Das Spiel
Natürlich gibts bei Stephan Lichtsteiner kein Halten mehr. Als zweiter Gratulant – nach einem Mega-Sprint – ist der jubelnde FCB-Cheftrainer bei Ibrahim Salah, der soeben in der sechsten Minute der Nachspielzeit die Bebbi gegen den FCZ zum 2:1-Sieg geschossen hat.
Was legt Basel da im Joggeli für einen Schlussspurt hin: Bis zur 90. Minute sieht der Schweizer Meister wie der sichere Verlierer aus. Die Gäste aus Zürich führen seit der 16. Minute. Ilan Sauter netzt erstmals überhaupt in der Super League ein, per Kopf.
Aber der Klassiker kann derzeit irgendwie nicht normal enden. Bereits vor zwei Wochen, als der FCB (im letzten Spiel unter dem am Tag danach entlassenen Ludovic Magnin) im Letzigrund nach einem Treffer von Xherdan Shaqiri in der 94. Minute mit 4:3 siegte, wars vogelwild.
Shaqiri trifft auch im Joggeli, dieses Mal zum 1:1 per Penalty (90.). Damit lanciert er die Basler Wende, die Lichtsteiner den ersten Vollerfolg nach zuvor drei Pflichtspielniederlagen zum Start ins FCB-Abenteuer beschert.
«Es ist ein grosser Stein, der vom Herzen fällt», zeigt sich Lichtsteiner anschliessend erleichtert im Gespräch mit Blue. «Ich bin extrem froh für die Mannschaft und für die Fans. Wir habens heute erzwungen. Wir sind aber noch nicht dort, wo wir sein wollen. Der Weg ist noch weit.»
Das kann man definitiv so unterschreiben. Denn Basel wirkt phasenweise nicht wie eine Mannschaft, sondern wie eine Ansammlung von elf Männern mit ganz vielen Einzelschicksalen, die vielleicht mal in die Gruppentherapie müssten.
Und der FCZ? Die Zürcher bestätigen ihren derzeitigen Ruf als aktueller Aufbaugegner der Liga. Die Mannschaft von Dennis Hediger wartet nun neu seit sieben Spielen auf die Siegeserlösung.
«Es ist extrem bitter, diese späten Gegentore, und dann noch gegen denselben Gegner», sagt Hediger zu Blue. «Wir werden brutal bestraft. Es fühlt sich wie im falschen Film an.»
Die Tore
16. Minute, Ilan Sauter, 0:1. Nevio Di Giusto darf sich noch ein zweites Mal als Flankengeber probieren, weil Dominik Schmid am ersten Pfosten den FCZ-Corner direkt wieder zum Eckballschützen köpfelt. Beim zweiten Versuch findet Di Giusto im Zentrum Ilan Sauter, der aus fünf Metern einnickt.
90. Minute, Xherdan Shaqiri, 1:1 (Foulpenalty). Der eben erst eingewechselte Vincent Nvendo steht im Strafraum Dominik Schmid auf den Fuss. Ohne zu zögern, zeigt Schiedsrichter Urs Schnyder auf den Punkt. Xherdan Shaqiri behält die Nerven und schickt Silas Huber in die falsche Ecke.
90.+6. Minute, Ibrahim Salah, 2:1. Andrej Bacanin flankt auf den zweiten Pfosten. Dort steht der eingewechselte Ibrahim Salah – und vollendet volley mit dem Innenrist. Jetzt gibts bei den Baslern kein Halten mehr.
Der Beste
Wir nehmen einen Einwechselspieler: Andrej Bacanin, kommt rein, bringt Schwung – und gibt den Assist zum 2:1.
Der Schlechteste
Basel bietet eine breite Auswahl. Nehmen wir Julien Duranville, weil er der Mann mit dem grössten Transferwert und mit der am steilsten nach unten zeigenden Formkurve ist, der auf dem Feld herumjoggt.
Die Stimmen
Das gab zu reden
Viertes Spiel erst als FCB-Trainer. Und schon greift Stephan Lichtsteiner zu Strafmassnahmen: Albian Ajeti muss nach seiner Nicht-Leistung im Cup gegen St. Gallen auf der Tribüne Platz nehmen.
Die Fans
28'790 sind ins Joggeli gekommen. Sie werden mit schrecklichem Fussball, aber dafür mit dramatischem Ende entschädigt. In den beiden Kurven wird jedenfalls mehr Feuerwerk gezündet als auf dem Rasen. Die Zürcher Reisegruppe ist schon fast traditionell so gross, dass der Sektor für die Gästefans vergrössert wurde.
Die Schiris
Urs Schnyder hat den Klassiker eigentlich im Griff. Aber als Léo Leroy gleich nach der Pause gegen Cheveyo Tsawa zur Textilbremse greift, müsste er den Basler mit Gelb-Rot vom Platz stellen. Der Foulpfiff gegen Nvendo in der 90. ist korrekt.
So gehts weiter
Basel kriegts anlässlich der 24. Super-League-Runde auswärts mit Sion zu tun, diese Partie findet am kommenden Donnerstag (20.30 Uhr) statt. Am Tag zuvor steht für den FCZ das Kantonsderby zu Hause gegen Schlusslicht Winterthur an (20.30 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 23 | 24 | 52 | |
2 | FC Lugano | 23 | 11 | 41 | |
3 | FC St. Gallen | 22 | 14 | 39 | |
4 | FC Basel | 23 | 9 | 39 | |
5 | FC Sion | 23 | 6 | 34 | |
6 | BSC Young Boys | 23 | -2 | 33 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 23 | 2 | 29 | |
8 | Servette FC | 23 | -7 | 25 | |
9 | FC Zürich | 23 | -12 | 25 | |
10 | FC Luzern | 23 | -3 | 24 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 23 | -11 | 20 | |
12 | FC Winterthur | 22 | -31 | 14 |






