Showdown am Donnerstag
Zoff zwischen Alpstaeg und dem FCL vor der Entscheidung?

Am Donnerstag kommt es in Luzern zum Showdown: Bernhard Alpstaeg kämpft vor dem Bezirksgericht um seinen 25-Prozent-Aktienanteil am FC Luzern. Bleibt der Eintrag im Aktienbuch gestrichen oder nicht? Das Urteil könnte den Machtkampf entscheiden.
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Bernhard Alpstaeg will seine Aktien zurück.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Am Donnerstag trifft Alpstaeg auf FCL-Verwaltungsrat vor Luzerner Gericht
  • Gericht klärt, ob Alpstaegs 25%-Aktienanteil rechtmässig gestrichen wurde
  • Über drei Jahre Streit: FCL-Verwaltungsrat vs. Alpstaeg
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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

Am Donnerstag kommt es im FCL-Aktionärsstreit vor dem Luzerner Bezirksgericht zum Showdown. Wurde Bernhard Alpstaeg (80) zu Recht ein 25-Prozent-Anteil aus dem Aktienbuch gestrichen oder eben nicht? Das ist die Kernfrage im epischen Streit – wer diese Frage für sich entscheiden kann, der dürfte als Sieger aus dem Machtkampf hervorgehen. Doch wie hat eigentlich alles begonnen. Ein Rückblick in zehn Akten. Im elften Punkt sagt Blick, was am Donnerstag zu erwarten ist.

Alpstaegs Interview – 7. Oktober 2022

Alles beginnt mit einem denkwürdigen Interview von Alpstaeg im SonntagsBlick. Darin poltert er gegen die FCL-Geschäftsleitung um den damaligen Präsidenten Stefan Wolf, den Sportchef Remo Meyer sowie den gesamten Verwaltungsrat (VR). Er droht allen mit dem Rausschmiss. In der Zentralschweiz fürchtet man sich vor einem FC Alpstaeg.

Abwahl-Versuch Nummer eins – 3. November 2022

Keinen Monat später will Alpstaeg, der mit 52 Prozent der Aktien Mehrheitsaktionär ist, seine Drohung umsetzen. Er ordnet eine ausserordentliche GV an. Auf der Traktandenliste steht: «Abberufung des Verwaltungsrats». Minderheitsaktionär Josef Bieri (48 Prozent) schafft es in letzter Sekunde die GV mit einem Gesuch um Erlass von vorsorglichen Massnahmen zu verschieben. Die Reaktion der Fans ist gewaltig. Die aktive Fan-Szene stellt sich hinter die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat. Einige lancieren die Bewegung «Zäme meh als 52%», welche Alpstaeg unter anderem dazu aufruft, seine Aktien zu verkaufen.

Abwahl-Versuch Nummer zwei – 21. Dezember 2022

Drei Tage vor Heiligabend kommt es an der ordentlichen GV zur Zäsur in der Luzerner Klubgeschichte. Alpstaeg ist überzeugt, diesmal den VR der FCL Holding AG abwählen zu können. Doch erneut geht sein Plan nicht auf. Der Verwaltungsrat kommt seiner Abwahl zuvor, indem er Alpstaeg kurzerhand ein Aktienpaket von 25 Prozent aus dem Aktienbuch streicht – und ihn damit faktisch entmachtet. Gleichzeitig erstattet das Gremium Anzeige gegen den Patron. Der Vorwurf: Alpstaeg soll sich die Aktienmehrheit mit unerlaubten Mitteln verschafft haben.

Alpstaegs Gegenoffensive – 1. Februar 2023

Alpstaeg geht zum Gegenangriff über. Er zeigt alle Verwaltungsräte der FCL Holding AG an: Stefan Wolf, Josef Bieri, Ursula Engelberger-Koller sowie Laurent Prince. Zudem reicht er eine zivilrechtliche Klage gegen die FCL Holding AG ein. Er wirft den VR-Mitgliedern vor, dass sie ihre Stellung missbraucht hätten, um ihre Abwahl zu verhindern.

Der Beginn eines ewigen Hin und Her – 21. und 22. März 2023

Mal treten Bernhard Alpstaeg und sein Sprecher Sacha Wigdorovits vor die Medien, dann kontert der Verwaltungsrat der FCL Holding AG. Dieses Hin und Her wiederholt sich mehrfach – keine Seite weicht auch nur einen Zentimeter von ihrer Position ab. Währenddessen haben die Juristen alle Hände voll zu tun: Einer Strafanzeige gegen Alpstaeg stehen fünf Klagen und zwei weitere Strafanzeigen gegenüber. Eine davon richtet sich direkt gegen die FCL Holding AG.

Bieris Coup – 24. Mai 2023

Mitten im Aktionärsstreit vergrössert Bieri das Aktionariat. Er holt neun neue namhafte Persönlichkeiten aus der Innerschweiz mit ins Boot. In einem weiteren Schritt unterbreiten die neuen Aktionäre Alpstaeg ein Kaufangebot für sein umstrittenes Aktienpaket von 25 Prozent. Alpstaeg lehnt ab und betont: «Notfalls gehe ich mit dem Kopf durch die Wand!»

Stadt stellt sich gegen Alpstaeg – 26. September 2023

Nun schaltet sich auch der Luzerner Stadtrat in die Angelegenheit ein. Der Stadtrat leitet rechtliche Schritte gegen Alpstaeg ein und will ihm das Stadion wegnehmen. Der Baurechtsvertrag sei schwerwiegend verletzt worden, heisst es. Alpstaeg soll, als er sich die Aktienmehrheit der Stadion Luzern AG gesichert hat, das Vorkaufsrecht der FCL Holding AG missachtet haben. Diese Behauptung sei falsch, sagt sein Sprecher Wigdorovits. Heute weiss man, dass es auch das Kriminalgericht so sieht.

FCL auf der Erfolgsspur – 2. Mai 2024

Der Druck auf Alpstaeg nimmt zu. Die Luzerner Staatsanwaltschaft kündigt an, sie beabsichtige, gegen ihn einen Strafbefehl zu erlassen. Konkret geht es um die Strafanzeige, die der FCL am 21. Dezember 2022 wegen Nötigung und ungetreuer Geschäftsbesorgung eingereicht hatte. Der Vorwurf: Alpstaeg soll sich mittels illegaler Machenschaften die Aktienmehrheit an der FCL Holding AG sowie an der Stadion Luzern AG gesichert haben. Nur wenige Tage später folgt der nächste Rückschlag: Das Kantonsgericht weist eine von Alpstaeg eingereichte Strafanzeige gegen die Verwaltungsratsmitglieder des FC Luzern wegen Ehrverletzung, Urkundenfälschung und ungetreuer Geschäftsbesorgung ab.

Rücktritt von Präsident Stefan Wolf – 16. Dezember 2024

Während die Gerichte mit den vielen hängigen Verfahren beschäftigt sind, geben die beiden Parteien etwas sanftere Töne von sich. Gleichzeitig geht Stefan Wolf auf eigenen Wunsch von Bord. Nach vier Jahren endet seine Zeit bei seinem Herzensklub. Der Abschied geht ihm nahe. Der Machtkampf mit Alpstaeg hat ihn zermürbt.

Schlappe für den Verwaltungsrat – 13. Juni 2025

Freitag, der 13. – und für den FCL-Verwaltungsrat wird es tatsächlich ein Unglückstag. Das Kriminalgericht Luzern spricht Alpstaeg sowohl vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsführung als auch von jenem der Nötigung frei. Die Begründung der Richter fällt überraschend klar aus. Die Staatsanwaltschaft, der FCL sowie vier weitere Privatkläger ziehen das Urteil zwar weiter. Dennoch scheint Alpstaeg nach diesem deutlichen Entscheid im Vorteil zu sein.

Der Showdown am Bezirksgericht – 26. Februar 2026

Seit über drei Jahren schwelt der Streit zwischen Alpstaeg und dem Verwaltungsrat – nun rückt die entscheidende Frage in den Fokus: Wurde dem Swisspor-Patron der 25-Prozent-Anteil zu Recht aus dem Aktienbuch gestrichen oder nicht? Am Donnerstag treten beide Parteien vor dem Luzerner Bezirksgericht an und legen ihre Standpunkte dar. Mit einem Urteil ist an diesem Tag allerdings nicht zu rechnen. Das dürfte erst einige Tage oder Wochen später vorliegen. Dann hätte die unterlegene Seite immer noch die Möglichkeit, den Entscheid weiterzuziehen. Wobei: Sollte der Verwaltungsrat den Kürzeren ziehen, ist angesichts seiner veränderten Zusammensetzung (mit Michael Sigerist als Präsident und Marco von Ah als Mitglied) inzwischen auch denkbar, dass er das Urteil akzeptiert.

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
25
29
58
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
26
19
47
3
FC Lugano
FC Lugano
26
12
46
4
FC Sion
FC Sion
26
9
40
5
FC Basel
FC Basel
26
5
40
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
26
0
36
7
FC Luzern
FC Luzern
26
3
33
8
FC Zürich
FC Zürich
26
-11
31
9
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
26
-3
30
10
Servette FC
Servette FC
26
-7
28
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
26
-13
21
12
FC Winterthur
FC Winterthur
25
-43
14
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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