Das Spiel
Gratulation zum Jubiläum! Der FC Lugano ist mit dem 1:0-Sieg gegen Servette nun seit zehn Spielen ungeschlagen. Die Tessiner sind extrem schwer zu bezwingen – ganz anders noch als zu Saisonstart, als die Ticinesi Freiwild für die gegnerischen Torjäger waren.
Aber, und das ist das grosse Aber: Lugano hat das Siegen verlernt. Wieder gibt es für die Mannen von Mattia Croci-Torti nur ein 1:1. Es ist das dritte in Serie. Und wenn wir ein bisschen Mathematik machen wollen, stellen wir fest: In diesen drei Spielen verliert Lugano sechs Punkte! Derweil marschiert Thun unbeirrt von Sieg zu Sieg. Der Rückstand kann am Donnerstag bei einem Sieg des Leaders gegen Lausanne auf 13 Punkte anwachsen. Das wäre es dann wohl endgültig mit dem Titel …
Es sind zwei Flippertore, die zum Endresultat in einem sehr verkrampften Match führen. Bei Luganos 1:0 schiesst Servettes Burch Mitspieler Severin an, von dem der Ball zu Behrens kullert, der – auch das ein Jubiläum – sein zehntes Saisontor macht. Doch weil Lugano viel zu wenig gezielt das 2:0 sucht, kann Mraz, der ehemalige Torschützenkönig der slowakischen Liga, ausgleichen. Via Mendes und einem Luganesi gelangt der Ball ziemlich zufällig vor die Füsse des Genfer Jokers, der keine Mühe hat, Saipi zu bezwingen.
Das war sogar einfacher als beim Versuch von Kollege Stevanovic, der diesen in der 40. Minute allerdings völlig ungestört ausführen konnte – aus elf Metern, nach einem Handspiel von Cimignani. Doch Saipi hält den Elfer. Stark!
Und so bleibt es bei diesem Remis, das auch Servette nicht wirklich weiterhilft, denn die Genfer bleiben unter dem Strich kleben. Dank der YB-Niederlage ist man Platz sechs immerhin ein Pünktchen nähergekommen, bis auf sieben. So, wie sich viele Klubs in dieser Liga ernähren: wie die Eichhörnchen. Mühsam. Ausser Thun...
Die Tore
13. Minute, Kevin Behrens, 1:0. Nach einer schläfrigen Startphase spielt Marco Burch beim Klärungsversuch Severin an. Von dort prallt der Ball direkt vor die Füsse des Deutschen Kevin Behrens, der das Leder von der Höhe des Elfmeterpunkt oben rechts reinschweisst.
77. Minute, Samuel Mraz, 1:1. Nach der Hereingabe von Njho prallt der Ball via Papadopoulos vor die Füsse des frisch eingewechselten Mraz. Der Slowake schiebt den Ball von der Fünfmeterraumlinie unten rechts ins Tor.
Der Beste
Eingewechselt in der 68. Minute, entscheidender Torschütze in der 77! Samuel Mraz ist bei Servette weit davon entfernt, Stammspieler zu sein – selbst wenn vorne viele Spieler fehlen. Aber der Slowake hat eine grosse Stärke: Er bleibt vor dem Tor immer ruhig. Ganz leise erzielte er am Mittwoch in Lugano sein achtes Saisontor.
Der Schlechteste
Jamie Atangana hatte nicht viele Ballkontakte, aber der unglückliche Held des Spiels war Miroslav Stevanovic. Der Bosnier vergab in der 39. Minute seinen Elfmeter, verlor das Duell gegen Amir Saipi und hatte im restlichen Spiel keinerlei Einfluss.
Das gab zu reden
Beide Teams waren stark geschwächt: Lugano spielte ohne seine drei Stammmittelfeldspieler (Anto Grgic, Uran Bislimi, Hajd Mahmoud), Servette musste auf seine beiden besten Stürmer Jérémy Guillemenot und Florian Ayé verzichten. Das Ergebnis: 77 Minuten lang nur je ein Torschuss aufs Tor, bevor Samuel Mraz auf 1:1 stellte. Der Unterschied: Der Tessiner Schuss von Kevin Behrens landete im Netz, der Servette-Schuss – Miroslav Stevanovics Elfmeter – nicht. Was für eine enttäuschende Offensive, weit entfernt von Luzern-GC am Vortag. (4:3)
Die Fans
2759 Fans. Waren am Mittwochabend im Cornaredo dabei, bei einem recht angenehmen Abend – kein Regen und nicht zu kalt. Hoffentlich kommt bald das neue Stadion… Erwähnenswert: 40 Servette-Fans, davon 15 ohne Hemd! Auf dem Platz gab es für die Fans allerdings nicht das ganz grosse Spektakel.
Der Schiedsrichter
Urs Schnyder hat das Handspiel von Yanis Cimignani in der 39. Minute nicht gesehen, wurde aber vom VAR korrigiert. Der Elfmeter war eindeutig, und er traf damit die richtige Entscheidung – wenn auch etwas verzögert. Ansonsten gab es nichts aufregendes. Er zeigte die Karten sehr früh, was von Beginn an für Ruhe sorgte.
So gehts weiter
Die Bianconeri treten am Sonntag im Joggeli gegen den FC Basel (16.30 Uhr) an. Auf den heutigen Gast aus Genf wartet am Sonntag das nächste Heimspiel: Im Derby gegen Lausanne (16.30 Uhr) sollen Punkte her.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 23 | 24 | 52 | |
2 | FC St. Gallen | 23 | 15 | 42 | |
3 | FC Lugano | 24 | 11 | 42 | |
4 | FC Basel | 23 | 9 | 39 | |
5 | FC Sion | 23 | 6 | 34 | |
6 | BSC Young Boys | 24 | -3 | 33 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 23 | 2 | 29 | |
8 | FC Zürich | 24 | -9 | 28 | |
9 | FC Luzern | 24 | -2 | 27 | |
10 | Servette FC | 24 | -7 | 26 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 24 | -12 | 20 | |
12 | FC Winterthur | 23 | -34 | 14 |






