Das Spiel
Eine Viertelstunde ist im Joggeli gespielt, da bewirbt sich Leonardo Bertone für das Tor des Jahres. Mit einem spektakulären Dropkick bringt er Thun in Führung. Auch dank diesem Treffer bleiben die Berner Oberländer in diesem Jahr noch ohne Punktverlust und marschieren an der Tabellenspitze unbeirrt weiter. Der FCB hingegen verliert auch die zweite Partie unter Stephan Lichtsteiner.
Bereits kurz nach dem Rückstand haben die Basler die Chance auf die schnelle Antwort, doch Steffen reagiert gegen Startelf-Debütant Duranville stark. Es bleibt lange die einzige gute FCB-Möglichkeit in der ersten Hälfte – erst kurz vor der Pause kommt Traoré wieder gefährlich vor das Tor, scheitert aber auch. Die Thuner verteidigen ansonsten abgeklärt und setzen vor allem nach Fehlern der Bebbi vereinzelte Nadelstiche, Rastoder vergibt allerdings die beste Gelegenheit (39.).
Nach dem Seitenwechsel ändert sich vorerst wenig: Die Basler haben mehr Spielanteile, wissen damit aber nur selten etwas anzufangen. Mit dem ersten Abschluss der zweiten Hälfte trifft Schmid aber plötzlich zum Ausgleich. Und für die Thuner kommt es noch bitterer: Goalie Steffen muss verletzt raus und wird durch Spycher, der bis vor zwei Wochen noch beim FCB unter Vertrag stand, ersetzt.
Die Bebbi wollen derweil den Sieg. Allen voran Ajeti kommt immer wieder per Kopf zum Abschluss, die nötige Präzision lässt er dabei allerdings vermissen. Ganz anders machen es die Berner Oberländer auf der Gegenseite. Joker Matoshi bestraft einen haarsträubenden Fehler von FCB-Verteidiger Vouilloz und bringt den Leader mit dem zweiten Torschuss der Partie wieder in Führung. Es ist ein Nackenschlag, von dem sich die Basler nicht mehr erholen können.
Die Tore
15. Minute, Leonardo Bertone, 0:1. Was für ein Traumtor! Der FCB kann zwei Abschlüsse von Meichtry und Fehr blocken, doch der Ball gelangt zu Bertone. Dieser haut den Ball aus rund 20 Metern mit einem Halbvolley ins linke Lattenkreuz.
57. Minute, Dominik Schmid, 1:1. Bacanins Eckball findet erst keinen Abnehmer, doch über Umwege gelangt der Ball zu Schmid. Der fackelt nicht lange und versenkt die Kugel wuchtig in die untere linke Ecke.
80. Minute, Valmir Matoshi, 1:2. Was für ein Fehler von Vouilloz! Der FCB-Verteidiger will einen weiten Ball mit dem Kopf klären, spielt ihn aber genau vor die Füsse von Matoshi, der Thun mit einem wuchtigen Abschluss wieder in Führung schiesst.
Die Stimmen (gegenüber Blue)
Dominik Schmid (FCB-Captain): «Wir können nicht zufrieden sein. Ich habe dem Team vor dem Spiel gesagt, dass wir als amtierender Meister antreten sollen, nicht als würden wir gegen den Tabellenführer spielen. Das haben wir nicht gemacht, vor allem die erste Halbzeit war nicht gut. Es war heute ein bisschen besser als am Donnerstag, aber wir müssen uns definitiv steigern.»
Stephan Lichtsteiner (FCB-Trainer): «Ich bin sehr frustriert. Es war ein ansprechender Match, wir haben uns Chancen erarbeitet. Schlussendlich haben die Details gegen uns entschieden. Wir sind noch lange nicht dort, wo wir sein wollen.»
Der Beste
Leonardo Bertone. Liefert am 1. Februar bereits den Top-Favoriten für das Tor des Jahres ab. Taktgeber im Thuner Mittelfeld.
Der Schlechteste
Nicolas Vouilloz. Schenkt den Thuner mit seiner komplett missratenen Kopfballabwehr den Siegtreffer. Ganz bitter für den Rechtsverteidiger, der bis dahin ein solides Spiel abliefert.
Das gab zu reden
Stephan Lichtsteiner kann einem schon fast etwas leidtun. In seinem zweiten Spiel hat der neue FCB-Trainer mit einer längeren Absenzenliste zu kämpfen als Vorgänger Magnin in der gesamten Saison. Captain Shaqiri fehlt gesperrt, Flügel Otele ist auf dem Weg nach Hamburg und Goalie Hitz fällt verletzt aus. Dazu kommen die bereits zuvor angeschlagenen Broschinski, Tsunemoto, Kaio Eduardo, van Breemen und Metinho. Dafür liefert Julien Duranville ein überzeugendes Startelf-Debüt ab.
Die Schiris
20 Minuten vor Schluss lässt Schiedsrichter Wolfensberger ein Klammern von Roth gegen Ajeti im Thuner Strafraum durchgehen, VAR Nico Gianforte meldet sich nicht zu Wort. Viel Glück für den Leader. Auch sonst übersehen Wolfensberger und sein Team ein, zwei Dinge. In der Nachspielzeit zückt er Rot gegen Leroy – und muss diese im Anschluss nach VAR-Eingriff völlig zurecht wieder zurücknehmen.
Die Fans
Nach dem Ausgleich durch Schmid sind die 26’374 Fans im Joggeli so angezündet wie die mehreren hundert Fackeln, welche die Muttenzerkurve vor dem Spiel in ihrer Choreo präsentiert.
So gehts weiter
Der FCB ist am Mittwoch (20.15 Uhr) im Cup bei St. Gallen zu Gast. In der Liga empfangen die Bebbi am Sonntag (16.30 Uhr) zuhause den FCZ zum Klassiker. Thun spielt ebenfalls am Sonntag (14 Uhr) auswärts gegen Servette.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 22 | 22 | 49 | |
2 | FC Lugano | 22 | 11 | 40 | |
3 | FC St. Gallen | 21 | 14 | 38 | |
4 | FC Basel | 22 | 8 | 36 | |
5 | FC Sion | 22 | 6 | 33 | |
6 | BSC Young Boys | 22 | -2 | 32 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 22 | 2 | 28 | |
8 | Servette FC | 22 | -5 | 25 | |
9 | FC Zürich | 22 | -11 | 25 | |
10 | FC Luzern | 22 | -3 | 23 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 22 | -11 | 19 | |
12 | FC Winterthur | 21 | -31 | 13 |






