«Eine Niederlagenserie hat nur mit der Mentalität zu tun»
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YB-Neuzugang Yan Valery:«Eine Niederlagenserie hat nur mit der Mentalität zu tun»

In Bern soll der WM-Traum wahr werden
Der neue YB-Star war 28 Spiele lang ohne Sieg

Yan Valery, der neue YB-Star in der Verteidigung, kommt vom maroden Sheffield Wednesday, das kurz vor dem Konkurs steht. In Bern will er sich seine WM-Träume aufrechterhalten.
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Das neue YB-Duo rechts hinten: Saidy Janko (l.) und Yan Valery.
Foto: Claudio de Capitani/freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Yan Valery will bei YB seine WM-Träume mit Tunesien aufrechterhalten
  • Valerys Besitzerklub Sheffield Wednesday verlor die letzten 27 Spiele
  • Valery gelangen zwei Assists beim 6:1 gegen Winterthur
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Alain KunzReporter Fussball

Ist es hilfreich für eigene WM-Träume, bei einem Klub unter Vertrag zu stehen, der in der Tabelle bei minus sieben Punkte steht? Von dem man nicht weiss, ob er überleben wird? Der im Winter seine besten Spieler verkaufen musste? Bei dem jedes Spiel das Letzte sein könnte?

Die Antwort ist einfach: nein. Doch genau dies ist die Konstellation, in welcher Yan Valery (26) von Sheffield Wednesday zu YB wechselte.

Matt Barlow vom «Daily Mail» erklärt: «Der Klub steht seit längerem unter Insolvenzverwaltung. Man sucht verzweifelt nach einem neuen Besitzer, der die Schulden tilgt.» Mittlerweile scheint man im ehemaligen Pokerspieler James Bord (45) fündig geworden zu sein. Dieser besitzt eine Datenanalyse-Firma in den USA. Diese Lösung wird nun vom Fussballverband gecheckt. Ob sie nachhaltig ist?

Von Valery fiel eine Last ab

Fakt ist, dass Valery einer der Spitzenverdiener des Klubs ist, weshalb man nach Lösungen Ausschau gehalten hat, um das Salär einzusparen oder mindestens zu mindern. Zu den Interessenten gehörte gemäss Barlow nicht nur YB. Und ein Wechsel war auch im Interesse des tunesischen Nationalspielers. Wenn er ein weiteres Halbjahr bei einem Klub spielen würde, der mittlerweile die letzten zehn Spiele verloren und seit 27 (!) nicht mehr gewonnen hat und dem für finanzielle Verfehlungen 18 Punkte abgezogen wurden – dann schwinden seine WM-Chancen wie Butter in der tunesischen Sonne.

Welche Last der leihweise Wechsel zu YB von den Schultern des in der Nähe von Paris geborenen Franko-Tunesiers nahm, hat er schon im zweiten Spiel für die Berner unter Beweis gestellt. Erstmals zum Einsatz kam er beim enttäuschenden 1:2 in St. Gallen, als er beim Stand von 0:2 in der 68. Minute für den fruchtlosen Schlussspurt eingewechselt wurde. Bei der 6:1-Gala gegen Winterthur spielte er dann von Beginn weg und durch – und lieferte gleich zwei Assists, weshalb er glücklich war: «Die Gruppe hat mich top empfangen. Das hat mir dieses erste Spiel ungemein erleichtert. Die beiden Assists waren da bloss ein Bonus.»

Valery gewann letztmals im September

Was hingegen schrecklich war für einen Tunesier, war das Schmudelwetter im Wankdorf. «Nun, in England ist es ja gleich …» Punkt für ihn. Der ja gar nicht mehr wusste, wie gewinnen geht. Das letzte Mal war das am 20. September der Fall gewesen. Wahnsinn!

Natürlich findet jeder neue Spieler die Qualität seines neuen Teams in der Euphorie immer unglaublich hoch. Doch bei Valery, der sowohl die Premier League wie auch die Championship, die Ligue 1 und Ligue 2 gesehen hat, wirkt das ein bisschen analytischer, wenn er sagt: «Einige Spieler kannte ich bereits. Die Qualität ist sehr hoch.» Und jetzt ehrlich! «Ehrlich! Dass es zu diesen Niederlagen gekommen war, ist einzig eine Frage des Kopfes. Wenn wir Selbstvertrauen haben, sind wir eine sehr starke Gruppe.»

Im Sommer wartet wieder die Ungewissheit

Hier soll Valery helfen, der in der dystopischen Sheffield-Situation ja sowas von mental gestählt worden sein muss. «Das habe ich in England gelernt. Aber schon von Kindsbeinen an.» Valery kam als 16-Jähriger von Rennes zu Southampton. «Später habe ich auch Abstiegskämpfe auf der Insel durchlebt.»

Die dunklen Gedanken an Sheffield will er weiterhin fernhalten von Bern. Ab Sommer ist seine Zukunft aber wieder ungewiss. Zu einem dann drittklassigen Klub wird er sicher nicht zurückgehen wollen. Aber YB hat keine Kaufoption. Wohl auch wegen der unsicheren Zukunft von Sheffield Wednesday.

Wenn Valery so weitermacht, wird YB auch im Sommer wieder nicht der einzige Interessent sein. Und wenn dann einige potente Championship-Klubs ernst machen, kann eine Transfersumme sehr schnell in die Höhe gehen.

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
25
29
58
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
25
19
46
3
FC Lugano
FC Lugano
25
11
43
4
FC Basel
FC Basel
25
7
40
5
FC Sion
FC Sion
25
7
37
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
25
2
36
7
FC Luzern
FC Luzern
25
1
30
8
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
25
-2
30
9
FC Zürich
FC Zürich
25
-12
28
10
Servette FC
Servette FC
25
-7
27
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
25
-12
21
12
FC Winterthur
FC Winterthur
25
-43
14
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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