Das Spiel
Also Achtung, fertig, los, heisst es beim FC Sion unter Didier Tholot nicht. Auch an diesem nasskalten Samstagabend nicht. Sicherheit, Gewissheit, Altbekanntes. Nach diesen Mottos agiert der Franzose. Was Letzteres anbelangt: Gegenüber dem 1:1 in Basel ändert Tholot nur auf einer Position. Captain Kabacalman kehrt ins Team zurück. Für ihn ist Chipperfield wieder Joker.
Und so ist der Auftritt des Tabellen-Sechsten grundsolid. Mit einer ersten guten Chance nach einer Viertelstunde, als Hajrizi mit einem Kopfball nach einem Kololli-Corner den Kasten hauchdünn nicht trifft. In Führung gehen aber die Gäste. Winkler setzt sich an der Seitenlinie durch, Von Moos leitet gedankenschnell weiter zu Grbic, der auch schneller ist als die Sittener Verteidiger. Hefti sieht da unvorteilhaft aus, weil er zögerlich agiert. Es ist der erste Torschuss des FCL aufs Tor. Es wird der einzige bleiben bis zur Pause.
Aber nicht das einzige Tor. Denn Donat Rrudhani gleicht nach einem Baltazar-Zuckerpass mit einem Hammer unter die Latte aus. Es ist erst das zweite Tor des letztjährigen Topskorers des FC Luzern im Dress der Walliser. Der Kosovare könnte bald hartes Brot zu kauen haben. Nämlich dann, wenn Franck Surdez zum Startelf-Spieler wird. Im Moment sei er noch nicht hundertprozentig bereit, sagt Tholot, weshalb der Neuzugang auf der Tribüne sitzt.
Nach der Pause spielt hauptsächlich der FC Sion. Einzig: Viele klare Torchancen erarbeiten sich die Sittener quasi nie. Im Gegenteil: Die Innerschweizer sind gefährlicher. So verpasst Di Giusto das sicher scheinende 2:1, als Baltazar seinen Kopf in die Flugbahn des Balles bringt. Und dann trifft Di Giusto doch noch, wuchtig unter die Latte, wie Rrudhani. Doch Ref Gianforte geht sich die Szene im Vorfeld anschauen, als Grbic Hajrizi gefoult haben soll. Ist so, sagt der Ref, kassiert das Tor und verwarnt Grbic. Dumm gelaufen.
Bei diesem 1:1 bleibts. Sicher ein guter Punkt für den FC Luzern. Und Trainer Mario Frick kann sich ein bisschen Zeit kaufen, eine weitere Schonfrist. Doch schon am nächsten Sonntag sollte der Liechtensteiner mit seinem Team zuhause nicht gegen St. Gallen verlieren. Und erst recht nicht den Cup-Viertelfinal bei Stade-Lausanne-Ouchy. Es kursieren jedenfalls schon munter Namen möglicher Nachfolger …
Die Tore
19. Minute, Adrian Grbic, 0:1. Winkler spielt den Ball von der rechten Seite ins Zentrum, wo Hefti gegen von Moos zu spät kommt. So kann der Luzerner zu Grbic rüberlegen, der goldrichtig steht und nur noch einschieben muss.
35. Minute, Donat Rrudhani, 1:1. Baltazar lässt im Mittelfeld von Moos stehen und spielt einen gut platzierten Pass in die Tiefe. Dort zieht Rrudhani von der linken Strafraumseite auf das Tor zu und trifft gegen seinen Ex-Verein wuchtig zum Ausgleich.
Der Beste
Ein wunderschönes Tor und eine tolle Leistung im Mittelfeld: Donat Rrudhani macht ein sehr gutes Spiel. Schade für ihn, dass sein guter Pass auf Chouaref nicht zu einer Torvorlage geführt hat.
Der Schlechteste
Beim einzigen FCL-Tor kommt Nias Hefti zu spät. Danach spielt er zwar solid, doch diese Szene ist entscheidend.
Das gab zu reden
Benjamin Kololli absolviert sein 200. Spiel in der Super League. Der Kosovare spielte 78 Mal für Zürich, 55 Mal für Lausanne, 19 Mal für Basel, einmal für YB und 47 Mal für den FC Sion – bisher. Kololli erzielte 56 Tore und lieferte 30 Vorlagen.
Die Stimmen
Julian von Moos gegenüber Blue: «Wir schiessen das zweite Tor. Aber es war wohl Foul. Ich habe die Situation nicht gesehen, das muss ich nochmals anschauen. Ansonsten war es ein sehr offenes Spiel und eine gute Reaktion von uns auf das Lugano-Spiel. Wir nehmen den Punkt daher gerne mit. Wenn die Energie so hoch und die Motivation so gut ist wie heute und wir als Team auftreten, werden wir mehr Punkte holen.»
Adrian Grbic gegenüber Blue: «Von der Leistung her ist es ein sehr guter Punkt. Wir haben heute eine sehr reife Leistung gezeigt. Beim 2:1 ist es bitter, dass das Tor nicht zählt. Fussball ist ein Kontaktsport, aber so ist das Leben. Er hat auf Foul entschieden. Aber auf dieser Leistung können wir aufbauen. Ich habe mit Hajrizi nach dem Schlusspfiff gesprochen. Er meinte, ich habe ihm den Ellbogen voll ins Gesicht geschlagen. Ich als Stürmer sehe es so, dass er in mich reingelaufen ist. Aber am Ende entschiedet der Schiedsrichter.»
Donat Rrudhani gegenüber Blue: «Es war nicht einfach, denn Luzern hat gut verteidigt. Wir hatten noch einige Chancen, aber immer kam noch ein Bein oder ein Kopf im Sechzehner dazwischen. Wir sind etwas enttäuscht, wir hätten hier zu Hause vor unseren Fans die drei Punkte behalten sollen.»
Die Schiris
Nico Gianforte macht einen guten Job. Er trifft die richtige Entscheidung, als er das zweite Tor von Luzern aberkennt. Allerdings hätte er nicht auf den VAR zurückgreifen müssen, da das Foul von Grbic eindeutig war.
Die Fans
Trotz der Kälte sind an diesem Samstagabend 6500 Zuschauer, darunter etwa 700 Luzerner, im Tourbillon anwesend.
So gehts weiter
Sion reist am nächsten Samstag nach Genf zu Servette (18 Uhr). Luzern bestreitet einen Tag später um 14 Uhr das Heimspiel gegen St. Gallen.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 29 | 34 | 68 | |
2 | FC St. Gallen | 29 | 23 | 54 | |
3 | FC Lugano | 29 | 10 | 49 | |
4 | FC Basel | 29 | 4 | 46 | |
5 | FC Sion | 29 | 8 | 42 | |
6 | BSC Young Boys | 29 | 3 | 42 | |
7 | FC Luzern | 29 | 3 | 36 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 29 | -2 | 36 | |
9 | Servette FC | 29 | -6 | 33 | |
10 | FC Zürich | 29 | -16 | 31 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 29 | -14 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 29 | -47 | 16 |






