Mendes-Berater im Hintergrund
FCL-Talent Jashari (19) auf den Spuren von Cristiano Ronaldo

Er sticht bereits mit 19 namhafte Konkurrenz aus: Mittelfeld-Talent Ardon Jashari hat seine Chance in Luzern genutzt – und steht jetzt unter genauer Beobachtung.
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Ardon Jashari lässt sich nach dem Erfolg über Lausanne von den FCL-Fans feiern.
Foto: Martin Meienberger/freshfocus
Marco Pescio

Da steht er und erzählt strahlend. Von seinem ersten Tor für den FCL. Vom wichtigen Sieg über Lausanne. Von der neuen Hoffnung im Abstiegskampf. Ardon Jashari ist plötzlich ein gefragter Mann in Luzern. Geduldig schreitet er in der Interviewzone nach dem Lausanne-Spiel vom letzten Sonntag von Mikrofon zu Mikrofon. Im Hintergrund Geschrei. «Ardon, Ardon!» Eine Schar Kinder möchte sein Trikot. Irgendwann gibt er schulterzuckend nach, schenkt es einem Fan hinter dem Absperrgitter.

Jashari? Vor etwas mehr als vier Monaten war dieser 19-jährige Junge noch U21-Captain. Ein Talent, das unter Fabio Celestini einst mal zwei Schnuppereinsätze bekam, in der Vorrunde dieser Saison bei den Profis aber überhaupt keine Rolle spielte.

Doch vom neuen Trainer Mario Frick in die Winter-Vorbereitung eingeladen, überzeugte er im Training derart, dass Frick ihn prompt im ersten Rückrundenspiel gegen Basel (0:3) ins kalte Wasser warf. Und ihn seither dort schwimmen lässt.

Jashari ist mittlerweile auf der Sechserposition beim FCL gesetzt. Weil er trotz seines jungen Alters bereits einen robusten Körper mitbringt, weil Frick seine Spielauslösung, Übersicht und Ruhe schätzt. Und seine Vertikalpässe auch. Jashari ist fixer Teil des neuen Spielsystems, das Captain Christian Gentner (oft) und Cupsieger-Held Jordy Wehrmann (bis auf ein einziges Mal immer) auf die Bank verbannt hat.

«Mein Start im Januar? Das war einer von null auf hundert», sagt Jashari schmunzelnd. Gestandene Spieler wie Gentner, Filip Ugrinic oder Mohamed Dräger hätten ihn unter ihre Fittiche genommen: «Ich bin ihnen und Mario Frick sehr dankbar. Dieses Vertrauen ist nicht selbstverständlich.»

«Seine Karriere kannst du nicht mehr verhindern»

In der Zwischenzeit sammelte Jashari weitere Highlights: das Debüt in der U21-Nati etwa («unvergesslich») und zuletzt das Premieren-Tor gegen Lausanne («unbeschreiblich»).

Trotzdem: Coach Frick beäugt seinen Schützling mit kritischen Augen, sagt nach einer Partie auch mal öffentlich, was ihm nicht gefallen hat. Nach dem 1:0 über GC im März sprach er vom «bislang schwächsten Spiel» Jasharis.

Frick lässt das FCL-Eigengewächs trotz Abstiegsgefahr Erfahrungen und Fehler machen, aber eben auch glänzen. «Seine Karriere kannst du nicht mehr verhindern», sagt der frühere Serie-A-Stürmer: «Wenn er auf dem Boden bleibt, ist sie jetzt schon lanciert.»

Jashari selbst (Vertrag bis 2025) zeigt zumindest gegen aussen nicht, dass das plötzliche Rampenlicht ihn beeinflusse: «Bis jetzt konnte ich damit ganz gut umgehen, das ist in meiner Situation das Wichtigste.»

Und dafür, dass seine Laufbahn auch die richtige Richtung nimmt, ist wohl auch schon gesorgt: Aktuell beraten ihn sein Bruder und sein Onkel. Unterstützung erhält die Familie aber von einem Mitarbeiter von Gestifute, der Berater-Firma von Jorge Mendes, der auch Cristiano Ronaldo betreut. Klar, dass auch hier ein besonderes Auge auf den FCL-Senkrechtstarter geworfen wird.

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Mannschaft
SP
TD
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1
FC Thun
FC Thun
31
37
71
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
31
23
56
3
FC Basel
FC Basel
31
8
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4
FC Lugano
FC Lugano
31
10
51
5
FC Sion
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31
9
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6
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31
5
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