Das Spiel
Winterthur unterbricht den Aufwärtstrend des FCZ, der im Kantonsderby bis in die Schlussphase auf gutem Weg zum dritten Sieg in Folge war. Dank eines Last-Minute-Penalty punktet das Schlusslicht am Ende.
Das Heimteam zeigt gegen Winterthur zwar die bessere Startphase, es sind aber die Gäste, die sich nach und nach die gefährlicheren Chancen herausspielen können. Kasami per Kopf, Ex-FCZ-Spieler Rohner und Jankewitz scheitern jedoch allesamt an FCZ-Goalie Brecher. Besser macht es kurz vor der Pause Diaby, der nach einem Brecher-Abpraller einfach mal abzieht und zur Winterthurer Führung trifft. Für den Verteidiger ist es das erste Tor in der Super League.
Vom FCZ, der in der ersten Hälfte viel zu passiv wirkte, ist nach dem Seitenwechsel eine Reaktion gefragt. Interimscoach Hediger wechselt daher gleich doppelt, bringt Perea und Reverson und trifft damit die richtige Entscheidung. Im Zusammenspiel der beiden Joker gleicht Reverson nach einem Kapino-Patzer für die Stadtzürcher aus.
Nach dem Ausgleich powert der FCZ munter weiter, während Winterthur offensiv nur wenig gefährlich wird und vor allem auf Konter lauert. FCZ-Toptorschütze Kény dreht das Spiel schliesslich mit seinem siebten Saisontreffer. In der Schlussphase lässt sich Sauter jedoch zu einem Trikot-Zupfer hinreissen. Es gibt Elfmeter, den Winterthur zum 2:2-Schlusstand verwandelt und dem Kantonsrivalen so in letzter Sekunde noch Punkte abknöpft.
Die Tore
44. Minute, Souleymane Diaby, 0:1. Golliard kommt von der linken Strafraumgrenze zum Abschluss. Diesen Schuss kann Brecher zwar parieren, die Zürcher können den Ball dann aber nur bis zu Diaby klären. Der Verteidiger schliesst aus der Distanz mit voller Wucht ab – der Ball wird noch abgefälscht, Brecher kann nichts mehr machen.
50. Minute, Damienus Reverson, 1:1. Perea bringt den Ball von rechts in die Mitte zu Reverson. Winti-Goalie Kapino kommt zwar aus dem Tor, kann aber nicht vor Reverson klären. Der Joker schiesst den Ball aus der Drehung ins leere Tor.
67. Minute, Philippe Kény, 2:1. Reichmuth bringt einen weiten Ball in den Strafraum. Dort lässt Kény Durrer ins Leere laufen und schlenzt den Ball an Kapino vorbei ins Netz.
90. Minute, Roman Buess (Penalty), 2:2. Sauter reisst Buess im Sechzehner am Trikot. Nach VAR-Überprüfung gibt Schiri von Mandach Penalty. Buess tritt an und verwandelt souverän zum 2:2.
Der Beste
Rauf und runter ging es bislang mit Miguel Reichmuth beim FCZ. Lange als grosses Talent gehandelt, scheint er mit 22 Jahren endlich angekommen zu sein. Auch, weil auf seiner Position Nelson Palacio verletzt fehlt. Gegen Winterthur ist er ein energiegeladenes Perpetuum Mobile im Zürcher Zentrum, geadelt von einem feinen No-Look-Assist zu Philippe Kénys 2:1.
Der Schlechteste
Ilan Sauter verliert den Zweikampf vor dem 0:1 – und zupft in der 88. Minute völlig unnötigerweise Roman Buess am Trikot, was zum Penalty führt.
Die Stimmen
Das gab zu reden
Vor dem Spiel gibt es eine Schweigeminute für den langjährigen FCZ-Präsidenten Sven Hotz, der mit 96 Jahren gestorben ist. Die Südkurve ehrt den Mann, der den Klub jahrzehntelang mit seinem Vermögen über Wasser gehalten hat, mit einer Choreo, auf der steht: «Immer da gsi für dis ‹sächste Chind›. Mach’s guet, Sven Hotz.» Der aktuelle FCZ-Präsident Ancillo Canepa hält eine kurze Laudatio und endet mit den Worten: «Lieber Sven, wir werden dich vermissen. Und ich verspreche dir, dass dein Lebenswerk auch unser Lebenswerk sein wird.»
Die Schiris
Johannes von Mandach hat kein schwieriges Spiel zu leiten. Manchmal ist er etwas kleinlich in der Regelauslegung, aber seine Entscheidungen sind stets korrekt. Auch, dass er in den letzten Minuten nach Blick auf den Bildschirm den Penalty für Winterthur gibt. Da wird das Trikot einfach zu stark gezogen, als dass er den Elfmeter nicht geben könnte. Auch wenn Buess sehr leicht fällt.
Die Fans
13’532 kommen in den Kühlschrank Letzigrund. Wer in den Kurven steht, singt und hüpft. Wer auf der Haupt- und Gegentribüne ist, friert vor allem. Und verdammt, so er oder sie FCZ-Anhänger ist, Schiedsrichter von Mandach, der aber nichts falsch gemacht hat.
So gehts weiter
Der FCZ empfängt am Mittwoch um 20.30 Uhr Lugano im Letzigrund. Winterthur steht bereits am Dienstag wieder im Einsatz. Auf der Schützenwiese spielen sie gegen Leader Thun (20.30 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 31 | 37 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Basel | 31 | 8 | 52 | |
4 | FC Lugano | 31 | 10 | 51 | |
5 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
6 | BSC Young Boys | 31 | 5 | 46 |






