Ein Tor geschossen, eine rote Karte mit einem weiten Zuspiel mitprovoziert, danach das Lob des Trainers: Marco Burchs Premiere im Servette-Dress ist fast traumhaft. Wäre da bloss nicht der Fakt, dass die Genfer auch im vierten Spiel in Serie nicht gewinnen können. Aber auch der neue Innenverteidiger kann nicht verhindern, dass Servette wieder mal ein Slapstick-Tor kassiert. Diesmal verliert Joël Mall nach einer eigentlich starken Parade gegen Bledian Krasniqi die Übersicht. Dafür rettet der Servette-Keeper in der 91. Minute gegen Umeh Emmanuel das 1:1.
Im Zentrum der Genfer hat David Douline einen schweren Stand, wobei er manchmal mehr mit sich selber zu kämpfen scheint als mit den Zürcher Gegenspielern. In der 75. Minute schafft er es, aus vier Metern den Ball an den Zürcher Livano Comenencia zu spielen statt ins Tor.
Rechts aussen hat Miroslav Stevanovic in der ersten Halbzeit so viele Freiräume wie kaum einmal in seiner Karriere, aber er weiss einfach nichts damit anzufangen. Und Jérémy Guillemenot ebenfalls nicht.
Für die besten Offensivaktionen ist darum Lilian Njoh zuständig. Wenn auch nicht aus dem Spiel heraus. Aber seine Standards sind eine Waffe. So führt auch eine seiner Ecken zum Tor durch Burch.
Hinweis: Alix (ab 60. für Guillemenot), Mazikou (ab 60. für Baron) – Mraz (ab 76. für Fomba), Lopes (ab 86. für Njoh), beide zu kurz für eine Bewertung.
Es ist ein schwieriger Start ins Jahr 2026 für den FCZ. Die Abwehr ist frisch zusammengestellt. Mit dem Debütanten Chris Kablan, der rechts etwas zwischen Aussenverteidiger und rechtem Mittelfeldspieler gibt. Das tut er mit Einsatz, aber mit noch nicht allzu viel Einfluss auf das eigene Team. Aber das wäre wenige Tage nach seiner Verpflichtung vielleicht auch etwas viel verlangt. Nach einer Stunde ist sein Debüt zu Ende.
Auf der anderen Seite hat Ilan Sauter links einen ganz schweren Stand. Auch, weil Matthias Phaëton zusammen mit Steven Zubers Nummer 10 offenbar auch eine Dispens für die Defensivarbeit erhalten hat. Während der Franzose seine Kräfte schont, um vorne zu dribbeln, schwimmt der ausgebildete Innenverteidiger Sauter hinten links heftig.
Das wird dann in Halbzeit zwei viel besser. Auch, weil das Zürcher Mittelfeld nun plötzlich damit beginnt, sich gegenseitig den Ball in die Füsse zu spielen. Damit kommt Miguel Reichmuth viel besser zur Geltung, der vor der Pause noch schier unsichtbar gewirkt hat. Und damit endet auch der Dauerdruck der Servettiens.
In der Innenverteidigung zieht ausgerechnet der neue Abwehrchef Lindrit Kamberi einen schwarzen Tag ein. Er wirkt schon zu Beginn des Spiels merkwürdig fahrig. Und als die Zürcher die Partie in Halbzeit zwei eigentlich im Griff haben, lässt er sich von einem weit geschlagenen Ball überrumpeln und muss gegen Florian Ayé die Notbremse ziehen.
Gegen vorne geht beim FCZ über das ganze Spiel gesehen sehr wenig. Kein Zufall, dass das Tor durch einen weiten Ball von Goalie Yanick Brecher eingeleitet wird. Philippe Kény setzt seine Kopfballstärke ein – und Lindrit Kamberi kann mit seinem Lauf in die Tiefe den Fehler vom 0:1 wieder gutmachen, als er Marco Burch nicht am Tor hindern kann.
Damienus Reverson hat im Spiel eineinhalb Szenen. Eine davon ist dieses 1:1. Heisst: Job irgendwie erfüllt, wenn man Stürmer ist.
Hinweis: Palacio (ab 62. für Krasniqi), Comenencia (ab 62. für Kablan) – Bangoura (ab 77. für Tsawa), Emmanuel (ab 77. für Reverson), Di Giusto (ab 82. für Sauter), alle zu kurz für eine Bewertung.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 20 | 18 | 43 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano | 20 | 8 | 36 | |
4 | FC Basel | 20 | 8 | 33 | |
5 | FC Sion | 20 | 6 | 31 | |
6 | BSC Young Boys | 20 | -2 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 20 | 3 | 27 | |
8 | FC Zürich | 20 | -7 | 25 | |
9 | FC Luzern | 20 | -3 | 21 | |
10 | Servette FC | 20 | -7 | 21 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 20 | -11 | 17 | |
12 | FC Winterthur | 19 | -29 | 10 |

