Es ist nicht nur die Heimat, die den entlassenen GC-Trainer Gerald Scheiblehner (49) mit seinem Nachfolger Gernot Messner (45) verbindet, der vorerst interimistisch bis Ende Saison übernimmt. Zwischen den beiden Österreichern entstand bei GC eine Freundschaft. «Gerald ist mittlerweile ein Freund von mir geworden und es war mir wichtig, dass ich zuerst mit ihm spreche», sagt Messner bei seiner Vorstellung über die auch für ihn überraschende Beförderung von der U21.
Auch mit Rücksicht auf dieses Verhältnis zu seinem Vorgänger habe er das Jobangebot von Sportchef Alain Sutter im ersten Moment nicht direkt angenommen. «Doch Alain sagte mir: ‹Es ist meine Entscheidung und nicht seine›, also fiel es mir leichter», so der 45-Jährige. Wie das Gespräch mit seinem Freund Scheiblehner gelaufen ist, erklärt er derweil zur Privatsache. Nur so viel: Am Montagabend setzte er sich beim freigestellten Trainerteam noch zum Abendessen dazu.
«Wir sind keine Fantasten»
Dass er eine sehr heikle Rettungsmission übernommen hat, lässt sich Messner nicht anmerken. Sein Vorgesetzter Sutter sagt zwar: «Ihnen ist bewusst, dass sie viel verlieren können», doch von einem möglichen Abstieg will Messner trotz des Barrageplatzes und des schrumpfenden Vorsprungs auf den Tabellenletzten Winterthur nichts wissen. «Mit diesem Szenario habe ich mich nicht beschäftigt, aber wir wissen alle, um was es geht – wir sind keine Fantasten.»
Für Sportchef Sutter ist Messner ein notwendiger Impuls, um im Abstiegskampf mehr Punkte einzufahren als zuletzt. Der Österreicher ist in seiner Heimat kein Unbekannter, hat schon auf höchstem Niveau gecoacht und ist dem Grazer AK in die Bundesliga aufgestiegen.
«Ich habe ihn als absoluten Fachmann kennengelernt, der einen sehr guten Umgang mit seinen Spielern pflegt sowie eine klare Ansprache hat», erklärt Sutter. Dort will der neue GC-Coach auch ansetzen: «In der ersten Woche wollen wir die Leichtigkeit zurückbringen und negative Gedanken aus dem Kopf bringen.» Er wolle selber Überzeugung ausstrahlen und so dem Team Selbstvertrauen geben.
Prominente Co-Trainer
Obwohl sich Messner bei seinem ersten Auftritt als GC-Cheftrainer sehr bescheiden und zurückhaltend gibt, müsste er aufgrund seiner bisherigen Zeit bei GC eigentlich vor Selbstvertrauen strotzen: Als Trainer der U21 ist der Österreicher noch ungeschlagen. Nur ein Remis gab es unter Messner, sonst hat sein Team sechs Spiele gewonnen. «Dem Team ist diese Bilanz bekannt», verrät er mit einem Schmunzeln. Unterstützung bekommt das neue Gesicht an der Hoppers-Seitenlinie von zwei prominenten Namen: die Ex-Spieler Shkëlzen Gashi (37) und Daniel Pavlovic (37).
«Shkeli strahlt eine unglaubliche Positivität aus und es wird seine Aufgabe sein, die Spieler zu begeistern, neben seiner Erfahrung in der Offensive», erklärt Messner. Für die Defensive ist derweil Pavlovic verantwortlich, der auf ausdrücklichen Wunsch von Messner aus der U15 ins Trainerteam stösst. «Er hat eine klare Expertise in der Defensive aufgrund seiner sechs Jahre in der Serie A und ich erwarte von ihm, dass er uns hinten stabiler macht», so Messner. Angesichts der zuletzt gezeigten Leistungen eine Mammutaufgabe.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 30 | 38 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 30 | 23 | 55 | |
3 | FC Lugano | 30 | 10 | 50 | |
4 | FC Basel | 30 | 6 | 49 | |
5 | FC Sion | 30 | 9 | 45 | |
6 | BSC Young Boys | 30 | 5 | 45 | |
7 | FC Luzern | 30 | 2 | 36 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 30 | -4 | 36 | |
9 | Servette FC | 30 | -8 | 33 | |
10 | FC Zürich | 30 | -17 | 31 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 30 | -18 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 30 | -46 | 19 |
