Acht-Tore-Spektakel in Genf! Doch einen Sieger gibt es nicht. Servette und YB trennen sich 4:4.
YB bestimmt in der Anfangsphase das Spielgeschehen, doch die Genfer gehen mit ihrer ersten Chance in Führung. Davon lassen sich die Berner nicht beirren, sie erzielen durch ein schön herausgespieltes Tor den Ausgleich. In der Folge wirkt YB zu unkonzentriert und kassiert nach einem Ballverlust von Fassnacht erneut ein Gegentor.
Kurz vor der Halbzeit hat YB dann Glück: Nach zwei Rettungstaten auf der Linie trifft Servette – doch der im Offside stehende Douline verdeckt YB-Goalie Keller die Sicht, sodass das Tor nach VAR-Eingriff aberkannt wird. Noch vor dem Pausenpfiff trifft YB-Youngster Sanches sehenswert zum Ausgleich. So stehts zur Pause 2:2 statt 3:1 – es ist eine verrückte Partie.
In der zweiten Halbzeit geht es im gleichen Takt weiter. Erst trifft Bedia für YB, dann Guillemenot für Servette. Für den 27-jährigen Stürmer sind es die ersten Super-League-Tore seit Mai 2024. Kaum ist die Partie wieder ausgeglichen, schlagen die Deutschschweizer erneut zu: Flügelverteidiger Hadjam trifft nach einem Traumsolo zum 4:3.
Wars das? Nein! In der Schlussphase macht Servette das achte Tor der Partie. Mráz stellt auf 4:4. YB ist nun seit sechs Partien ungeschlagen (drei Siege, drei Unentschieden). Servette dagegen hat die letzten vier Partien nicht gewinnen können (zwei Niederlagen, zwei Unentschieden).
12. Minute, Jérémy Guillemenot, 1:0. Nach einem Freistoss kommt der Ball zu Stevanovic, der von der rechten Seite in die Mitte flankt. Douline verlängert die halbhohe Hereingabe mit der Schulter. Guillemenot steht goldrichtig und schiebt ein.
26. Minute, Christian Fassnacht, 1:1. Bedia wird auf Strafraumhöhe angespielt und behauptet den Ball. Der Stürmer schickt Virginius in die Tiefe, der quer zur Mitte legt. Dort läuft Fassnacht ein und trifft ins kurze Eck.
33. Minute, Florian Ayé, 2:1. Fassnacht vertändelt an der eigenen Eckfahne den Ball. Njoh schnappt sich den Ball, spielt Fomba an. Dieser legt für Ayé auf. Der Stürmer spitzelt den Ball rein zu seinem achten Saisongoal.
45 + 3. Minute, Alvyn Sanches, 2:2. Fassnacht holt sich an der gegnerischen Eckfahne den Ball und passt zu Sanches. Der YB-Youngster lässt Fomba mit einem Haken stehen und schlenzt elegant ins lange Eck.
57. Minute, Chris Bedia, 3:2. Hadjam kann sich erneut gegen zwei Gegenspieler durchsetzen und spielt raus zu Sanches auf dem linken Flügel. Dieser flankt den Ball perfekt zur Mitte, wo Bedia per Kopf zur Führung einnickt. Servette-Goalie Frick verschätzt sich und fasst daneben.
62. Minute, Jérémy Guillemenot, 3:3. Nach einer Ecke kommt der Ball in den Rückraum zu Guillemenot. Der Stürmer hämmert ihn traumhaft per Volley ins Tor.
68. Minute, Jaouen Hadjam, 4:3. Traumsolo von Hadjam. Der Aussenverteidiger lässt sieben Genfer stehen und bezwingt Goalie Frick.
84. Minute, Samuel Mráz, 4:4. Njoh bringt eine Flanke scharf in die Mitte. Dort steht der eingewechselte Mráz, der wuchtig ins Tor köpfelt.
YB-Captain Loris Benito: «Vier Gegentore sind zu viel. Als wir das Spiel drehten, dachte ich, wir bringen es nach Hause. Wir haben uns ein bisschen in falscher Sicherheit gewogen. Ich gehe sehr enttäuscht nach Hause. Das sind zwei verlorene Punkte.»
Servette-Offensivmann Giotto Morandi: «Wir haben gegen ein starkes YB gespielt. Ein Punkt zu Hause ist verdient. Wir sind zufrieden. Wenn wir momentan immer zwei, drei Tore kassieren, ist es schwierig, Spiele zu gewinnen.»
YB-Goalie Marvin Keller: «Sehr ärgerlich. Ich bin frustriert. Ich will aber niemandem einen Vorwurf machen, wir sind alle im selben Boot. Wir haben Charakter gezeigt, umso ärgerlicher konnten wir es nicht über die Zeit bringen.»
Enge Kiste zwischen Sanches und Guillemenot in diesem Rennen. Dachte man. Bis zum Auftritt von Jaouen Hadjam. Ein Solo, bei dem einer sieben (SIEBEN!) Gegenspieler aussteigen lässt, ist Guinness-Buch-verdächtig. Dieses Tor ist der nackte Wahnsinn.
Kein «Defensivkünstler», der die Kunst des Verteidigens an diesem Freigeist-Sonntag nicht phasenweise komplett ignoriert. Am Dramatischsten sind aber die beiden Fehlgriffe von Servette-Goalie Jérémy Frick bei den YB-Toren Nummer drei und vier. Da zeichnet sich der nächste Wechsel zu Joël Mall ab.
Der starke Ayé hat Riesendusel, dass er das Ende des Spiels erlebt. Denn sein Foul in der 72. Minute, bei dem er seinen Fuss auf jenem von Gigovic parkiert, ist durchaus gelbwürdig. Und Ayé hatte schon Gelb!
Grundsätzlich macht das Lukas Fähndrich unaufgeregt. Aber: Das 3:1 von Douline wird doch sehr kleinlich kassiert. Keller hatte gute Sicht beim Kopfball von Stevanovic, den er dann auch hält. Und er reklamiert nicht. Da muss man nicht auf Offside entscheiden. Wie auch nicht auf Foul beim Zweikampf von Fassnacht gegen Bronn, den die Genfer als regelwidrig moniert haben. Einmal kleinlich. Einmal grosszügig. Zweimal gegen Servette.
Nicht ganz 10'000 sind im Stade de Genève (genau 9420). Die YB-Fans zeigen im wahrsten Sinn des Wortes ihr Sonntagsgesicht. Jedenfalls einigermassen. Denn das Zünden von Pyros ist ja in deren Wahrnehmung Normalität. Dasselbe gilt für den Servette-Anhang am Tag der Escalade, der berühmten Stadtverteidigung der Genfer im Jahr 1602.
Servette tritt am kommenden Samstag (18 Uhr) auswärts bei GC an. YB spielt tags darauf um 16.30 Uhr auswärts in Sion.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 19 | 16 | 40 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano | 19 | 5 | 33 | |
4 | FC Basel | 19 | 8 | 32 | |
5 | BSC Young Boys | 19 | 0 | 29 | |
6 | FC Sion | 18 | 4 | 27 | |
7 | FC Zürich | 19 | -7 | 24 | |
8 | FC Luzern | 19 | 0 | 21 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 18 | 0 | 21 | |
10 | Servette FC | 18 | -6 | 20 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 19 | -9 | 17 | |
12 | FC Winterthur | 18 | -27 | 10 |






