Das Spiel
Zwischen Luzern und YB wurden viele Tore erwartet. Schliesslich handelt es sich bei diesen beiden Mannschaften um die zweit- und drittbeste Offensive der Liga. Ausgerechnet im Direktduell leiden sie allerdings etwas unter Ladehemmungen. Drei Tore kriegen die Zuschauer in der Swissporarena zu sehen. Das ist etwas unter den Erwartungen. Zumal für das Gros der Zuschauer zwei Treffer erst noch für die falsche Mannschaft fallen.
YB darf es egal sein. Denn die zwei wirren Tore von Edimilson Fernandes und Darian Males sorgen dafür, dass die Berner den Strichkampf wohl vorzeitig entschieden haben. Mit einer Niederlage wären sie in der Tabelle nur noch drei Punkte vor den Luzernern gewesen. Stattdessen beträgt das Polster nun komfortable neun Zähler.
Unter dem Strich ist der erste YB-Auswärtssieg seit dem 9. November (damals gab es einen 4:1-Sieg im St. Galler Kybunpark) aber ziemlich schmeichelhaft. Über weite Strecken der ersten Halbzeit wirken die Luzerner gefährlicher. Doch im letzten Drittel sind sie zu harmlos.
Und dann kommt es kurz vor der Pause zum Wendepunkt in dieser Partie. Lucas Ferreira sieht 16 Minuten nach seiner ersten Verwarnung zum zweiten Mal Gelb und fliegt vom Platz. Kurz darauf müsste YB einen Penalty zugesprochen kriegen. Ref Lukas Fähndrich wertet das Tackling von Oscar Kabwit gegen Alvyn Sanches aber zur Überraschung vieler nicht als Foul.
Luzern zeigt sich davon unbeeindruckt und spielt auch in der zweiten Halbzeit munter weiter nach vorne. Der betriebene Aufwand wird aber nicht belohnt. Denn YB geht fast wie aus dem Nichts nach einer Ecke in Führung. Und in der Schlussviertelstunde doppeln die Gäste dank einem üblen Patzer von Pascal Loretz nach.
Es ist die Entscheidung. Zwar kommt Luzern dank einem Penalty-Tor nochmals ran. Doch am Ausgang der Partie ändert es nichts mehr.
Die Tore
56. Minute, Edimilson Fernandes, 0:1. YB führt einen Corner kurz aus, bringt den Ball erst danach scharf zur Mitte. Julian von Moos klärt ungenügend – direkt vor die Füsse von Edimilson Fernandes. Dieser zieht sofort ab, der Ball wird dann von von Moos zusätzlich noch abgefälscht und schlägt im FCL-Netz ein.
79. Minute, Darian Males, 0:2. Darian Males versucht nach einem Doppelpass mit Christian Fassnacht sein Glück. FCL-Keeper Pascal Loretz ist bei diesem abgefälschten Schuss mit den Händen dran, bringt aber irgendwie das Kunststück fertig, sich den Ball selber durch die Hosenträger über die Linie zu wischen.
86. Minute, Sinan Karweina, 1:2 (Penalty). Es vergehen etliche Minuten, bis Schiedsrichter Lukas Fähndrich von VAR Alessandro Dudic an die Seitenlinie beordert wird. Nach Konsultation der Videobilder entscheidet Fähndrich auf Penalty für Luzern, weil er Joël Monteiros Ballberührung mit dem Arm im YB-Strafraum als strafbar taxiert. Sinan Karweina behält die Nerven, schickt Marvin Keller in die falsche Ecke und trifft mittig.
Die Stimmen
Mario Frick (FCL) gegenüber SRF: «Es ist das zweite Spiel in Serie, in dem wir uns selber schlagen. Das muss ich so deutlich sagen. Wir schenken die zwei Goals zu einfach weg und vorne sind wir zu wenig effizient. Ich mache Ferreira keinen Vorwurf wegen der Gelbroten Karte. Bei elf gegen elf machen wir ein hervorragendes Spiel, sind da einfach zu wenig effizient.»
Loris Benito (YB) gegenüber Blue: «Wir haben Luzern in der Schlussphase zu viel Aufwind gegeben. Solch einen Match wie heute, den darf man als Kampf annehmen und dann den Sieg auch gebührend feiern. Die Rote Karte half uns. Im Abschluss hätten wir zwingender sein können.»
Tyron Owusu (FCL) gegenüber Blue: «Es waren zwei unnötige Gegentore, die wir herschenken. Das ist extrem frustrierend. Wir hatten unsere Chancen in der Offensive auch nach der Roten Karte.»
Der Beste
Trotz YB-Sieg ist es ein FCL-Spieler: Adrian Bajrami. Zeigt nach langem wieder einen sehr guten Match. Ist an den Gegentoren schuldlos und fegt hinten sonst alle Gefahren weg.
Der Schlechteste
Lucas Ferreira und Pascal Loretz. Der erste wegen seines Platzverweises, der die Dynamik der Partie verändert und nun im nächsten Spiel in Lugano fehlen wird. Und der zweite, weil sein Patzer die FCL-Pleite besiegelt.
Das gab zu reden
Satte 58 Skorerpunkte lässt YB-Trainer Gerardo Seoane zu Beginn auf der Bank. Darunter die beiden Top-Skorer Chris Bedia (15 Tore/3 Assists) und Christian Fassnacht (15 Tore/6 Assists). Eine mutige Entscheidung. Letztlich geht sie aber auf. YB feiert den ersten Auswärtssieg seit dem 9. November.
Die Schiris
Lukas Fähndrich (Schiedsrichter), Leroy Hartmann (Assistent), David Huwiler (Assistent), Alessandro Dudic (VAR). Zwei Penalty-Entscheide sorgen für Fragezeichen. Kurz vor dem Pausenpfiff müsste es einen Penalty geben für YB. Oscar Kabwit bringt Alvyn Sanches klar zu Fall. Doch Fähndrich entscheidet sich gegen einen Strafstoss. Entsprechend ist der Entscheid kaum nachvollziehbar. Ausser es ist aus irgendeinem Winkel zu sehen, dass Kabwit zuvor noch minim den Ball touchiert hat. In der zweiten Halbzeit kriegt der FCL einen Penalty zugesprochen, bei dem der VAR-Check viel zu lange dauert, bis es eine Entscheidung gibt.
Die Fans
10'354 sind an diesem Abend in der Swissporarena zu Gast. Und nach zwei Luzerner Heimsiegen in Folge setzt es diesmal eine Niederlage ab.
So gehts weiter
Auf Luzern wartet am Samstag anlässlich der 29. Super-League-Runde das Auswärtsspiel in Lugano (20.30 Uhr), während YB am Tag darauf Spitzenreiter Thun zum Derby empfängt (16.30 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 31 | 37 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Basel | 31 | 8 | 52 | |
4 | FC Lugano | 31 | 10 | 51 | |
5 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
6 | BSC Young Boys | 31 | 5 | 46 |






