Das Spiel
Die fünf Minuten vor der Pause scheinen dem FC Lugano zu liegen: Wie schon vor einer Woche in Luzern (damals sogar mit drei Toren) entscheidet er in dieser Phase auch das Spiel gegen Winterthur. Nach einem Doppelschlag von Behrens (42.) und Zanotti (44.) steht es nach 45 Minuten 3:0 aus Tessiner Sicht.
Für Winti fallen die beiden Tore zu einem bitteren Zeitpunkt, denn nur wenige Minuten davor hat Hunziker einen Kopfball nur knapp am Tor von Saipi vorbei gesetzt. Es ist die zweite gefährliche Szene des Winterthurer Stürmers in der ersten Halbzeit: Nach 27 Minuten hat Saipi Hunzikers Schuss nur mit einem starken Reflex parieren können.
Die beiden Chancen sind aber einsame offensive Höhepunkte der Gäste. Ansonsten dominiert Lugano das Geschehen weitestgehend. Ausdruck davon ist auch das 1:0 durch Grgic, welcher seinem Ruf als Standard-Spezialist einmal mehr alle Ehre macht.
In Halbzeit zwei verwaltet Lugano die Führung souverän. Einen Schwächemoment gibts dann aber doch noch: Hunziker wird im eigenen Strafraum etwas gar viel Freiraum gewährt, woraufhin die Winterthurer verkürzen. Ein Zürcher Punktgewinn liegt allerdings auch danach nicht in der Luft. Im Gegenteil: Mahmoud erhöht nach einem Kapino-Bock noch auf 4:1.
Die Tore
13. Minute, Anto Grgic, 1:0: Nach einem Foul von Durrer an Dos Santos darf Lugano einen Freistoss aus rund 20 Metern treten. Ideales Terrain für Grgic: Der Standard-Spezialist der Luganesi bringt den Ball sehenswert im Winterthurer Tor unter.
42. Minute, Kevin Behrens, 2:0: Cimignani schlägt ein passgenaues Zuspiel in den Winterthurer Strafraum, wo Dos Santos den Ball mit der Hacke auf Behrens ablegt. Weil Kapino zuvor aus dem Kasten gestürmt ist, hat der deutsche Stürmer das leere Tor vor sich – er erhöht auf 2:0.
44. Minute, Mattia Zanotti, 3:0: Lugano kombiniert sich schnörkellos aus dem Mittelfeld, ehe Behrens Zanotti auf die Reise schickt. Alleine vor Kapino lupft der aufgerückte Aussenverteidiger den Ball über den Winterthur-Schlussmann hinweg ins Tor.
67. Minute, Andrin Hunziker, 3:1: Alioski verliert in der eigenen Platzhälfte den Ball, was die Zürcher eiskalt ausnutzen. Sidlers Flanke findet den Kopf von Hunziker, welcher sich nach zwei vergebenen Chancen doch noch in die Torschützenliste eintragen kann. Die Luganesi monieren ein Foulspiel an Alioski im Aufbau – nach kurzem VAR-Check zählt das Tor aber.
79. Minute, Hadj Mahmoud, 4:1: Kapino spielt den Ball im Aufbau auf den zentral vor dem Tor postierten Cueni. Die falsche Entscheidung: Mahmoud luchst dem Winterthurer den Ball ab und schiebt dann zum vierten Lugano-Treffer ein.
Der Beste
Daniel Dos Santos. Baut seine Skorerpunkte auch gegen Winterthur aus. Bereitet das zweite Tor des Abends auf herrliche Art und Weise mit der Hacke vor. Auch danach zeigt er sich immer wieder gefährlich.
Der Schlechteste
Die gesamte Winterthur-Defensive. Wieder einmal kassiert sie drei oder mehr Treffer in einem Super-League-Spiel. Zum elften Mal. Sinnbildlich sind Rahmens Wechsel zur Pause, als er die halbe Verteidigung austauscht.
Das gab zu reden
Die Auswechslung von Kevin Behrens. Für ihn kommt Georgios Koutsias ins Spiel – doch statt ihm die Hand zu geben, läuft Behrens bewusst an ihm vorbei und ignoriert ihn komplett. Immerhin reicht er seinem Trainer Mattia Croci-Torti die Hand. Peinlich und unsportlich bleibt die Aktion dennoch. Es scheint unvermeidlich, dass einer der beiden den Verein verlassen muss. Zuletzt gab es Gerüchte um den Griechen: Gemäss Blick-Informationen hat Rapid Wien den Tessinern bereits ein Angebot unterbreitet.
Die Schiedsrichter
Désirée Blanco (Schiedsrichter), Linda Schmid (Assistent), Leroy Hartmann (Assistent), Michèle Schmölzer (VAR). Die Partie ist eine dankbare Aufgabe für das Schiri-Gespann. Trotzdem diskutieren die Spieler immer wieder über einige Pfife. Am vehemtesten aber beim einzigen Treffer Winterthurs. Vor dem Kopfball-Tor von Hunziker springt Golliard voll – auch wenn wohl unabsichtlich – auf Alioski. Das Schiri-Gespann gibt nach einem kurzen VAR-Check aber den Treffer. Verständnis haben die Tessiner dafür aber gar nicht.
Die Fans
Es ist das erste Heimspiel von Lugano in diesem Jahr. Und 3229 Fans sehen im Cornaredo den fünfte Sieg in Folge des Heimteams.
So gehts weiter
Sowohl der FC Lugano als auch Winterthur stehen am kommenden Samstag wieder im Einsatz – beide im Kanton Zürich: Der Tabellenletzte empfängt dann um 18 Uhr auf der heimischen Schützenwiese Lausanne. Die Tessiner gastieren um 20.30 Uhr im Letzigrund bei GC.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun 2:1 | 30 | 35 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 29 | 23 | 54 | |
3 | FC Lugano | 29 | 10 | 49 | |
4 | FC Basel | 29 | 4 | 46 | |
5 | FC Sion 0:0 | 30 | 8 | 43 | |
6 | BSC Young Boys | 29 | 3 | 42 | |
7 | FC Luzern | 29 | 3 | 36 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 29 | -2 | 36 | |
9 | Servette FC | 29 | -6 | 33 | |
10 | FC Zürich 0:0 | 30 | -16 | 32 | |
11 | Grasshopper Club Zürich 1:2 | 30 | -15 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 29 | -47 | 16 |






