroatien
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Ghana
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Panama
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