«Wieso gibt es da nicht die zweite Gelbe Karte?»
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Kamberi sauer nach Leroy-Foul:«Wieso gibt es da nicht die zweite Gelbe Karte?»

Null Erfahrung, null Punkte
Der FCZ hat die dünnste Ersatzbank der Liga

Beim 1:2 gegen den FC Basel nimmt die Qualität des FC Zürich mit jeder Einwechslung ab. Im Joggeli sitzen 7 Feldspieler mit der Erfahrung von zusammengezählt bloss 69 Ligaspielen auf der Bank.
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Ganz so leer ist sie dann zwar schon nicht, aber Dennis Hediger hat ein Problem mit seiner Ersatzbank.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

  • FCZ verliert 1:2 gegen Basel nach entscheidendem Foul von Vincent Nvendo
  • Die Ersatzbank der Zürcher hat nur 69 Super-League-Einsätze Erfahrung
  • Kommende Spiele gegen Winterthur, Luzern und GC wegweisend
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Florian RazReporter Fussball

127 Sekunden. So lange ist Vincent Nvendo (22) erst auf dem Feld, als er Dominik Schmid (27) auf den Fuss tritt. Und damit die Wende gegen sein eigenes Team einleitet. Xherdan Shaqiri (34) verwandelt den folgenden Penalty. Nvendos FC Zürich verliert am Ende 1:2 – nachdem er 85 Minuten lang in Führung gelegen war.

Nvendo soll nicht als Sündenbock hingestellt werden. Aber er ist nun einmal das perfekte Beispiel für ein akutes Problem des FCZ. Ein anderer Spieler hätte bemerkt, dass von Schmid in der Situation null Torgefahr ausgeht. Er wäre vorsichtiger zu Werke gegangen. Er hätte den Baslern keinen Penalty geschenkt. Ein Spieler mit etwas mehr Erfahrung als Nvendo.

Aber der erlebt im Klassiker erst seinen neunten Einsatz in der Super League. Der Stürmer ist einst (zu) früh aus dem Nachwuchs von Servette nach Italien gezogen. Danach ist er bei Étoile Carouge in der Challenge League gelandet und nun auf dem dritten Bildungsweg beim FCZ. Er ist nicht mehr superjung. Aber er kennt sich nicht aus in einer höchsten Liga. Und macht darum Fehler.

Auf der Zürcher Ersatzbank sitzen lauter Nvendos

Wer in Basel auf die FCZ-Ersatzbank schaut, sieht nur Spieler wie Nvendo. Klar, da ist Yanick Brecher (32) mit seinen 319 Ligaspielen für den FCZ. Aber Dennis Hediger (39) kann ja schlecht in der Schlussphase seinen degradierten Goalie aufs Feld werfen, um eine Führung über die Runde zu bringen.

«Wir haben viele Spieler gebracht, die wenig Erfahrung auf diesem Niveau haben», sagt der FCZ-Trainer nach Spielschluss. Es bleibt ihm auch gar nichts anderes übrig.

Die sieben FCZ-Feldspieler, die in Basel auf der Bank Platz nehmen, heissen: Mohamed Bangoura (19), Damien Odera (18), David Vujevic (19), Aaron Tchamda (19), Miguel Reichmuth (22), Kelechi Ihendu (20) und eben Nvendo.

Zusammen kommen sie auf die geballte Erfahrung von 69 Einsätzen in der Super League. Keine andere Mannschaft der Super League hat an diesem Wochenende eine unerfahrenere Bank als die Zürcher. Bis auf Thun haben sie sogar alle mindestens einen Feldspieler draussen, der ganz alleine auf mehr Einsätze in der höchsten Liga kommt als die gesamte Zürcher Abteilung «Jugend forscht» zusammen.

Natürlich ist Erfahrung nicht alles. Aber dass ein Grüppchen aus lauter Grünschnäbeln zum Problem werden kann, ist gegen den FCB gut zu sehen: Mit jeder Einwechslung wird der FCZ etwas schwächer. Mit jeder Auswechslung lässt er sich etwas stärker in den eigenen Strafraum zurückdrängen.

Kommen ein paar Routiniers dazu?

Etwas Hoffnung gibt es aus Zürcher Sicht: Gegen Winterthur wird Philippe Kény (26) nach seiner Gelbsperre zurückkehren. Vielleicht hat die Major League Soccer bis dahin ja auch die nötigen Papiere geschickt, damit der neue Abwehrchef Alexander Hack (32) sein Debüt geben kann. Möglich, dass Matthias Phaëton (26) wieder mittun kann. Er hat sich kurz vor dem Anpfiff in Basel verletzt.

Aber das ändert nichts daran, dass die FCZ-Bank dünn besetzt bleibt. Schliesslich sind die Spieler, die aus der Startformation rutschen könnten, nicht viel erfahrener als jene, die am Sonntag draussen sassen: Nevio Di Giusto (20) kommt jetzt auf 12 Einsätze in der Super League, Ilan Sauter (25) auf 15. Und Damienus Reverson (22) auf 28.

Die kommenden drei Spiele werden zeigen, wie schnell diese jungen Zürcher lernen. Die Gegner heissen Winterthur, Luzern und GC. Es sind drei Spiele, die darüber entscheiden, ob der FCZ endgültig in den Abstiegsstrudel gerät.

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Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
23
24
52
2
FC Lugano
FC Lugano
23
11
41
3
FC St. Gallen
FC St. Gallen
22
14
39
4
FC Basel
FC Basel
23
9
39
5
FC Sion
FC Sion
23
6
34
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
23
-2
33
7
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
23
2
29
8
Servette FC
Servette FC
23
-7
25
9
FC Zürich
FC Zürich
23
-12
25
10
FC Luzern
FC Luzern
23
-3
24
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
23
-11
20
12
FC Winterthur
FC Winterthur
22
-31
14
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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