Das Spiel
Bereits nach fünf Minuten geht Sion in Genf in Führung. Dafür verantwortlich? Ausgerechnet Servette-Captain Steve Rouiller, der in der Jugend der Walliser ausgebildet wurde – er befördert den Ball unglücklich ins eigene Tor. Für den ersten Sieg im Rhone-Derby seit über vier Jahren reicht es Sion dennoch nicht. Das Team von Didier Tholot muss sich am Ende mit einem 3:3 begnügen.
Und das geht durchaus in Ordnung, denn von den Wallisern kommt nach dem frühen Führungstreffer nur sehr wenig. Null Abschlüsse stehen am Ende der ersten Hälfte zu Buche. Die Genfer hingegen erspielen sich immer wieder aussichtsreiche Möglichkeiten und drehen die Partie nach zwei Treffern von Stevanovic und Guillemenot folgerichtig noch vor der Pause.
Nach dem Seitenwechsel steigert sich Sion ein wenig, viele nennenswerte Chancen springen dabei aber nicht heraus – bis Lavanchy die Partie mit dem ersten Walliser Torschuss überhaupt wieder ausgleicht. Im Anschluss ist das Team von Tholot eigentlich näher am Sieg, der vermeintliche Lucky Punch gelingt allerdings Servette-Joker Jallow.
Doch Sion beweist einmal mehr Nehmerqualitäten: In der vierten Minute der Nachspielzeit gelingt Joker Boteli der erneute Ausgleich. Die Walliser bleiben damit in diesem Jahr weiter ungeschlagen, während die Genfer den Anschluss an die Top 6 nur bedingt halten können.
Die Tore
5. Minute, Steve Rouiller (Eigentor), 0:1. Baltazar lanciert auf der rechten Seite den startenden Lavanchy. Dessen flache Hereingabe lenkt Rouiller unglücklich ins eigene Tor ab.
25. Minute, Miroslav Stevanovic, 1:1. Njoh spielt von der linken Seite in den Rückraum zu Stevanovic. Der Bosnier versenkt den Ball aus rund 18 Metern wunderschön in der linken Ecke.
35. Minute, Jérémy Guillemenot, 2:1. Mendes bringt den Ball in den Strafraum, wo Hajrizi nur bis zu Guillemenot klären kann. Dieser bleibt elf Meter vor dem Tor eiskalt und schiebt zur Führung ein.
58. Minute, Numa Lavanchy, 2:2. Rouiller klärt eine Flanke von Hefi. Der Ball landet allerdings vor den Füssen von Lavanchy, der Volley abzieht und Servette-Goalie Mall keine Chance lässt.
86. Minute, Ablie Jallow, 3:2. Mazikou bringt den Ball von der Grundlinie in die Mitte. Dort läuft Jallow perfekt ein und versenkt die Kugel aus wenigen Metern in der oberen rechten Ecke.
90.+4 Minute, Winsley Boteli, 3:3. Hefti flankt in den Strafraum, wo Lavanchy an den Ball kommt und in die Mitte legt. Boteli steht goldrichtig und trifft zum späten Ausgleich.
Die Stimme (gegenüber Blue)
Joël Mall (Servette-Goalie): «Wenn du zuhause drei Tore bekommst, ist es schwierig, zu gewinnen. Am Schluss dürfen wir das Spiel nicht mehr aus der Hand geben. In der ersten Halbzeit waren wir klar besser und müssten eigentlich das 3:1 machen. In der zweiten Halbzeit haben wir zu wenig gemacht, aber konnten auch auf das 2:2 wieder reagieren. Wenn du in der 95. dann noch einen Gegentreffer bekommst, ist das natürlich unnötig.»
Der Beste
Ganz klar Numa Lavanchy. Zu Beginn des Spiels stösst er Steve Rouiller zu Boden und riskiert damit kurz vor der Halbzeitpause eine Rote Karte. Der Aussenverteidiger erzielt dann aber den Ausgleich zum 2:2 und sorgt in der Nachspielzeit mit seiner Vorlage für das 3:3.
Der Schlechteste
Ein weiteres Spiel ohne Tor für Rilind Nivokazi, der dennoch erneut Chancen hatte, endlich wieder zu treffen. Er setzt die Abwehr zwar gut unter Druck, aber seine Aufgabe ist es, Tore zu schiessen.
Das gab zu reden
Servette ist nun seit elf Spielen gegen den Sion ungeschlagen. Die Sittener werden damit nicht zufrieden sein.
Die Schiris
Luca Cibelli versucht, eine klare Linie durchzusetzen, indem er Mazikou bereits in der vierten Minute die Gelbe Karte zeigt. Doch dann verliert er seine Linie und «vergisst», bei groben Fouls eine Karte zu zücken. Wie beispielsweise bei Numa Lavanchy kurz vor der Pause, der zweifellos vom Platz gestellt werden hätte müssen. Oder auch bei Gaël Ondoua in der 80. Minute. Ansonsten ein souverän geleitetes Spiel.
Die Fans
Tolle Stimmung im Stade de Genève, wo die Fans aus Genf und dem Wallis während des gesamten Spiels ihre Liebe zum gegnerischen Lager zum Ausdruck brachten. Aber sie vergessen auch nicht, ihre Spieler anzufeuern, was ihnen mit Bravour gelingt. Und natürlich mit ein paar pyrotechnischen Effekten.
So gehts weiter
Servette empfängt am nächsten Sonntag (14 Uhr) den Tabellenführer aus Thun. Sion spielt am Samstag (18 Uhr) zuhause gegen Luzern, ist am Dienstag (20.30 Uhr) aber zuerst noch im Cup bei GC zu Gast.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 21 | 21 | 46 | |
2 | FC Lugano 0:0 | 22 | 11 | 40 | |
3 | FC St. Gallen | 20 | 14 | 37 | |
4 | FC Basel | 21 | 9 | 36 | |
5 | FC Sion | 22 | 6 | 33 | |
6 | BSC Young Boys | 21 | -5 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 22 | 2 | 28 | |
8 | Servette FC | 22 | -5 | 25 | |
9 | FC Zürich | 21 | -8 | 25 | |
10 | FC Luzern | 21 | -3 | 22 | |
11 | Grasshopper Club Zürich 0:0 | 22 | -11 | 19 | |
12 | FC Winterthur | 21 | -31 | 13 |






