Spielt Fazliji, siegt der FCSG
Macht Glücks-Betim die Espen zum Wintermeister?

Steht Fazliji bei St. Gallen auf dem Platz, gibts einen Dreier! Aus den 9 Spielen mit Betim gibts 27 Punkte. In den 7 ohne ihn gerade mal 5.
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St. Gallen stellt die Super League auf den Kopf.
Foto: keystone-sda.ch
Michael Wegmann und Fanol Ajdari

Kaminfeger. Kleeblatt. Schwein. Hufeisen. Marienkäfer. Das sind die gängigen Glücksbringer von uns Schweizern. Der FC St. Gallen hat einen anderen: Glücks-Betim. Betim Fazliji ist 20-jährig, 1,86 m gross, defensiver Mittelfeldspieler.

Denn steht Fazliji auf dem Feld, gewinnt St. Gallen. Bisher immer und überall. In den 9 Spielen, in welchen Fazliji auf dem Platz steht, holen die Ostschweizer 27 Punkte. Ohne ihn: 5 Zähler in 7 Partien.

Herr Fazliji, wann haben Sie letztmals verloren, als Sie auf dem Platz standen? «Das muss irgendwann letzte Saison mit der U21 gewesen sein», sagt er und lacht, «von mir aus kann es ruhig so weiter gehen …»

Die letzte Pleite mit Fazliji gabs am 10. April 2018 beim 1:2 der U21 gegen Red Star.

«Wechsle meine Fussballschuhe erst, wenn sie kaputt sind»

Fazliji selbst hat keinen Glücksbringer. Abergläubisch wie viele andere Fussballer sei er auch nicht, sagt er. Naja, vielleicht ein bisschen. «Solange wir einen solchen Lauf haben, wechsle ich erst meine Fussballschuhe, wenn sie kaputt sind. Ich hoffe, ich darf dieses Exemplar auch in der Rückrunde noch tragen.»

Würde heissen, dass Fazliji und die St. Galler auch noch die letzten zwei Vorrunden-Partien gewinnen. Gelingt dies, winkt gar der Wintermeistertitel.

Was ist diese Saison für die St. Galler Rasselbande alles noch möglich? Fazliji: «Das sehen wir dann! Wir sind als Team zusammen gewachsen und werden von Spiel zu Spiel besser.»

Glauben an Fussballer-Karriere fast verloren

Fazliji, Schweizer U20-Natispieler mit KV-Abschluss, geboren im serbischen Vranje, gilt als grosses Talent und bodenständiger Kerl. Doch nicht immer lief es bisher in seiner Karriere so reibungslos wie die letzten Monate. Mit 18 behandelt er ohne Einwilligung der Ärzte eine Schambeinentzündung mit Schmerzmitteln, weil er weiterspielen will. Fast 7 Monate fällt er deshalb aus und verliert dabei fast den Glauben an eine Fussballer-Karriere.

Doch er kämpft sich retour und als im Sommer Sportchef Alain Sutter anruft und ihm mitteilt, dass man ihm einen Zweijahresvertag als Profi anbietet, bricht bei den Fazlijis in Rebstein SG der Wahnsinn aus. «Mein Vater und ich haben gejubelt, als hätten wir gerade in der letzten Sekunde den Siegtreffer erzielt. Wir sind in der Wohnung herumgesprungen und uns in den Armen gelegen.»

Mittlerweile hüpft und jubelt die ganze Ostschweiz. Berauscht von Glücks-Betim und den jungen wilden St. Gallern.

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
22
22
49
2
FC Lugano
FC Lugano
22
11
40
3
FC St. Gallen
FC St. Gallen
21
14
38
4
FC Basel
FC Basel
22
8
36
5
FC Sion
FC Sion
22
6
33
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
22
-2
32
7
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
22
2
28
8
Servette FC
Servette FC
22
-5
25
9
FC Zürich
FC Zürich
22
-11
25
10
FC Luzern
FC Luzern
22
-3
23
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
22
-11
19
12
FC Winterthur
FC Winterthur
21
-31
13
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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