Das Spiel
Unter der Woche gab es für den FCZ nach sieben sieglosen Spielen gegen Schlusslicht Winterthur noch den Befreiungsschlag (3:0-Sieg). Jetzt folgt die nächste herbe Klatsche.
Gegen Luzern verschlafen die Zürcher die erste Halbzeit komplett. Nachdem sich die beiden Mannschaften rund eine Viertelstunde lang abtasten, bringt Matteo Di Giusto die Gäste in Führung. Für den Luzerner ist es bereits das neunte Saisontor – ein Bestwert in seiner Karriere. Vergangene Spielzeit erzielte er für Winterthur deren acht, nun knackt er seinen eigenen Rekord ausgerechnet im Duell gegen seinen Bruder Nevio.
Und das 1:0 gibt den Luzernern Selbstvertrauen, während der FCZ weiter schwimmt. Zunächst erhöht Kabwit dank einem Huber-Patzer, nur eine Minute später liegt der Ball wieder hinter dem FCZ-Goalie im Tor. Doch dieses Mal hat der FCZ Glück, denn Schiri Fähndrich annulliert den Treffer wegen eines sehr strengen Hands-Entscheid. Zürich kann somit froh sein, dass Luzern zur Halbzeit nicht noch höher führt. Die Luzerner hätten nämlich durchaus gute Möglichkeiten gehabt, doch Ferreira (23.) und Kabwit kurz vor der Pause knallen den Ball nur an den Pfosten.
Nach dem Seitenwechsel scheint der FCZ etwas aufzudrehen und kommt so zu einer guten Chance, Emmanuel schliesst jedoch zu zentral und direkt in die Fäuste von Loretz ab (62.). Das vermeintliche Zürcher Hoch hält aber nur kurz, denn danach fällt das Heimteam komplett auseinander. Die Luzerner erhöhen mit einem Doppelschlag innert vier Minuten auf 4:0 und machen damit alles klar.
Der Ehrentreffer von Emmanuel in der Schlussphase, die die Zürcher in Überzahl nach der Roten Karte gegen Freimann in Überzahl bestreiten, ist nur noch Resultat-Kosmetik. Der FCZ muss nach der Klatsche mal wieder über die Bücher.
Die Tore
15. Minute, Matteo Di Giusto, 0:1. Ferreira schnappt sich nach einem Klärungsversuch der Zürcher den Ball und spielt auf der rechten Seite nach vorne zu Dorn. Dieser hat viel Platz und legt quer durch den Strafraum auf für Di Giusto. Di Giusto steht goldrichtig und muss nur noch einschieben.
29. Minute, Oscar Kabwit, 0:2. Kabwit tanzt auf der linken Seite gleich vier FCZ-Spieler aus und kommt danach ungestört zum Abschluss. Huber verschätzt sich etwas und der Ball rutscht dem FCZ-Goalie durch – Kabwits Schuss wurde zuvor aber noch von Reichmuth abgefälscht.
64. Minute, Bung Meng Freimann, 0:3. Di Giusto schlägt einen Freistoss in den Strafraum. Freimann trifft per Kopf an Huber vorbei ins Netz.
68. Minute, Lucas Ferreira, 0:4. Die FCZ-Defensive vergisst Ferreira komplett. Dieser wird von Kabwit lanciert und zieht alleine auf das Tor los. Ferreira bezwingt Huber in der linken Ecke.
85. Minute, Umeh Emmanuel, 1:4. Nach einer Ecke kommt der Ball zu Vujevic, der den Ball per Kopf auf das Tor bringt, wo der Ball von Emmanuels Schulter ins Netz prallt.
Die Stimmen
FCZ-Verteidiger Lindrit Kamberi (gegenüber Blue): «Ich habe keine Erklärung. Ich will auch nicht gross etwas dazu sagen. Wir können den Fans nach dieser Niederlage nächste Woche nur einen Derby-Sieg zurückgeben, was sie auch von uns verlangen. In der ersten Halbzeit müsste es 5:0 für sie stehen. Für mich ist das einfach unerklärlich.»
FCZ-Coach Dennis Hediger (gegenüber Blue): «Wir haben alle Basics vermissen lassen und viele Bälle verloren. Es ist sehr enttäuschend und schwierig zu erklären. Es sind Basics, die immer auf den Platz müssen. Ich habe den Jungs zur Pause gesagt, dass wir 0:5 hinten sein müssten, weil wir es auch verdient hätten. Wir haben kaum nach vorne gespielt, es war heute extrem träge. Es ist ein Weckruf, dass wir das um 180 Grad ändern müssen. Wir müssen nächste Woche Distanz schaffen zu GC und das Derby einfach gewinnen.»
FCL-Torschütze Matteo Di Giusto zum speziellen Duell gegen seinen Bruder Nevio (gegenüber Blue): «Ich musste noch mit meiner Familie schwätzen und den Kleineren in den Arm nehmen. Wir haben uns zwei Tage lang nicht gehört und uns individuell vorbereitet auf das Spiel.» Zur Leistung und seinem Tor: «Wir mussten viel unten durch, es waren harte Wochen, dann gab uns das GC-Spiel Aufschwung in der Mannschaft. Ich hoffe, ich kann so weitermachen, mehr Skorerpunkte sammeln und der Mannschaft helfen.»
Nevio Di Giusto kommt dann bei Blue auch zum Interview von seinem Bruder dazu: «Ich weiss nicht, ob ich nach diesem Spiel von ihm eine Umarmung möchte. Ich gratuliere ihm natürlich, sie waren ganz klar besser. Es war speziell. Ich war heute nervöser als sonst. Aber auf dem Feld vergisst man das dann etwas.»
Der Beste
Oscar Kabwit. Schiesst ein Tor, bereitet ein anders vor und trifft noch den Pfosten. Der wirblige Flügel aus der DR Kongo ist mitten im Winter definitiv in Luzern angekommen.
Der Schlechteste
Livano Comenecia. Kommt überall zu spät, wo man zu spät kommen kann. Und reisst dabei riesige Lücken in der Abwehr auf. Muss aufgrund einer Verletzung kurz vor der Pause runter. Danach spielt der FCZ plötzlich besser. Zufall?
Das gab zu reden
Auf der Zürcher Brust ist mit «La Vita» nach langem wieder einmal ein Sponsor zu sehen. Allerdings ist es nicht etwa der neue Hauptsponsor der Stadtzürcher. Der Mikronährstoffkonzentrat fungiert als «offizieller Presenting Partner» für das Doppelspiel am Samstagabend. Denn das Spiel FCZ-Luzern ist nicht das einzige Spiel am heutigen Abend im Letzigrund. Nach der Super-League-Partie treffen noch die FCZ Frauen auf Basel.
Das gab zu reden II
Das Experiment Comenencia geht schief. Wieder einmal. Nach dessen Verletzung muss Dennis Hediger reagieren und bringt Alex Hack, den er eigentlich schonen wollte. Und siehe da, plötzlich steht die Defensive wieder stabiler. So wie schon gegen Winterthur als die Präsenz des Deutschen der Zürcher Abwehr die nötige Ruhe verliehen hat.
Die Schiris
Lukas Fähndrich (Schiedsrichter), Marco Zürcher (Assistent), David Huwiler (Assistent), Sven Wolfensberger (VAR). Keine Fehlentscheide für das Schiri-Gespann. Fähndrich annulliert nach einer halben Stunde ein Luzerner Tor aufgrund eines Handspiels von Julian von Moos. Und das geht nach dem präzisierten Regelwerk in Ordnung. Jedes Tor, das unmittelbar nach dem Hands durch den gleichen Spieler erzielt wird, ist ungültig – auch wenn es unabsichtlich ist, heisst es. Und auch der Platzverweis gegen Freimann ist vertretbar, da der Torschütze zum 3:0 als letzter Mann Tsawa foult.
Die Fans
12’440 Fans sind am Samstagabend bei garstigen Bedingungen im Letzigrund zu Gast. Nach dem vierten Luzerner Treffer verlassen einige FCZ-Anhänger bereits das Stadion.
So gehts weiter
Für den FCZ steigt nächsten Samstag das Zürcher Derby gegen GC (20.30 Uhr). Luzern empfängt einen Tag später den FC Basel in der Swissporarena (16.30 Uhr).
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 24 | 28 | 55 | |
2 | FC St. Gallen | 24 | 15 | 43 | |
3 | FC Lugano | 24 | 11 | 42 | |
4 | FC Basel | 24 | 7 | 39 | |
5 | FC Sion | 24 | 8 | 37 | |
6 | BSC Young Boys | 25 | 2 | 36 | |
7 | FC Luzern | 25 | 1 | 30 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 24 | -2 | 29 | |
9 | FC Zürich | 25 | -12 | 28 | |
10 | Servette FC | 24 | -7 | 26 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 25 | -12 | 21 | |
12 | FC Winterthur | 24 | -39 | 14 |






