Das Spiel
40 Minuten lang hat Luzern das Heimspiel gegen Lugano im Griff – und verliert dann völlig den Faden: Innert fünf Minuten erzielen die Luganesi drei Tore. Zweimal netzt Bislimi ein, dann zeigt Behrens, weshalb er trotz seines Ausrasters im Testspiel gegen Pilsen in der Startelf steht: Aus fast unmöglichem Winkel dreht er den Ball zum 3:1-Pausenstand ins Tor.
Besonders bedanken für den plötzlichen Torriecher seiner Vorderleute dürfte sich Amir Saipi: Der Lugano-Keeper greift bei Di Giustos flachem Zuspiel nach 25 Minuten völlig daneben und ist damit hauptverantwortlich für den zwischenzeitlichen Tessiner Rückstand.
Saipis Bock bleibt letztendlich folgenlos, zu souverän agiert Lugano in der zweiten Halbzeit – und legt sogar noch nach: Bislimi und Behrens bleiben in Torlaune und sorgen nach einer Stunde für die Entscheidung. Immerhin: Das letzte Tor gelingt dann wieder Luzern. Mehr als Ergebniskorrektur liegt für das Heimteam gegen abgeklärte Luganesi aber nicht mehr drin.
Die Tore
25. Minute, Matteo Di Giusto, 1:0: Di Giusto wird im gegnerischen Strafraum angespielt, dreht seine Weitergabe ins Zentrum aber zu nahe aufs Tor – scheinbar, denn: Saipi lässt den Ball durchrutschen, woraufhin dieser den Weg ins Tor findet. Villigers Nachstochern ist da gar nicht mehr nötig. Was für ein Bock des Lugano-Keepers.
41. Minute, Uran Bislimi, 1:1: Dos Santos legt den Ball im gegnerischen Strafraum auf Bislimi ab, welcher kurzentschlossen zum Schuss ansetzt. Und dieser findet mit viel Wucht den Weg ins Tor – Loretz ist ohne Abwehrchance.
45. Minute, Uran Bislimi, 1:2: Nur vier Minuten nach seinem Ausgleich wird Bislimi am Luzerner Strafraum nicht angegangen und zieht aus der Distanz ab. Sein präziser Flachschuss findet den Weg in die untere linke Torecke.
45.+1 Minute, Kevin Behrens, 1:3: Behrens zieht los und wird von Bajrami bis an die Grundlinie verfolgt. Dem Lugano-Stürmer ist dies aber egal: Aus fast unmöglichem Winkel haut er den Ball tatsächlich ins Tor. Dass Genie und Wahnsinn beim Deutschen allerdings nahe beieinander liegen, zeigt sein anschliessender provokanter Jubel in Richtung der FCL-Fans.
59. Minute, Uran Bislimi, 1:4: Grgic spielt einen Freistoss flach an den Elfmeterpunkt, wo Bislimi der Luzerner Defensive entwischt. Durch das Durcheinander vor Loretz macht der ehemalige Nati-Spieler seinen ersten Dreierpack in der Super League perfekt.
61. Minute, Kevin Behrens, 1:5: Auch Behrens kürt sich zum Mehrfachtorschützen: Nach einem Eckball und einer Kopfballverlängerung von Marques lässt ihn die Luzerner Defensive gewähren. Per Kopfball erzielt er den fünften Tessiner Treffer an diesem Abend.
71. Minute, Bung Meng Freimann, 2:5: Die Lugano-Hintermannschaft kann einen Kopfball von Bajrami nur ungenügend abwehren. Freimann bedankt sich, bringt den Ball im Tor unter und betreibt so etwas Ergebniskorrektur.
Die Stimmen (gegenüber Blue)
Luzern-Captain Pius Dorn: «Ich habe ehrlich gesagt noch keine richtige Erklärung. Wir haben eigentlich sehr gut angefangen, spielen super 40 Minuten und dann haben uns die fünf Minuten vor der Halbzeit etwas das Genick gebrochen. Man muss auch sagen, es ist auch brutale individuelle Qualität von Lugano, wie sie dann die Tore machen und unsere Fehler eiskalt bestrafen. Wir werden das genau analysieren. Und dann werden wir den Kopf nicht in den Sand stecken. Nur, weil wir dieses Spiel verloren haben, sind wir nicht gleich wieder in einer Krise. Wir werden jetzt nach Sion fahren und dann versuchen, dort drei Punkte zu holen.»
Dreifach-Torschütze Uran Bislimi: «Es ist unglaublich, dass ich der Mannschaft so habe helfen können. Es zeigt, dass wir hart am Trainieren sind und das bringen wir auf den Platz. So werden die Resultate kommen. Es ist definitiv ein Zeichen. Wir haben schlecht begonnen und uns gefangen. Wir spielen guten Fussball, waren heute sehr effizient und das sollte uns auszeichnen. Und natürlich, wir wollen auch ein Signal geben, dass wir noch da sind und an uns glauben.»
Lugano-Coach Mattia Croci-Torti: «Die Qualität war ungenügend am Anfang. Ich war nicht zufrieden mit der Mannschaft. Nach dem Tor von Luzern waren wir verärgert und haben zu spielen begonnen, wie wir es können. Probleme gibt es in einem Kader. Entscheidend ist, wie wir auf solche Probleme reagieren. Wenn Behrens heute zwei Tore gemacht hat, zeigt das, dass er ruhig ist im Kopf und seinen Teamkollegen zeigen wollte, dass er einen Fehler gemacht hat und heute zeigen muss, dass er Vollgas gibt. Koutsias war heute leider nicht da, aber auch ihn müssen wir unterstützen, weil wir alle brauchen, um diese Spiele zu gewinnen.»
Der Beste
Daniel Dos Santos und Uran Bislimi. Beiden gelingt ein Hattrick. Der eine schiesst drei Tore und der andere steuert drei Assists bei. Wahnsinn.
Der Schlechteste
Schwierig, einen einzelnen herauszupicken. Man könnte wohl jeden Luzerner nennen. Unerklärlich, wie der gesamte FCL ab der 40. Minute zusammenbricht.
Das gab zu reden
Kevin Behrens darf nach seinem Testspiel-Ausraster von Anfang an ran. Und er enttäuscht seinen Trainer Mattia Croci-Torti nicht. Schiesst zwei Tore und hat auch seinen Fuss beim ersten Lugano-Treffer im Spiel. Nach seinem ersten Treffer legt er sich noch ohne ersichtlichen Grund mit der Luzerner Kurve an. Irgendwie typisch Behrens. Entweder man liebt ihn, oder man lässt die Finger von ihm.
Die Schiedsrichter
Urs Schnyder (Schiedsrichter), Benjamin Zürcher (Assistent), Claudio dos Santos (Assistent), Michèle Schmölzer (VAR). Ein tadelloser Auftritt für das Schiri-Gespann.
Die Fans
9525 Fans sind an diesem Abend in der Swissporarena. Das scheint aber sehr grosszügig gezählt zu sein. Bemerkenswert: Die ersten Luzerner Fans verlassen das Stadion nach gut einer Stunde. Im Gästeblock, der sehr gut gefüllt ist, herrscht dagegen Partystimmung.
So gehts weiter
Sowohl Luzern als auch Lugano stehen am kommenden Samstag wieder im Einsatz: Die Zentralschweizer reisen für die 21. Runde der Super League um 20:30 Uhr nach Sion. Lugano empfängt am gleichen Abend um 18 Uhr Tabellenschlusslicht Winterthur.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 29 | 34 | 68 | |
2 | FC St. Gallen | 29 | 23 | 54 | |
3 | FC Lugano | 29 | 10 | 49 | |
4 | FC Basel | 29 | 4 | 46 | |
5 | FC Sion | 29 | 8 | 42 | |
6 | BSC Young Boys | 29 | 3 | 42 | |
7 | FC Luzern | 29 | 3 | 36 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 29 | -2 | 36 | |
9 | Servette FC | 29 | -6 | 33 | |
10 | FC Zürich | 29 | -16 | 31 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 29 | -14 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 29 | -47 | 16 |






